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Orkanschäden
NABU fordert Zukunftsplan Wald
Auswirkungen des Klimawandels bei der Bewältigung der Sturmschäden berücksichtigen
26.03.2007 Anlässlich der morgen von der Landesregierung anberaumten Regionalkonferenz Südwestfalen, auf der eine aktuelle Lageeinschätzung zu den von Kyrill verursachten Waldschäden erfolgen und der Handlungsbedarf geklärt werden soll, hat der NABU NRW Umweltminister Uhlenberg erneut auf die aus seiner Sicht erforderlichen Schritte hingewiesen und einen Zukunftsplan Wald gefordert. "Wir erwarten, dass das Umweltministerium Grundlagen für eine moderne Forstwirtschaft erarbeitet, die den durch den Klimawandel geänderten Anforderungen an eine Brennholzproduktion und eine ökologische Waldwirtschaft im Staatswald gerecht werden", so Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Hierzu böten die großflächigen Sturmschäden eine einmalige Chance. "Was wir nicht brauchen ist schneller Aktionismus, wie er sich insbesondere zum Thema Wiederaufforstung andeutet."
Ziel: Gesunde Mischwaldbestände
Der Zukunftsplan Wald müsse vor allem klären, auf welchen Standorten die Buche als prägende mitteleuropäische Laubbaumart auch weiterhin Zukunft hat und wo über andere heimische Arten wie die Traubeneiche nachgedacht werden müsste. Auch den Einsatz von gebietsfremden Baumarten wie der Douglasie lehne der NABU nicht grundsätzlich ab, hier sei aber sehr überlegtes Handeln erforderlich. "Wichtig sei die großflächige Wiederherstellung gesunder Mischwaldbestände aus möglichst einheimischen Laub- und Nadelbaumarten", erklärt Tumbrinck. Experimente mit fremdländischen Arten, wie beispielsweise der Küstentanne seien aus Sicht des NABU dagegen wenig sinnvoll. Wo Schäden in FFH-Gebieten und Schutzgebieten entstanden seien, müsse zudem die Frage gestellt werden, ob auf den Staatswaldflächen die Chance genutzt werden sollte, einzelne Flächen nicht wieder aktiv aufzuforsten, sondern diese vollständig der Natur zu überlassen.
Kritisch sieht der NABU die Überlegungen zur Finanzierung der nach dem Landesforstgesetz vorgeschriebenen Wiederaufforstungen. "Für die Wiederaufforstung von Flächen nach Sturmschaden mit Nadelholz Ausgleichsgelder zu verwenden entspricht nicht dem vorgesehen Zweck dieser Gelder und wäre gesetzeswidrig", so der NABU Landesvorsitzende. Dies würden die Naturschutzverbände so nicht hinnehmen. Zudem müsse überlegt werden, wie und mit welchen Baumarten zukünftig der Brennholzbedarf bei Schaffung einer Win-Win Situation für Ökonomie und Ökologie gedeckt werden könne. Der aus all diesen Überlegungen entwickelte Maßnahmenkatalog für den Staatswald müsse dann in Empfehlungen für den Privatwald münden. "Wir sind uns sicher, dass sich diese Gedanken auch den Waldeigentümern vermitteln lassen, besteht deren Sorge ja auch zunächst darin, Schäden zu beseitigen und zukünftig zu verhindern", sagt Tumbrinck.
Obstwiesen berücksichtigen
Außerdem bekräftigt der NABU seinen Appell an Minister Uhlenberg, die dringend erforderlichen Nachpflanzungen auf den ebenfalls von Kyrill stark geschädigten Obstwiesen zu unterstützen. Auch hier müsse im nächsten Winter eine Kraftanstrengung erfolgen, um die Wiesen schnell wieder zu begründen. Leider seien aber die Fördermittel für den Naturschutz im Jahr 2007 auf Null gesetzt worden. Tumbrinck: "Es ist dringend erforderlich, diese Mittel ab dem Haushalt 2008 generell wieder für Maßnahmen des Naturschutzes aufzustocken und für ein Sonderprogramm Obstwiesenschutz davon mindestens 100.000 bereitzustellen. Unsere NABU-Gruppen stehen mit ihren Ehrenamtlichen für die Nachpflanzungen zur Verfügung."
Obstwiesen regional stark geschädigt
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