Nordrhein-Westfalen.NABU.de Themen Landwirtschaft
Landwirtschaft contra Naturschutz
Klage gegen Putenmastanlage eingereicht
Umweltverträglichkeitsprüfung fehlt | Genehmigungspraxis im Kreis Kleve ist fragwürdig

Gegen die geplante Erweiterung der Putenmastanlage Schlüter von derzeit 35.000 Puten auf über 55.000 Tiere mitten im Naturschutzgebiet Düffel und damit auch mitten im EU-Vogelschutzgebiet „Unterer Niederrhein“ hat der Naturschutzbund NABU NRW nun Klage vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf eingereicht. Der Trend zu immer intensiverer Landwirtschaft mit industrieller Massentierhaltung gefährdet die Natur, Schutzgebiete und letztendlich die Gesundheit der Menschen massiv. Hier gilt es endlich ein Stoppzeichen zu setzen, dass auch von überregionaler Bedeutung ist.
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Kaum noch Wiesen und Weiden in NRW
Wertvolles artenreiches Grünland massiv gefährdet | NABU fordert absolutes Umbruchverbot

In der vor kurzem vom NABU und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege veröffentlichten Studie zum Erhalt wertvollen Naturschutzgrünlandes weist der NABU auf den anhaltend hohen Verlust an Grünland hin. Besonders dramatisch sei die Situation in Nordrhein-Westfalen. Trotz der seit Anfang des Jahres geltenden Grünlanderhaltungsverordnung sei es der Landesregierung bisher nicht gelungen, wertvolles Grünland nachhaltig zu schützen. Zögerliches in Kraft setzen der Verordnung von Seiten des Landes und eine gezielt gegen die Interessen des Naturschutzes agierende Landwirtschaftskammer hätten vielen Landwirten genügend Zeit verschafft, vorsorglich Grünlandflächen umzubrechen. Im Ländervergleich 2011 habe NRW damit den größten Grünlandverlust bundesweit zu beklagen.
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Natur braucht Rückzugsflächen
NABU fordert 10 Prozent "ökologische Vorrangflächen" in der Landwirtschaft | EU-Agrareform muss Sicherheitsnetz schaffen

Auch die Agrarpolitik in NRW ist immer stärker von der EU-Agrarpolitik bestimmt. Der NABU NRW setzt sich auf allen Ebenen für die Verwirklichung einer naturnahen, ressourcenschonenden Landnutzung ein, die den Erhalt der Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft garantiert. Nur eine vielfältige Landschaft kann das gewährleisten. Landwirte sollten deshalb in Zukunft nur noch Fördergelder bekommen, wenn sie gleichzeitig mehr für Natur und Umwelt tun. Ein wichtiges Mindestkriterium dafür müsse zukünftig das Vorhandensein von „ökologischen Vorrangflächen“ sein.
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NABU fordert Kehrtwende in der Agrarpolitik
NRW-Qualitätsprodukte für die Region statt Massenproduktion für den Weltmarkt

Etwa die Hälfte des Landesfläche von Nordrhein-Westfalen wird von landwirtschaftlicher Nutzfläche eingenommen. Allein dies ist ein Hinweis darauf, wie bedeutsam die Landwirtschaft für den Natur- und Artenschutz ist. Doch die landwirtschaftliche Flächennutzung in NRW ist einem enormen Wandel unterworfen. „Innerhalb weniger Jahre sind Flächenstillegungen fast komplett verschwunden, das Grünland hat um mindestens fünf Prozent abgenommen und der intensive Maisanbau zur Nutzung in Biogasanlagen ist rapide ausgeweitet worden“, so Josef Tumbrinck Vorsitzender des NABU-Landesverbandes. Mit verheerenden Auswirkungen auf die Biodiversität. Der NABU NRW erwarte von der kommenden Landesregierung deshalb eine deutliche Kehrtwende in der Ausrichtung der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftspolitik.
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Naturschützer schlagen Alarm
Artenvielfalt in der Agrarlandschaft durch Brachflächenschwund stark bedroht
15. August 2008 -
Der NABU NRW warnt vor einem dramatischen Bestandesrückgang bei Arten der Agrarlandschaft. Die Bestände von Feldlerche, Rebhuhn und Grauammer gingen seit Jahren kontinuierlich zurück. Vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft und der Flächenverbrauch durch Bebauung führten zu diesen massiven Verlusten. Seit Herbst letzten Jahres werden zudem aufgrund eines EU-Beschlusses zur Aufhebung der Stilllegungspflicht Brachflächen in großer Zahl wieder unter den Pflug genommen. Erste Erhebungen des Statistischen Bundesamtes bestätigen die schlimmsten Befürchtungen: In ganz Deutschland ging innerhalb eines Jahres mit rund 340.000 ha die Hälfte der Stilllegungsflächen verloren, in Nordrhein-Westfalen waren es mit 27.376 ha sogar 63% der Brachflächen. "Umweltminister Uhlenberg muss diesen Trend in NRW sofort durch geeignete Gegenmaßnahmen stoppen, um den drohenden Verlust der biologischen Vielfalt unserer Agrarlandschaft noch zu verhindern", so Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Zur Pressemeldung
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Hennen droht weiterhin Knast
NABU lehnt so genannte Kleinvoliere ab
29.03.2006 Das eigentlich schon beschlossene Verbot der sogar vom Bundesverfassungsgericht als tierquälerisch und nicht artgerecht betrachteten Käfighaltung von Legehennen soll aufgeweicht werden. Nordrhein-Westfalen hat zusammen mit Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern am 29.03.06 dem Agrarausschuss des Bundesrates vorgeschlagen, die 2002 von der ehemaligen Ministerin Renate Künast erlassene Legehennenverordnung zu ändern. NRW-Landwirtschaftsminister Uhlenberg versucht, gemeinsam mit seinen Länderkollegen aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, als Alternative die so genannte Kleinvoliere durchzusetzen. Der NABU sieht in diesen "ausgestalteten Käfigen" eine Fortsetzung der tierquälerischen Haltung durch die Hintertür und fordert von der Landesregierung, sich nicht zu Knechten der Agrarlobby machen zu lassen und die Bestrebungen einzustellen.
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Todesurteil für Feldhasen, Rehe und Rebhühner stoppen!
Mähverbot auf Brachflächen während Brut- und Aufzuchtzeit darf nicht fallen
22.02.2006 Der Naturschutzbund NABU hat an Umwelt- und Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg appelliert, sich im Bundesrat dafür einzusetzen, dass die geltenden Regelungen zur Pflege von stillgelegten Ackerflächen beibehalten werden. Laut Gesetz dürfen Landwirte in der Zeit vom 1. April bis 15. Juli - also während der Brut und Aufzucht vieler Wildtierarten - ihre Brachflächen weder mähen noch mulchen. Die Länder Baden-Württemberg und Hessen wollen nun mit einer Initiative im Bundesrat erreichen, dass dieser Sperrzeitraum aufgehoben wird und die Flächen zudem jährlich gemulcht werden müssen. Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen fordern eine Verkürzung des Sperrzeitraums um einen Monat auf den 15. Juni sowie die Einführung der Mulchpflicht. Diesem "Kompromissvorschlag" will sich nun auch Nordrhein-Westfalen anschließen. Als Grund wird die unkontrollierte Ausbreitung von Unkräutern während der Sperrfrist angeführt. NABU-Landwirtschaftsexperten halten diese Argumentation für vollkommen überzogen.
"Wer das bisher bestehende Verbot kippt, unterzeichnet das Todesurteil für Tausende junge Feldhasen, Rehe und gefährdete Bodenbrüter wie Feldlerche, Wachtel oder Rebhuhn", warnt der NABU-Landesvorsitzende Josef Tumbrinck. Junghasen und Rehkitze seien durch frühes Mähen oder Mulchen besonders gefährdet, weil sie sich die meiste Zeit des Tages regungslos in einer Mulde verstecken und auf ihre Elterntiere warten würden. Diese Jahrhunderte alte Überlebensstrategie würde den Tieren zum Verhängnis. "Weder Hasen und Rehe noch Jungvögel haben eine Chance gegen die scharfen Messer der Mähmaschinen", so Tumbrinck. Die Jungtiere finden in den Mähwerken einen grausigen und blutigen Tod. Insgesamt kommen nach Schätzungen von Experten jährlich etwa eine halbe Million Wildtiere allein durch den Einsatz von Mähmaschinen ums Leben. Aus ornithologischer Sicht sei auch ein Vorziehen des Sperrzeitraums nicht akzeptabel, da zahlreiche bedrohte Bodenbrüter zu den Spätbrütern gehörten und unmittelbar betroffen wären (z.B. Grauammer, Wachtel, Wachtelkönig, Braunkehlchen).
Der NABU fordert Minister Uhlenberg daher auf, die vorliegende Bundesratsinitiative nicht zu unterstützen. "Brachflächen müssen in ihrer Funktion als Rückzugsräume in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft erhalten bleiben. Sie sind ein wichtiger Lebensraum, weil sie vielen bedrohten Arten als Nahrungsquelle und Deckung dienen. Das Mäh- und Mulchverbot zu kippen, würde den Artenschwund in unserem Land noch weiter vorantreiben", erklärt Tumbrinck. Weder darf die Sperrfrist fallen, noch darf es eine jährliche Mulchpflicht geben. Hier könne durch eine Maßnahme, die niemandem schadet viel erreicht werden. Gerade die im Land ohnehin zurückgehende Artenvielfalt der offenen Agrarlandschaft würde durch den Wegfall oder die Verkürzung der Zeitbegrenzung noch weiter beschleunigt und verschärft.
Stellungnahme zur Sperrfrist für Pflegemaßnahmen auf Stilllegungsflächen (PDF, 100 KB)
Gemeinsam gegen Flächenverbrauch
Historische Allianz der Landwirtschafts- und Umweltverbände
Die Landwirtschafts- und Umweltverbände des Landes Nordrhein-Westfalen wollen künftig gemeinsam gegen die immense Inanspruchnahme von Freiflächen zugunsten einer Ausweitung von Siedlungs-, Abgrabungs- und Verkehrsflächen vorgehen und partnerschaftlich die Planung und Umsetzung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen optimieren. Das erklärten Vertreter des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes und des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes sowie der nordrhein-westfälischen Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) sowie Naturschutzbund Deutschland (NABU) im Dezember 2003 in Düsseldorf. Zur Pressemeldung
Die gemeinsame Erklärung der Landwirtschafts- und Umweltverbände NRW

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