Nordrhein-Westfalen.NABU.de Themen Wald Waldschadensberichte

Waldzustandsbericht NRW 2010

Klimawandel und Übernutzung setzen dem Wald zu

NABU: Schaffung von Wildnisgebieten ist aktiver Klimaschutz

Hitzeverfärbung Buche

Angesichts des schlechten Zustandes des Waldes in NRW begrüßt der NABU die von der neuen Landesregierung angekündigten konsequenteren Maßnahmen zur Anpassung des Waldes an den Klimawandel. Die Schaffung von Wildnisgebieten wie Nationalparken sei ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Die von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sowie der Holzwirtschaft vor kurzem geäußerte Kritik an der Ausweisung eines Nationalparks in Ostwestfalen und den neuen Wildnisgebieten in NRW weist der NABU dagegen als fachlich völlig falsch zurück. Verstärkter Einschlag und die Energieholzgewinnung würden die heimischen Wälder deutlich beeinträchtigen. Dabei habe die Entnahme von wertvollen Althölzern auch vor Schutzgebieten nicht halt gemacht. Diese Praxis zu unterbinden und wieder für mehr Wildnisgebiete in NRW zu sorgen, sei im ausklingenden Jahr der Biodiversität daher ein längst überfälliger Schritt. Die neue Landesregierung und Minister Remmel hätten außerdem mit den Vorbereitungen für die Ausweisung des zweiten NRW-Nationalparks im Bereich Teutoburger Wald/Senne den richtigen Weg eingeschlagen. Zur Pressemeldung.

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Waldzustandsbericht NRW 2009

NABU fordert Neuausrichtung von Landesforstpolitik und Waldbewirtschaftung

Kiefernwald

04. November 2009 - Angesichts der gestern von Umweltminister Uhlenberg vorgestellten aktuellen Zahlen zum Zustand des nordrhein-westfälischen Waldes mahnt der NABU konsequentere Maßnahmen zum Schutz des Waldes an, denn Klimawandel, Nutzungsdruck und Schadstoffeinträge setzten dem Wald zu. So seien zwei Drittel des Waldes nach wie vor mehr oder weniger stark geschädigt. Sorge bereite dem NABU insbesondere die beiden wichtigsten heimischen Laubbaumarten Buche und Eiche. Ihnen gehe es weiterhin schlecht, nur jeweils ein Viertel der untersuchten Baumkronen dieser Baumarten zeigten keine Schäden. „Dem Wald geht es nicht besser, bloß weil Fichte und Kiefer sich etwas erholt haben“, so Ute Röder, Waldexpertin des NABU NRW. Um eine nachhaltige Gesundung des Waldes zu ermöglichen, sei eine völlig neue Ausrichtung der Landesforstpolitik und der Waldbewirtschaftung erforderlich. Zur Pressemeldung.

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Kein Grund zur Entwarnung

Naturnahe Waldbewirtschaftung sollte oberstes Prinzip sein

Buchenwald Herbst gegen Himmel

Die Waldzustandsberichte der letzten Jahre geben keinen Anlass zur Entwarnung. Dem Patienten Wald geht es weiterhin schlecht. Eine Gesundung ist nicht absehbar, weil die Ursachen für das Waldsterben nicht konsequent angegangen werden. Naturnahe Waldbewirtschaftung mit standortgerechten Waldgesellschaften sollte oberstes Prinzip sein. Zudem müsste der Schadstoffeintrag dauerhaft reduziert werden. Neben dem Übermaß an Fichtenkulturen und der Bodenschädigung durch zunehmenden Maschineneinsatz im Wald würden die zu hohen Stickstoff- und Ammoniakeinträge aus Intensiv-Landwirtschaft, Verkehr und Industrie die Waldökosysteme massiv beeinträchtigen. Mit dem Klimawandel sei der Wald zudem neuen Stressfaktoren ausgesetzt.

Waldzustandsbericht 2008

Waldzustandsbericht 2007

Waldzustandsbericht 2006

Zustand des NRW-Waldes weiterhin kritisch

Buchen haben sich etwas erholt

Buchenwald im Mai

07.11.05 Dem nordrhein-westfälischen Wald geht es in diesem Jahr insgesamt etwas besser als im letzten Jahr - so der Tenor der Pressemeldung des Umweltministeriums zur Veröffentlichung des aktuellen Waldzustandsberichtes für NRW: Danach ist die Zahl der deutlich geschädigten Bäume seit 2004 um vier Prozentpunkte auf 25 Prozent gesunken. Der generelle positive Trend wird nahezu ausschließlich durch die starke Erholung der Buche bestimmt, bei der sich die deutlichen Schäden durch die Witterungsextreme der Jahre 2002 und 2003 um 14 auf 35 Prozentpunkte verringert haben. Auch die Zahl aller gesunden Bäume hat in den letzten drei Jahren um jeweils ein Prozentpunkt auf 30 Prozent leicht zugenommen. Entscheidend dazu beigetragen haben die günstige Witterung ohne starke Extreme und der im Allgemeinen geringe Insektenbefall. Der Zustand des Waldes in NRW ist jedoch unverändert labil.

Waldzustandsbericht 2005

Der Waldzustandsbericht 2005 der Bundesregierung

Erschreckender Zustand der NRW-Wälder

NABU: Schadstoffeinträge sind nach wie vor zu hoch

Buchenwald

09.12.04 Angesichts der alarmierenden Zahlen im aktuellen Waldzustandsbericht auch für NRW fordert der Naturschutzbund NABU konsequentere Maßnahmen gegen Luftverschmutzung und die Ursachen von Ozonbelastungen und Klimaveränderungen zu ergreifen. "Besonders erschreckend ist, dass die Zahl der Waldbäume, die deutlich sichtbare Schäden zeigen, weiter gestiegen ist", sagt Dr. Ute Röder, Waldexpertin des NABU NRW. Mit 29 Prozent sei nahezu ein Drittel des Waldes geschädigt. Damit sei der zweithöchste Stand seit Erfassung der Waldschäden vor 20 Jahren erreicht. "Insbesondere die Entwicklungen bei der Buche geben Anlass zur Sorge", so Röder weiter. Jeder zweite Baum würde deutlich Kronenschäden vorweisen. Hier zeige sich, dass ein über Jahrzehnte geschwächter Organismus nicht mehr widerstandsfähig genug sei, um außergewöhnliche Klimaereignisse wie den trockenen Sommer 2003 zu verkraften. "Gesunde Buchen schaffen dies ohne Probleme", erklärt Röder.

Wald steht unter Dauerstress

Bruchwald Davert

Die Stress-Symptome des Waldes seien aber keinesfalls nur auf den Extremsommer 2003 zurückzuführen. Auch Ozon, das vor allem für die Schäden an den Laubbäumen verantwortlich sei, spiele eine bedeutende Rolle. Daher müssten der Schadstoffausstoß und der Durchschnittsverbrauch neuer Fahrzeuge gesenkt werden. "Aber auch Land und Verbraucher sind hier in der Pflicht", so Röder. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sei wesentliche Voraussetzung, den Verbraucher dazu zu bewegen auf das Auto zu verzichten und so zur Senkung der Schadstoffmenge beizutragen. "Ein weiteres erhebliches Problem stellten die nach wie vor hohen Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft dar, die unbedingt reduziert werden müssten", so Röder. Ein immer wieder gepriesenes Instrument zur Stabilisierung des Waldzustandes, die Wald-Kalkung, ist laut Ansicht des NABU ein Kurieren von Symptomen. Der Kalk neutralisiert den sauren Regen, also Nachwirkungen der Stoffeinträge der letzten Jahrzehnte, hilft aber nicht gegen die aktuelle Überdüngung des Waldbodens durch Stickstoffeinträge.

Naturnahe Wälder sind widerstandsfähiger

Buchenwald

Röder: "Naturnahe und ökologisch stabile Wälder sind die beste Voraussetzung für einen gesunden Wald. Daher muss eine naturnahe Waldwirtschaft das oberste Ziel der anstehenden Novelle des Bundeswaldgesetzes sein. Der Staatswald in NRW würde bereits naturnah bewirtschaftet. Dies könnten Verbraucher fördern, indem Sie beim Kauf von Holzprodukten auf FSC-zertifizierte Produkte zurückgreifen würden. " Eine weitere Voraussetzung für den Umbau der Forste in naturnahe und ökologisch stabile Wälder ist die baldige Reform des Bundesjagdgesetzes", erklärt die NABU-Waldexpertin. So könnten weitere schwächende Einflüsse wie etwa die überhöhten Schalenwildbestände auf ein tragbares Maß reduziert werden. Nur wenn die Wilddichte nicht zu hoch sei, hätte der Wald eine Chance sich natürlich zu verjüngen. Für unverzichtbar hält der NABU zudem die Ausweisung von mehreren großen Waldnaturschutzgebieten ohne jede forstwirtschaftliche Nutzung. Wenn schon die Buche als typische Baumart in NRW Klimaschäden erleide, dann sei es von großer Bedeutung unbeeinflusste Beobachtungsräume in den verschiedenen Regionen einzurichten. Nur in solchen Wald-Naturschutzgebieten könne erfasst werden, wie sich die Natur auf die Klimaveränderung einstelle und welche Baumarten sich durchsetzen würden. Diese Erkenntnisse seien für eine Vermeidung von Waldschäden und für eine rentable Forstwirtschaft in Zukunft unverzichtbar.

Waldzustandsbericht 2004

Der Waldzustandsbericht 2004 der Bundesregierung

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