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Recycling
Der NABU zeigt Recyclingprellern die Rote Karte
Naturschützer fordern eine umwelt- und verbraucherfreundliche Verpackungsentsorgung
31.03.06 Mit einer bundesweiten Aktion hat der Naturschutzbund NABU auf die bedrohliche Entwicklung beim Verpackungsrecycling reagiert. "Immer mehr Unternehmen aus Industrie und Handel entziehen sich ihrer Verantwortung für eine umweltgerechte und verbraucherfreundliche Entsorgung von Verpackungen. Damit gefährden sie die seit 15 Jahren bestehende haushaltsnahe Wertstoffsammlung", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. In zahlreichen deutschen Städten waren am Freitag, den 31. März 2006, Mitglieder des NABU unterwegs, um Recyclingprellern die Rote Karte zu zeigen.
Aktion bei eismann in Mettmann
Die Aktion weist auf die fehlende Praktikabilität und Effizienz der von Handel und Industrie zunehmend gewählten Selbstentsorgerlösungen für Endverbraucherverpackungen hin. Auch in Mettmann war die Naturschutzjugend im NABU am Freitag in Sachen Verpackungen unter-wegs. Die Naturschutzjugend NRW hat gesammelte leere Verpackungen beim Tiefkühlkostlieferanten eismann Tiefkühl-Heimservice GmbH & Co. KG zurückgegeben, um damit Missstände bei der Selbstentsorgung von Verpackungen aufzuzeigen. "Verbraucher wählen Tiefkühllieferanten, weil es praktisch ist. Aber eine Rückgabe der Verpackungen an eine Rückgabestation 10 Kilometer vom Haushalt entfernt hat nichts mit Praktikabilität zu tun. Eine Firma, die laut eigener Aussage die Produktverantwortung ernst nimmt, müsste den Verbrauchern einfachere und effizientere Möglichkeiten zur Rückgabe ihrer Verpackungen anbieten", so Stefan Wenzel von der Naturschutzjugend NRW und Leiter der Rückgabeaktion in Mettmann.
Kosten werden auf das Duale System abgewälzt
Zu den so genannten Selbstentsorgern zählen viele Drogeriemärkte, Internethändler und der Direktvertrieb von Tiefkühlkost. Selbstentsorger beteiligen sich nicht an der haushaltsnahen Sammlung, sondern fordern die Verbraucher auf, Verpackungen in die Geschäfte oder an spezielle Rückgabestationen zurückzubringen. Die relevanten Informationen stehen dabei - wenn überhaupt - oft nur im Kleingedruckten oder auf unauffälligen Hinweisschildern. "Die Realität sieht anders aus: Fast alle gebrauchten Verpackungen landen in den Wertstoff- oder Restmülltonnen. Die Kosten bleiben an den dualen Systemen und Kommunen hängen, und das bedeutet letztlich das Aus für ein umweltfreundliches Verpackungsrecycling", so der Bundesgeschäftsführer Miller. Der NABU weist in diesem Zusammenhang auf Lücken in der Verpackungsverordnung hin. Verpackungen, die an Verbraucher abgegeben werden, müssten auch nachweislich verwertet werden. Ein virtueller Handel mit Abfallmengen untergrabe die Produzentenverantwortung und schade der Umwelt.
Kontakt
Maria Elander, NABU-Referentin für Nachhaltigkeit und Umweltpolitik
Tel. 030 - 28 49 84-40
E-Mail: maria.elander@nabu.de
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