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Natur braucht Rückzugsflächen
Natur braucht Rückzugsflächen
NABU fordert 10 Prozent „ökologische Vorrangflächen“ in der Landwirtschaft
11. Mai 2011 -
Anlässlich der heutigen Diskussionen über die zukünftige Ausrichtung der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftspolitik im Umweltausschuss fordert der NABU NRW erneut die Einführung von sogenannten „ökologischen Vorrangflächen“ auf zehn Prozent der Fläche eines landwirtschaftlichen Betriebs. Nur so ließe sich die heimische Artenvielfalt der Kulturlandschaft erhalten und der anhaltende Rückgang bedrohter Arten der Feldflur stoppen. „Nur eine vielfältige Landschaft kann das Überleben von gefährdeten Arten gewährleisten. Landwirte dürfen deshalb in Zukunft nur noch Fördergelder bekommen, wenn sie gleichzeitig mehr für Natur und Umwelt tun“, sagt Josef Tumbrinck Vorsitzender des NABU-Landesverbandes in NRW.
Ein wichtiges Mindestkriterium dafür müsse zukünftig das Vorhandensein von „ökologischen Vorrangflächen“ sein. Hierzu gehörten Landschaftselemente wie Hecken, Feldraine oder Kleingewässer sowie Buntbrachen, Ackerrandstreifen oder extensives Grünland. Die Vorrangflächen sollen der Bestandssicherung rapide abnehmender Arten der Feldflur wie Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche sowie der Sicherung bisher naturverträglich genutzter und artenreicher Flächen dienen. Darüber hinaus leisteten sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Gewässern vor landwirtschaftlichen Stoffeinträgen. Sinnvoll sei aus Sicht des NABU zudem, bisher strittige Flächen der Kulturlandschaft wie Heiden oder Deiche in ein zukünftiges Prämiensystem mit einzubeziehen, wie es die CDU-Landtagsfraktion fordert.
Nach Auffassung des NABU versuche die EU-Agrarpolitik bislang weitgehend erfolglos, einen nachhaltigen Schutz von Natur und Umwelt zu erreichen. Beispiele aus zahlreichen Regionen zeigten, dass mit Hilfe pauschaler Flächenförderungen von über 300 Euro pro Hektar vielfach eine naturschädigende Produktion unterstützt werde. Das Prinzip der ökologischen Vorrangflächen sei die Voraussetzung für die Schaffung vielfältiger und naturverträglicher Kulturlandschaften und böte eine wichtige Legitimierung der Brüsseler Direktzahlungen.
„Die Einführung eines ökologischen Sicherheitsnetzes wäre ein wichtiger Beitrag gegen die Verarmung unserer Kulturlandschaft und könnte die gesellschaftliche Akzeptanz der Landwirtschaft erheblich verbessern“, so Tumbrinck weiter. Im Rahmen der zurzeit anstehenden EU-Agrarreform begrüße der NABU NRW daher ausdrücklich das Engagement von Umweltminister Remmel im Agrarministerrat der Länder und in Brüssel für eine Weichenstellung hin zu einer nachhaltigen Agrarpolitik.
Für Rückfragen:
Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0171 – 38 67 379
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NABU-Papier zu den ökologischen Vorrangflächen
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