Nordrhein-Westfalen.NABU.de Themen Atomenergie

Demos gegen Atomkraft

Protestieren für Atomausstieg und Energiewende

Großdemonstrationen am 28. Mai in Münster, Essen und Bonn

Anti-Atom-Demo am 26. März 2011

Anti-Atom-Demo am 26. März 2011 in Berlin.

Gemeinsam mit weiteren Umwelt- und Anti-Atom-Organisationen ruft der NABU zur Teilnahme an mehreren Großdemonstrationen für die Energiewende und den Atomausstieg auf. Am Samstag, 28. Mai sind in 21 Städten in Deutschland Protestzüge geplant. In NRW finden Demos in Münster, Essen und Bonn statt. Die Forderung an die Bundesregierung lautet: Wir brauchen einen zügigen und rechtssicheren Atomausstieg jetzt - kein Rumgeeier und keine Hintertürchen! Der NABU gehört zu den Unterstützern der bundesweiten Demonstrationen.

Anlass der Proteste sind die Atomkatastrophe in Fukushima und die Reaktion der Bundesregierung darauf: das für den 6. Juni angekündigte Energiepaket. Durch Massenkundgebungen kann die Bevölkerung der Regierung ein eindeutige Signal senden, was in das Energiepaket vom 6. Juni gehört: ein schneller, unumkehrbarer Atomausstieg verbunden mit wirksamen Maßnahmen für Energiesparen und dem naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien.

mehr Machen Sie mit bei einem der 21 Protestzüge in ganz Deutschland!

Ostermarsch 2011 in NRW

15.000 kamen zur großen Anti-Atom-Demo nach Gronau

Osterdemo2011


Am 26. April 1986 explodierte in Tschernobyl ein Atomreaktor, die radioaktive Wolke zog über halb Europa. Doch die hiesigen Reaktoren liefen weiter. Angesichts von Fukushima müssen wir jetzt dafür sorgen, dass endlich nachgeholt wird, was bereits vor 25 Jahren hätte passieren müssen: Am Ostermontag demonstrierte der NABU NRW deshalb gemeinsam mit zahlreichen weiteren Initiativen und Organisationen an der Urananreicherungsanlage Gronau und forderte: AKWs endgültig abschalten!

Wie dringend dieser Protest ist, zeigen Äußerungen von führenden Koalitionspolitikern, die bereits wieder vom atomkritischen Kurs der letzten Wochen abrücken. Und auch RWE-Chef Jürgen Großmann nutzte die Entgegennahme des peinlichsten Umweltpreises dem "Dinosaurier des Jahres" dazu, sich nach wie vor für die "Brückentechnologie" Atomkraft während der Übergangszeit zu einem sauberen Energiemix stark zu machen und die RWE-Klage gegen die vorläufige Abschaltung der Reaktoren Biblis A und B mit der Notwendigkeit für "klare gesetzliche Grundlagen" zu verteidigen.

In Nordrhein-Westfalen fand die Großdemonstration gegen Atomkraft an der Urananreicherungsanlage Gronau statt. Sie ist die einzige kommerzielle Anlage in Deutschland zur Herstellung von angereichertem Uran als Brennstoff für Atomkraftwerke. Ein passender Ort also, um für den Atomausstieg zu demonstrieren. Der NABU Oberberg und der NABU Siegen-Wittgenstein waren mit von der Partie.

mehr Eindrücke von der Demo in Gronau

NABU fordert Konsequenzen für die Region

Bau der neuen Atomkraftwerke Borssele 2 und 3 in den Niederlanden stoppen | Pannenmeiler Tihange in Belgien muss vom Netz

AKW Tihange in Belgien Foto: wikipedia/Hullie

Tihange in Belgien

15. März 2011 - Angesichts der verheerenden Naturkatastrophe in Japan und dem sich abzeichnenden Super-GAU in mehreren Atomkraftwerken hat der NABU Konsequenzen nicht nur für die Politik in Deutschland, sondern auch ganz konkret in der Grenzregion NRW/Niederlande/Belgien gefordert. "Schon die bislang vorliegenden Informationen aus Japan zeigen, dass auch die angeblich sichersten Atomkraftwerke der Welt nicht beherrschbar sind und sich die Risiken mit dem Alter der Meiler massiv erhöhen", so Claus Mayr, Vorsitzender des NABU Aachen.

Das bedeute vor allem, dass die verantwortlichen Politiker sich auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene noch stärker gegen den Bau der neuen Atomkraftwerke Borssele 2 und 3 in den Niederlanden, nur ca. 200 km westlich, also in Hauptwindrichtung von Aachen, engagieren müssten. Zudem müsse auch die geplante Laufzeitverlängerung des belgischen Pannen-Meilers Tihange bei Huy, ca. 80 km westlich von Aachen, nochmals hinterfragt werden. Tihange ist, wie die jetzt betroffenen Meiler in Japan, über 30 Jahre alt und sollte eigentlich 2015 abgeschaltet werden. Mayr: "Dass die belgische Regierung jetzt im 20 Kilometer-Umkreis um Tihange Jod-Tabletten verteilen lässt, beweist die Gefahr dieses Pannen-Meilers und belegt gleichzeitig die Hilflosigkeit der Politik!"

Ant-Atom-Mahnwache in Bochum am 14.03.2011 Foto: NABU Bochum

An den gestrigen Mahnwachen haben sich unter anderem in Aachen, Borken, Bochum und Krefeld auch NABU-Gruppen beteiligt.

Auch in Doel bei Antwerpen, etwa 170 Kilometer westlich von Aachen und des Großraums Düsseldorf, stünden ähnlich alte Reaktoren. Vorrangig wäre daher jetzt, zumindest EU-weit einheitliche Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke zu beschließen. Längerfristig müsse auch der Euratom-Vertrag aus dem Jahre 1957 infrage gestellt werden. "Es ist nicht länger akzeptabel, dass die Atomindustrie immer noch mit Steuergeldern subventioniert wird, wenn eine überwältigende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger diese Risikotechnologie ablehnt und Alternativen vorhanden sind", so Mayr.


Was die deutsche Atompolitik beträfe, sei es zwar zu begrüßen, dass Bundesumweltminister Norbert Röttgen angesichts des Super-GAU in Japan bereits am Samstag betont habe, dass Deutschland seinen Weg in die Erneuerbaren Energien noch weiter beschleunigen müsse und das Kanzlerin Merkel ein dreimonatiges Moratorium zur Laufzeitverlängerung sowie die sofortige, aber eben nur vorübergehende Abschaltung der sieben ältesten Meiler verkündete. Dies sei aber nicht genug, kritisierte Mayr: „Die bisherigen Beschlüsse lassen greifbare, konkrete Konsequenzen für die Atompolitik in Deutschland vermissen. Wir brauchen jetzt den schnellst möglichen ´Wiedereinstieg in den Ausstieg´!" Der Ausstiegsbeschluss der ehemaligen Rot/Grünen Bundesregierung habe bewiesen, dass ein sofortiges Abschalten der ältesten Schrottreaktoren in Deutschland möglich sei, ohne dass die von der Atomlobby geschürten Ängste vor „Licht aus"-Szenarien einträten. "Diese Meiler müssen nun ohne Wenn und Aber endgültig vom Netz gehen", so Mayr.

Kontakt: Claus Mayr, Vorsitzender NABU Aachen, mobil: 0172 / 596 60 98

Weitere Infos
Zu Pannen in Tihange siehe zum Beispiel de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Tihange

Am vergangenen Montag haben sich in 450 Orten in Deutschland mehr als 100.000 Menschen an Mahnwachen beteiligt. Für den 21.03. sind erneut zahlreiche Mahnwachen geplant. Mehr dazu unter www.ausgestrahlt.de

Den Ausstiegs-Appell von Campact unterzeichnen:

Appell Atomkraft abschalten

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