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NABU-Weißstorchprojekt in der Düffel

NABU-Weißstorchprojekt in der Düffel

Der Weißstorch - ein Charaktervogel der naturnahen bäuerlichen Landschaft

Weißstorch in Wiese

Der Weißstorch gehörte ursprünglich zu den Charakterarten der naturnahen bäuerlichen Kulturlandschaft "Düffel" am unteren Niederrhein zwischen Kleve, Kranenburg und Nijmegen. Durch die zunehmende Entwässerung der Rheinniederungslandschaft und der damit einhergehenden landwirtschaftlichen Intensivierung sowie anderen Lebensraumveränderungen ist der Brutbestand des Weißstorches in diesem Raum Anfang des 20. Jahrhunderts stark zurückgegangen und im Jahre 1946 schließlich erloschen.

Seit 1987 stehen nun große Teil der Düffel unter Naturschutz und seit 1988 übersommern auch wieder regelmäßig Weißstörche im Gebiet. In den Jahren 1989 und 1992 wurden in der Ortschaft Zyfflich in der Düffel insgesamt fünf Nestkörbe aufgestellt. Im Jahre 1996 war es dann soweit: Erstmals nach 50 Jahren brütete ein Weißstorchpaar wieder erfolgreich in der Düffel und zog dort drei Jungvögel auf.

Störche am Ufer

Inzwischen kam es an verschiedenen Stellen am Unteren Niederrhein zu Bruten: In Zyfflich, im benachbarten Ooypolder, bei Keeken und auf der Bislicher Insel bei Xanten brüteten Storchenpaare erfolgreich. Allerdings hielt die positive Entwicklung der letzten Jahre in 2003 nicht weiter an, so wurde erstmalig seit der Wiederansiedlung des Storches kein Anstieg, sondern lediglich eine Stabilisierung des Storchenbestandes verzeichnet. In 2003 gab es am Unteren Niederhein vier Brutpaare, die insgesamt vier Jungtiere großzogen. Die "Traditionsstörche" von Zyfflich konnten sich im letzten Jahr nicht zum Brüten durchringen. Das Jahr 2004 war dagegen das beste Storchenjahr seit 70 Jahren! Drei Brutpaare, darunter auch Marie und Jan aus Zyfflich, sorgten dafür, das insgesamt 9 Jungstörche erfolgreich flügge wurden.

Das Forschungsprojekt "Weißstorch"
Die Wiederbesiedlung der Düffel durch Weißstörche war für die NABU-Naturschutzstation Niederrhein im Jahre 1995 Anlass ein wissenschaftliches Forschungsprojekt "Weißstorch" ins Leben zu rufen. Kurzfristiges Ziel war es, die Nahrungsgrundlage des Zyfflicher Weißstorchpaares zu verbessern, um erfolgreiche Bruten zu gewährleisten. Mittelfristig sollten die Bedingungen für die Ansiedlung weiterer Weißstorchpaare geschaffen werden, damit sich langfristig eine kleine stabile Population zwischen Kleve und Nijmegen aufbauen kann. Außer der Verlegung elektrischer Leitungen bemühten sich die Mitarbeiter mittels sogenannter freiwilliger Extensivierungsverträge im Rahmen des Vertragsnaturschutzes oder durch den Kauf von Flächen die Nahrungssituation für Störche in der Düffel zu verbessern. Natürlich wurden bei Bedarf an geeigneten Stellen auch weitere Nisthilfen aufgestellt.

Störche im Nest

Mit dem Aufstellen von Horstunterlagen für Storchennester allein sind aber längst nicht alle wichtigen Voraussetzungen für die Wiederansiedlung von Störchen geschaffen. So wurde der Arbeitskreis Weißstorch beim Kreis Kleve wieder aktiviert und der Kontakt mit den Akteuren vor allem aus dem Kreise der Heimatvereine gesucht, um gemeinsam Konzepte zur Verbesserung der Lebensraumbedingungen für den Weißstorch in der gesamten Düffel zu entwickeln. Dank der Spende eines Förderers und mit finanzieller Beteiligung des Landes erwarb der NABU NRW im November 1998 treuhänderisch für die Station eine 3,2 Hektar große Grünlandfläche, die seitdem extensiv bewirtschaftet wird und den Störchen einen reich gedeckten Tisch bietet. Die NABU-Naturschutzstation Niederrhein hat unterdessen ihre Bemührungen zur Verbesserung des Lebensraums für den Weißstorch fortgesetzt. Weitere Flächenkäufe wurden getätigt, um so potenzielle Nahrungsflächen für Weißstörche langfristig sichern und durch extensive Bewirtschaftung optimieren zu können.

All diese Maßnahmen haben sich bezahlt gemacht: Die Storchenpopulation am Niederrhein und auch landesweit hat seitdem weiterhin zugenommen. So brüteten 2010 im Kreis Wesel 4 Storchenpaare, im Kreis Kleve 6 Paare, in Duisburg 1 Paar und im Kreis Viersen 1 P, insgesamt also 12 Paare am Niederrhein. 2011 gab es eine weitere Steigerung auf 16 Brutpaare (Mittlg. Michael Jöbges, LANUV), davon 9 Paare in Kleve, die allein 18 Junge großzogen.

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