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Die Dingdener/Büngernsche Heide

Die Dingdener/Büngernsche Heide

Die Geschichte einer Kulturlandschaft

Herbstlicher Birkenwald in der Dingdener Heide

Die Büngernsche/Dingdener Heide liegt im Grenzgebiet von Münsterland und Niederrhein und war bis 1850 eine ausgedehnte, feuchte Heidelandschaft mit anmoorigen Bereichen. Mehrere Jahrhunderte lang veränderte sich das Landschaftsbild grundlegend bis die namensgebende Heide entstand. Diese wurde durch Aufforstungen mit Kiefern zurückgedrängt. Das Holz wurde für den Bergbau im nahen Ruhrgebiet gebraucht. Nach einem ausgedehnten Flächenbrand, der den Baumbestand vernichtete, nahm die Viehhaltung gravierend zu. Der intensive Ackerbau veränderte die Landschaft endgültig, denn nur die nicht optimal nutzbaren Flächen blieben als Grünland erhalten.

Naturschutz durch Flächenkauf

Uferschnepfe

Bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts war das Gebiet ein idealer Lebensraum für zahlreiche Vogelarten wie beispielsweise Kiebitz, Großer Brachvogel, Uferschnepfe und Bekassine. Deshalb erklärte die Bezirksregierung Düsseldorf 1987 Teilbereiche der Landschaft zum Naturschutzgebiet. In diesem Gebiet von 305 Hektar wurde somit die weitere Zerstörung gestoppt. Der NABU beteiligte sich zusätzlich sehr früh am Erwerb von Flächen in der Büngernsche/Dingdener Heide, denn nur durch Flächenkauf können nachhaltige Verbesserungen für Pflanzen und Tiere, die auf diesen Lebensraum angewiesen sind, erreicht werden. Die gekauften Flächen wurden umgehend einer den Vorstellungen des Naturschutzes entsprechenden Nutzung zugeführt.

Arten sind zurückgekehrt

Lungenenzian

Das bundesweit bedeutsame Gebiet ist heute geprägt durch ein Mosaik aus Grünland, Äckern, Kleingehölzen, Wallhecken, Laubwäldchen und Kiefernwäldern. Mehr als 20 Jahre nach dem Beginn der Schutzbemühungen haben viele seltene Pflanzen und Tiere in der Büngernsche/Dingdener Heide wieder geeignete Lebensbedingungen, besiedeln das Gebiet und vergrößern ihre Bestände. Brachvogel und Kiebitz sind zurückgekehrt. Sie brüten hier zusammen mit Uferschnepfe, Rotschenkel und weiteren Wiesenvögeln. Floristische Raritäten wie Orchideen, Lungenenzian, Sonnentau und andere Feuchtgebietspflanzen sind wieder zahlreich zu finden. Mittlerweile wurde das Naturschutzgebiet auf 370 Hektar vergrößert und besteht vorwiegend aus Feucht- und Nassgrünland. Es ist ein zentraler Trittstein für Zugvögel im landesweiten Feuchtwiesen-Verbund.

Projekt Dingdener Heide

Heidedämmerung

Das bundesweit einzigartige Projekt mit dem Namen "Dingdener Heide - Geschichte einer Kulturlandschaft" soll auf rund 1500 Hektar die Entwicklung dieser alten, bäuerlichen Kulturlandschaft in fünf Zeitzonen erlebbar machen. Es soll zeigen, wie oft sich das Gesicht dieser Landschaft im Lauf der Jahrhunderte gewandelt hat, wie Wald zu Heide, Heide wieder zu Wald oder Wiesen zu Ackerland wurden. Um die wichtigsten Epochen der Landschaftsgeschichte der letzten 650 Jahre wieder lebendig werden zu lassen, sollen Landschaftsbild und Landnutzung in Teilbereichen der Dingdener Heide so anschaulich rekonstruiert werden, dass man meinen könnte, die Zeit wäre hier vor 50, 200 oder 600 Jahren stehen geblieben. Bei einem Rundgang durch die Dingdener Heide wird man dann wie bei einer "Zeitreise" erleben, wie es hier zum Beispiel im Spätmittelalter, in der frühen Neuzeit oder vor dem Ersten Weltkrieg ausgesehen hat, was ein Hudewald war und wie die Heide entstanden ist. Ehe dieses Projekt vollständig umgesetzt wird, werden aber noch etliche Jahre vergehen.

Mehr zum Projekt ´Erlebte Kulturlandschaft´

Zweite Aussichtskanzel eröffnet faszinierenden Blick auf zentrale FeuchtwiesenDingdener Heide

Im Oktober wurde die zweite Aussichtskanzel in der Dingdener Heide eröffnet. Sie erlaubt einen faszinierenden Blick auf die zentralen Feuchtwiesen des Projektgebietes, die Lebensraum vom Aussterben bedrohter Wiesenvögel wie Große Brachvogel, Rotschenkel oder Uferschnepfe sind. mehr Mehr

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