Nordrhein-Westfalen.NABU.de Projekte & Aktionen Ein König sucht sein Reich - Laubfrosch
Der Laubfrosch in NRW
Kinospot für den Laubfrosch
NABU-Projekt hilft dem Frosch des Jahres in Nordrhein-Westfalen zu überleben
Im Jahr des Frosches ruft der NABU NRW zum verstärkten Schutz des Laubfrosches in Nordrhein-Westfalen auf. Zwar gehe es dem kleinen grünen Sympathieträger mit der starken Stimme dank intensiver Schutzbemühungen regional zum Teil wieder besser, doch sei die Zukunft des Laubfrosches in NRW nach Auffassung des NABU noch keineswegs gesichert. Mit einer Öffentlichkeitskampagne machen die Naturschützer daher zurzeit verstärkt auf das Laubfroschschutzprojekt "Ein König sucht sein Reich" aufmerksam. "Der Laubfrosch hat Unterstützung bitter nötig, denn die öffentlichen Fördermittel für die Finanzierung der Anlage neuer Biotope und des Ankaufs von Flächen sind stark rückläufig", sagt Michael Steven, Projektleiter bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland. Deshalb werbe der NABU unter anderem mit Hilfe eines Kinospots für den Laubfroschschutz.
Dabei steht es speziell im Münsterland gar nicht so schlecht um den Froschkönig. Hier machen sich die zum Teil bereits seit zwei Jahrzehnten erfolgenden Bemühungen der Naturschützer um den Laubfrosch besonders positiv bemerkbar. Denn dort, wo Grundstücke für den Naturschutz erworben und die Bedingungen für den Frosch wieder im gesamten Lebensraum verbessert werden konnten, erholen sich die Bestände. "Wurden beispielsweise im Kreis Coesfeld im Jahr 1983 nur etwa 300 Laubfrösche gezählt, erbrachte die vom NABU organisierte Volkszählung im Jahr 2006 den Nachweis von über 2400 Tieren", erzählt Steven. Bundesweit und in vielen Regionen Europas sei der Laubfrosch jedoch weiterhin stark gefährdet. Auch für NRW könne noch keine Entwarnung gegeben werden. Zu groß sei noch die Abhängigkeit von der Pflege durch Naturschutzgruppen und zu gravierend noch immer die Belastungen unter denen die vielfach isolierten Vorkommen stünden.
Um das Überleben des Laubfrosches in NRW zu sichern, startete der NABU bereits 1998 das landesweite Artenschutzprojekt "Ein König sucht sein Reich". "Gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern wurde ein Schutzkonzept ausgearbeitet, mit dessen Umsetzung die Lebensräume des regional noch häufiger vorkommenden Laubfrosches geschützt, neue Biotope geschaffen und ein Lebensraumnetz gespannt werden sollte", so Steven. War es hier die NRW-Stiftung für Naturschutz, Heimat und Kulturpflege, die mit dem Erwerb von etwa 31 ha die Grundlage für die Bestandserholung legte, waren es in anderen Naturschutzgebieten das Feuchtwiesen- und Gewässerauenschutzprogramm des Landes NRW und Flächenkäufe des NABU.
Ein Schwerpunkt der Schutzbemühungen um den Laubfrosch liegt dabei im Raum der münsterländischen Parklandschaft, doch werden auch im Lippetal, in Ostwestfalen oder in den letzten Rückzugsräumen im Rheinland Schutzmaßnahmen umgesetzt. Eine neue Broschüre, ein Faltblatt, Kinowerbung und ein neuer Internetauftritt sollen jetzt im internationalen Jahr des Frosches neuen Dampf in das Laubfroschschutzprojekt bringen.
Mehr Infos zum NABU-Laubfroschschutzprojekt finden Sie hier.
Der Laubfrosch in NRW
Auf der Suche nach neuen Reichen
Unter Naturliebhabern hatte der Froschkönig schon immer zahlreiche Freunde. Dies konnte jedoch den starken Rückgang des Europäischen Laubfrosches (Hyla arborea) bis Mitte der 90er Jahre nicht aufhalten. Beschleunigt durch die Intensivierung der Landwirtschaft vollzog sich ein bis heute anhaltender Landschaftswandel, der es den inzwischen weit verstreut lebenden Laubfroschpopulationen fast unmöglich macht, ohne Schutzmaßnahmen zu überleben. Deshalb wird der Laubfrosch in der aktuellen Roten Liste für Nordrhein-Westfalen auch als "von Naturschutzmaßnahmen abhängige Art" geführt. In weiten Teilen unseres Landes wird man die sympathischen Tierchen daher heute vergeblich suchen.
Viele Freunde helfen
Unter Leitung des NABU startete im Jahr 1999 das nach Art und Umfang einzigartige Projekt "Ein König sucht sein Reich" in einer der nordrhein-westfälischen Laubfroschhochburgen, dem Münsterland. In einem Zeitraum von 15-20 Jahren soll durch neue oder sanierte Biotope ein Netz von Laubfroschlebensräumen entstehen. Außergewöhnlich ist dabei nicht nur die kreisgrenzenübergreifende Planung und Umsetzung, auch das Zusammenwirken verschiedener Naturschutzorganisationen, Biologischer Stationen und Institute, Fachbehörden, Kommunen und Grundstückseigentümern hat Modellcharakter und ist einer der Garanten für den Erfolg. Und der kann sich sehen lassen: In der ersten Projektphase von 1999-2001 konnten im Münsterland 51 Gewässer neu für den Laubfrosch angelegt werden, 63 Biotope wurden saniert und insgesamt 175 einzelne Schutzmaßnahmen durchgeführt. Inzwischen ist das Projekt in weitere Landesteile von Nordrhein-Westfalen ausgeweitet worden. Das von der NABU Naturschutzstation Münsterland koordinierte Projekt bündelt mittlerweile die landesweiten Aktivitäten in den Kreisen Borken, Coesfeld, Düren, Gütersloh, Heinsberg, Höxter, Soest, Steinfurt, Warendorf sowie der Stadt Münster und ruft neue Maßnahmen ins Leben.
Flächenerwerb der beste Schutz
Die zahlreichen überwiegend auf Privatgrundstücken durchgeführten Schutzmaßnahmen, die nach den beobachteten Bestandserholungen und ersten eigenständigen Neubesiedlungen ihr Ziel nicht verfehlt haben, sind erst der Anfang einer grundlegenden Schutzstrategie. Herzstück des Projektes ist die Schaffung einer Kette von Naturgebieten, die für den Naturschutz dauerhaft zur Verfügung stehen. Wertvollstes Instrument zur Erreichung dieses Zieles ist der Erwerb feuchter Wiesen- und Weideflächen, in denen Laichgewässer und Hecken angelegt und dauerhaft erhalten werden können. Entscheidend ist dabei auch die Möglichkeit, die Grünlandnutzung zu extensivieren, indem die Grundstücke mit Bewirtschaftungsauflagen an Landwirte verpachtet werden. Da der Flächenerwerb auf lange Sicht auch die kostengünstigste und effektivste Form des Naturschutzes ist - niederländische Naturschützer haben einen deutlichen Kostenvorteil gegenüber dem Vertragsnaturschutz mit jährlich gezahlten staatlichen Prämien bereits nach 30 Jahren errechnet - sieht der NABU keine Alternative zur Verstärkung der Anstrengungen hierbei. Trotz knapper Projektfördermittel und nicht zuletzt auch dank der Spendenbereitschaft vieler NABU-Mitglieder konnten mit Unterstützung des Umweltministeriums und der Kommunen für das Laubfroschschutzprojekt bis heute bereits 27,5 ha angekauft werden. Im Raum Coesfeld wurden dank der guten Zusammenarbeit der Kooperationspartner vor Ort weitere 30 Hektar durch Kauf für den Laubfroschschutz sichergestellt .
Obwohl der Flächenerwerb ein besonders wirksames Schutzinstrument für den Naturschutz ist, kürzte die Landesregierung dafür die bewilligten Fördermittel. Betroffen davon ist auch das Laubfroschprojekt. Mehr denn je ist der NABU daher auf die Spenden von Naturfreunden angewiesen, denen es nicht recht ist, dass der Laubfrosch aus NRW verschwindet.
Weitere Informationen zum Laubfroschprojekt des NABU NRW und zur Möglichkeit, dasselbe finanziell zu unterstützen, gibt es beim
NABU NRW
Merowingerstraße 88
40225 Düsseldorf
Tel.:0211-15 92 51-0
E-Mail: Info@NABU-NRW.de.
Kooperationspartner des NABU
Die Zusammenarbeit vieler Kooperationspartner ist eine Stärke des Projektes
Die Zusammenarbeit vieler Kooperationspartner ist eine Stärke des Projektes "Ein König sucht sein Reich". Vielleicht ist ja auch in Ihrer Region eine Naturschutzorganisation am Projekt beteiligt. Bislang haben sich die folgenden Partner zusammengeschlossen: Amt für Agrarordnung Coesfeld, Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land, Arbeitgemeinschaft für Amphibien und Reptilien Münster, Biologisches Institut Metelen, Biologische Station Kreis Steinfurt, Biologische Station Kreis Wesel, Biologische Station Gütersloh-Bielefeld, Biologische Station Zwillbrock, Landschaftsstation im Kreis Höxter, Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz Kreis Soest, NABU-Naturschutzstation-Euregio-Naturpunkt (Kreis Heinsberg), NABU-Naturschutzstation Münsterland, NABU-Kreisverband Düren, NABU Kreis Borken, NABU Kreis Coesfeld, NABU Kreis Steinfurt, NABU Münster, NABU Kreis Warendorf, NABU Bonn, NABU-Landesverband NRW, Biologische Station im Kreis Düren, Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten, Natur- und Umweltakademie NRW, Untere Landschaftsbehörde Kreis Herford.

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