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Emsaktionstage
Erfolgreiche Emsaktionstage 2009
70 aktive Helfer in Saerbeck und 120 in Warendorf-Einen
"Wir bringen Leben in die Ems" - unter diesem Motto standen erneut zwei große Aktionstage im August 2009, bei denen jeweils ein 50 Meter langer Emsabschnitt mit der Hand entfesselt wurde. 70 aktive Helfer in Saerbeck und 120 in Warendorf-Einen packten bei strahlendem Sonnenschein und toller Stimmung mit an, um die Ems von ihrem Korsett zu befreien. In Einen kamen auch zwei Klassen der örtlichen Grundschule sowie der türkisch-ilamische Kulturverein, deren Mitglieder es sich trotz Ramadans nicht nehmen ließen, an der schweißtreibenden Arbeit teilzunehmen. So hatten die Aktionen schon fast etwas von Volksfest: Es trafen sich Jung und Alt, um die eigenhändig geschleppten Steine mit Traktoren, Anhängern Bullis, Autos oder Handkarren in den heimischen Garten zu bringen.
Unterstützt wurden die Aktionen vom Heimatverein Einen-Müssingen, der Bezirksregierung Münster, dem Amt für Planung und Naturschutz des Kreises Warendorf, der von Galen Realschule Warendorf und von der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule aus Saerbeck.
Allen Helfern und Organisatoren ein großes Danke schön!
Mehr Infos und den Flyer zur Aktion gibt es beim AK Ems des NABU NRW, Christian Göcking, NABU-Naturschutzstation Münsterland, Haus Heidhorn, Westfalenstraße 490, 48165 Münster, Tel.: 02501 / 9719433, www.NABU-Station.de.
Ems soll sich wieder ihr eigenes Bett suchen
NABU Aktionstag 2003 bringt Leben in die Ems
"Wir bringen Leben in die Ems" - unter diesem Motto stand der Aktionstag des NABU AK Ems am 19. Juli 2003, bei dem ein Uferabschnitt der Ems symbolisch von Hand entfesselt wurde. Gemeinsam mit über 100 Helfern legten der NABU, das Staatliche Umweltamt Münster (StUA) und viele örtliche Organisationen Hand an und entfernten die Steine am Böschungsufer. Ob Kanuverbände, Jägerschaft, die DLRG Telgte, das Institut für Landschaftsökologie der Uni Münster oder die beteiligten Fachbehörden wie Bezirksregierung, Untere Landschaftsbehörde oder "Regionale 2004": Alle packten mit an und befreiten rund 200 Meter Emsufer. Die Steine, die nicht zum Bau von Trockenmauern oder Kräuterspiralen mitgenommen wurden, übernahm das Westfälische Museum für Naturkunde in Münster, um sie ab dem kommenden Jahr in der neuen Emsausstellung als Museumsstücke zu präsentieren.
Und warum das ganze?
Mit dieser symbolischen Aktion will der NABU auf die Notwendigkeit weiterer Renaturierungsmaßnahmen an der Ems und anderen Flüssen aufmerksam machen. Noch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Ems ein ausgesprochen lebendiger Fluss. Der europaweit einzigartig hohe Sandanteil veränderte die Emsaue besonders bei Hochwasser regelmäßig. Eine artenreiche und hieran angepasste Tier- und Pflanzenwelt zeichnete die Ems aus. Die einsetzenden Begradigungen und Uferbefestigungen zwangen sie aber immer mehr in ein kanalartiges Bett. Auf großen Strecken büßte der Fluss seine typische Dynamik und Vielfalt ein, die Aue wandelte sich zu einer monotonen Landschaft, typische Tier und Pflanzen verschwanden aus der Emsaue.
So wie die Ems vor fast einem Jahrhundert in ein künstliches Bett gezwungen wurde, erhält sie nun mehr und mehr wieder ihren natürlichen Lauf zurück. Seit 1990 gibt es das Gewässer-Auenprogramm des Landes NRW. Im Rahmen dieses Programmes setzt das StUA Münster das Emsauenschutzkonzept um, das eine Redynamisierung der Ems vorsieht. So wurden bereits zahlreiche Steinschüttungen entlang des Flussufers entfernt und Altarme angeschlossen.
Wie geht es weiter?
Auch die Aue der Ems soll im Rahmen des NABU-Projektes "Erlebte Emslandschaft" zunächst auf über 60 ha Fläche ihren landschaftlichen Reiz wieder erhalten. Mit Hilfe von Heckrindern und Konik-Pferden wird langfristig eine vielseitige Weidelandschaft mit blühenden Blumenwiesen, Säumen, Gebüschen und alten Bäumen entstehen, die Neuntöter, seltenen Schmetterlingen, Heuschrecken und Wildbienen wieder einen Lebensraum bietet. Der NABU hat nun die Gunst der Stunde genutzt und wertvolle Flächen mit Unterstützung des Amtes für Agrarordnung Coesfeld unter Kreditaufnahme erworben.
Damit die Natur an der Ems wieder eine Chance hat.
Weitere Informationen zum Emsauenschutzprojekt der NABU-Naturschutzstation erhalten Sie bei Christian Göcking, NABU-Naturschutzstation Münsterland, E-Mail: info@NABU-Station.de oder unter www.NABU-Station.de.

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