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Kraniche und Wildgänse über NRW

Tausende Kraniche und Wildgänse über NRW

Zug in die Winterquartiere ist in vollem Gange

Kranich

21. Oktober 2011 - In ganz Europa sind zurzeit rund 200.000 Kraniche auf dem Weg in ihre Winterquartiere. Alleine aus Nordrhein-Westfalen wurden am vorigen Wochenende mehrere Zehntausend überfliegende Kraniche gemeldet. „An diesem Wochenende rechnen wir bei schönem Wetter wieder mit zahlreichen Trupps, die auf ihrem Weg nach Spanien und Portugal auch Nordrhein-Westfalen queren“, erklärt Bernd Jellinghaus vom Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW. Denn noch hielten sich über 100.000 Kraniche an den deutschen Hauptrastplätzen auf.

Hier verschiebe sich das Gewicht aber Stück für Stück nach Westen. So gingen die Rastzahlen an der Boddenküste rund um Groß Mohrdorf in nur wenigen Tagen von 47.900 auf 31.000 Kraniche zurück, im Rhinluch und im Havelland rasten aktuell 46.700 Kraniche und in der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen hat sich die Zahl der Kraniche innerhalb einer Woche von 4.000 auf 45.500 erhöht. Am größten französischen Rastplatz, dem Lac du Der Chantecoq in der Champagne, sind dagegen bereits 34.900 Kraniche eingetroffen.

Kraniche im Flug

„Bei günstiger Witterung brechen die Kranichschwärme von ihren nördlichen Sammelplätzen in den frühen Morgenstunden auf und ziehen beiderseits am Harz vorbei. Der Hauptzug überfliegt dabei Os-nabrück, Hannover und Göttingen, erreicht dann das Weserbergland, um beim Weiterflug mit 80 Stundenkilometer das östliche Ruhrgebiet zu streifen und entlang des Rheins nach Bonn zu gelangen“, so Jellinghaus weiter. Eine etwas westlichere Zugroute ermögliche Beobachtungen am Niederrhein und in der Eifel. Von hier aus gehe es weiter über Nordfrankreich bis nach Spanien und Portugal.

Im Flug bilden Kraniche eine V-förmige Formation mit kräftigen, erfahrenen Tieren an der Spitze. Es folgen Familien mit durchschnittlich zwei Jungtieren. „Bei konstanten Flugbedingungen können die Tiere ohne Halt bis nach Südeuropa fliegen. Sie legen aber oft eine Pause ein und manches Mal hält sie schlechtes Wetter und Nebel tagelang am Boden“, so der NABU-Vogelexperte. Auf der westeuro-päischen Zugroute überwinterten heute rund 70.000 Kraniche in Spanien, 30.000 in Frankreich sowie jeweils wenige tausend Vögel in Portugal und Nordwestafrika. Hauptüberwinterungsregion sei zurzeit mit etwa 50.000 Kranichen die Extremadura in Westspanien.

Während sich die letzten Kraniche auf den Weg nach Süden machen, sind im Gegenzug die ersten Wintergäste in Nordrhein-Westfalen eingetroffen. Bläss- und Saatgänse aus Sibirien versammeln sich alljährlich in großen Scharen am Niederrhein. „Mit nur wenigen Gramm Fett als ,Treibstoff´ legen sie ebenfalls Tausende von Kilometern zurück und tanken hier neue Energie“, erklärt Jellinghaus. Die ersten Wildgänse zählte die NABU-Naturschutzstation Kranenburg bereits Ende September. Seitdem sind zahlreiche neue Trupps eingeflogen. Zurzeit halten sich bereits über 5.000 Tiere am Niederrhein auf. In den nächsten Wochen wird ihre Zahl auf rund 180.000 Wintergäste ansteigen.

Gänsesafari mit der NABU-Naturschutzstation Kranenburg

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Das faszinierende Schauspiel tausender einfallender Blässgänse gehört mit zu den stärksten Natureindrücken am Niederrhein. Noch bis Mitte Februar bietet die NABU-Station Niederrhein die Möglichkeit, auf Busexkursionen die Gänse für beide Seiten stressfrei zu erleben. mehr Mehr

Faszinierendes Schauspiel

Oktober ist Hauptzeit des herbstlichen Vogelzugs

Starenschwarm

Ein Starenschwarm bereit zum Abflug in den Süden.

29. September 2011 - Das faszinierende Schauspiel des Vogelzugs begeistert in jedem Herbst zahlreiche Vogelfreunde. Jetzt ist es wieder so weit: Mehr als 50 Millionen Zugvögel verlassen in den nächsten Tagen und Wochen ihre Brutgebiete in Deutschland, um eine Reise in wärmere Gefilde anzutreten. Eine noch größere Zahl wird Deutschland und damit auch Nordrhein-Westfalen überqueren und an geeigneten Rastplätzen wie dem ´Unteren Niederrhein´, der ´Weserstaustufe Schlüsselburg´ oder den ´Rieselfeldern Münster´ auftanken, weiterziehen oder aber auch den Winter über Station machen. "Jetzt ist Hauptzugzeit, da lassen sich Schwalben, Stare und Wildgänse, aber auch zahlreiche Durchzügler aus Osteuropa, Sibirien oder Skandinavien besonders gut beobachten", weiß Bernd Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie und Vogelschutz des NABU NRW.

Krickentenerpel

So seien häufig mehrere Entenarten wie Krick-, Knäk-, Löffel- und Schnatterenten gleichzeitig an einem Rastplatz zu sehen, aber auch Seltenheiten wie Prachttaucher, Zwerggans und Regenbrachvogel könne man mit etwas Glück sichten. Die ersten Wintergäste würden nun ebenfalls hier eintreffen, wie die Wildgänse, die sich alljährlich in großen Scharen am Niederrhein versammeln. „Mit nur wenigen Gramm Fett als ´Treibstoff´ legen sie Tausende von Kilometern zurück und tanken hier neue Energie“, so Jellinghaus weiter. Weniger spektakulär sei der Zuzug von Erlenzeisigen. Wer im Herbst und Winter einen Trupp kleiner gelber Vögel im Garten oder Park erblicke, der lautstark in den Zweigen turne und sich über Baumsamen hermache, habe vermutlich Vertreter dieser Art vor sich. Sie verstärkten die Wintermonate über die auch hier lebende, allerdings sehr kleine Population.

Rauchschwalbe

Schwalben haben jetzt Hauptzugzeit.

Während es sich die Gäste aus dem Norden und Osten den Winter über hier gemütlich machen würden, zöge es zahlreiche heimische Arten in den Süden. „Vor allem der Mangel an Insekten in der kalten Jahreszeit, die Hauptnahrung vieler unserer heimischen Singvögel, veranlasst diese in den Süden zu ziehen“, erklärt der NABU-Vogelexperte. Manche Arten würden dabei sehr zügig in ihr Wintergebiet ziehen, andere ließen sich dazu monatelang Zeit, wie beispielsweise der Sumpfrohrsänger. Und längst nicht alle Vögel würden in Afrika überwintern. So seien Kurzstreckenzieher wie der Hausrotschwanz bereits im Mittelmeergebiet am Ziel ihrer Wünsche. Besonders gut ließen sich zurzeit die Vorbereitungen der Stare für ihren Abflug verfolgen: Sie würden sich allabendlich an ihren Schlafplätzen zu riesigen Schwärmen zusammenfinden, die mehrere Tausend Tiere umfassen könnten. Bald machten die Stare sich dann auf den Weg in ihre Winterquartiere nach Südwesteuropa. „Aufgrund der immer milderen Winter bleiben aber auch immer mehr Stare hier“, so Jellinghaus.

Für Rückfragen:
Bernd Jellinghaus, LFA für Ornithologie und Vogelschutz, mobil: 0175/ 45 31 628

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