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Niederrhein
Der Niederrhein
Land zwischen den Strömen
Eiszeitliche Überformung, die Dynamik von Rhein und Maas mit ihren Nebenflüssen und die menschliche Nutzung prägen die typische niederrheinische Kulturlanschaft mit Altarmen, Au- und Bruchwäldern, Feuchtwiesen, Kopfbäumen und Obstwiesen.
Eiszeitliche Überformung und die Dynamik von Rhein und Maas mit ihren Nebenflüssen prägen bis heute die typische Flussterrassenlandschaft des Niederrheinischen Tieflandes. Zwischen Düsseldorf und der niederländischen Grenze erstrecken sich ausgedehnte Niederungsbereiche mit Feuchtwiesen, Alt- und Stillgewässern, Auen- und Bruchlandschaften unterbrochen von formgebenden Elementen eiszeitlicher Herkunft: markante Inselberge wie der Egelsberg bei Krefeld, Stauchmoränen wie der Reichswald, Lößablagerungen in der Bördenlandschaft des südlichen Niederrheins und Binnendünen entlang der Lippe.
Doch nicht nur Eiszeit und Flüsse haben diese Landschaft gestaltet, auch der Mensch veränderte durch seine Nutzung immer wieder das Erscheinungsbild des Niederrheins. Ohne Einfluss des Menschen wäre der Niederrhein bis auf die Gewässer, deren Ränder sowie einzelne Moore nahezu vollständig bewaldet. Die seit der jüngeren Steinzeit andauernde zunehmende Besiedlung und ackerbauliche Nutzung führte jedoch zur immer weiteren Auflichtung der Wälder. Bis ins 19.Jahrhundert hatte dies aufgrund fehlender technischer Möglichkeiten durchaus bereichernde Folgen. Aushagerungsprozesse ließen zeitweise ausgedehnte Heideflächen entstehen, Moore, Sümpfe und Nasswiesen waren noch nicht vollständig entwässert, viele Flüsse und Bäche noch nicht begradigt. Die Siedlungen waren umgeben von großflächigen Obstwiesen. Wiesen und Weiden wurden von Hecken gegliedert, Gräben von Kopfbäumen gesäumt. Ackerbau erfolgte vor allem im Bereich der Rheinniederung und der Bördenlandschaften. Mit zunehmender Industrialisierung der Landwirtschaft änderte sich dies grundlegend. Heute ist der Niederrhein geprägt von intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und der Gewinnung von Kies und Sand.
Als Relikte alter und vielfältiger Kulturlandschaften mit hohem Artenreichtum bieten Landschaften wie die „Dingdener Heide“ und die „Fleutkuhlen“, die ihre Existenz menschlichen Eingriffen aus der Vergangenheit verdanken, ein besonderes Naturerlebnis in einem ansonsten vom Menschen intensiv genutzten Raum. Weit über seine Grenzen hinaus bekannt machen den "Unteren Niederhein" aber die alljährlich in Scharen einfallenden arktischen Wildgänse.
Ausflugstipps
Wildgänse am Niederrhein
Das faszinierende Schauspiel tausender einfallender Blässgänse gehört mit zu den stärksten Natureindrücken am Niederrhein. Noch bis Mitte Februar bietet die NABU-Station Niederrhein die Möglichkeit, auf Busexkursionen die Gänse für beide Seiten stressfrei zu erleben.
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Die Fleuthkuhlen
Im Dreieck zwischen Geldern, Kapellen und Issum liegt das Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen, ein knapp 600 ha großes Sumpfgebiet, dass seine Existenz der Torfgewinnung des 18. und 19. Jahrhunderts verdankt. Die ökologische Bedeutung erschließt sich erst auf den zweiten Blick: Versteckt und meist schwer zugänglich inmitten von Waldbereichen und feuchtem Weideland liegen zahlreiche Gewässer, umgeben von Sumpfgebüschen und Bruchwäldern. Seltene Tier- und Pflanzenarten, wie Wasserralle, Moorfrosch oder Sumpfveilchen finden hier noch ungestörte Lebensräume.
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Die Dingdener/Büngernsche Heide
Die Dingdener Heide im Grenzgebiet zwischen dem Münsterland und dem Niederrhein war bis 1850 eine ausgedehnte, feuchte Heidelandschaft mit anmoorigen Bereichen. Mehrere Jahrhunderte lang veränderte sich das Landschaftsbild der Dingdener Heide immer wieder grundlegend bis die intensive Landwirtschaft der Gegend ihr heutiges Gesicht gab. Das bundesweit bedeutsame Gebiet ist heute geprägt durch ein Mosaik aus Grünland, Äckern, Kleingehölzen, Wallhecken, Laubwäldchen und Kiefernwäldern.
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