Nordrhein-Westfalen.NABU.de Themen Windkraft
Zukunft der Windenergie in NRW
Mehr Klimaschutz in NRW
NABU begrüßt Inkrafttreten des neuen Windenergieerlasses

Der NABU begrüßte den heute von der Landesregierung vorgestellten neuen Windenergie-Erlass als wichtigen Baustein auf dem Weg zu mehr Klimaschutz in NRW. Damit würde die rein ideologisch motivierte Blockade des Ausbaus der Windenergie durch die Vorgängerregierung endlich aufgehoben. Insbesondere zeigte sich der NABU damit zufrieden, dass es in Naturschutzgebieten und in für den Naturschutz bedeutsamen Gebieten weiterhin keine Windenergienutzung geben werde und eine regionalplanerische Steuerung der Ausweisung von Windkraft-Vorranggebieten vorgesehen sei. Der naturverträgliche Ausbau der erneuerbaren Energien fände daher die volle Zustimmung des NABU, müsse aber einhergehen mit ebenso großen Anstrengungen zur Steigerung der Energieeffizienz und Reduzierung des Energieverbrauchs.
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NABU stimmt für Ausbau der Erneuerbaren
Delegierte verabschieden Positionspapier in Aachen
03. Oktober 2010 -
In diesem Jahr trafen sich rund 200 Delegierte der nordrhein-westfälischen Kreis- und Stadtverbände am 3. Oktober in Aachen. Aus erster Hand informierte der neue Umweltminister Johannes Remmel die NABU-Naturschützer zur zukünftigen Ausrichtung der Naturschutzpolitik des Landes und stand den Delegierten Rede und Antwort. Im Anschluss wurde das neue NABU-Positionspapier zum Ausbau der Energiegewinnung aus Wind und Biomasse ausführlich diskutiert und überarbeitet und letztendlich mit nur fünf Gegenstimmen verabschiedet.
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NABU-Position zum Ausbau der Erneuerbaren Energien
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Windenergie in NRW
NABU überarbeitet Windkraftposition
15. Oktober 2009 -
Die Windenergie hat in den letzten 20 Jahren eine beispiellose Entwicklung erlebt: Dank der Einführung des Stromeinspeisungsgesetzes 1991 und dessen Nachfolger, das heutige Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), drehten sich Ende 2006 bundesweit 18.685 Anlagen mit einer Nennleistung von über 20.000 Megawatt, 2008 waren es 20.301 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 23.903 Megawatt. In NRW waren Ende 2008 etwa 2.150 Windkraftanlagen (WKA) mit einer installierten Leistung von 2.678 MW in Betrieb. Der Windstromanteil am Bruttostromverbrauch betrug 3,0 % (bundesweit: 7,0 %). Im Vergleich mit den übrigen Bundesländern rangiert NRW in Bezug auf die installierte Leistung aktuell auf Platz 5 (gegenüber Platz 4 im Vorjahr und Platz 3 in 2005). Zwischen 2000 und 2005 stieg die installierte WKA-Leistung von 644 auf 2.221 MW (+ 1.577 MW); seit 2006 bis 2008 betrug der Zubau 457 MW. Gemessen am Anteil der Windenergie am Bruttostromverbrauch rangiert NRW auf Rang 9 aller Bundesländer (1).
Experten führen den geringen Leistungszuwachs der letzten Jahre u.a. darauf zurück, dass an vielen Standorten aufgrund von Höhenbegrenzungen und anderen nicht technisch bedingten Restriktionen Neuanlagen mit geringer Leistung installiert und das Repowering verhindert wurde. Trotz guter Standorteignung stellt NRW im bundesweiten Vergleich mit 7,5 % nur einen geringen Anteil des nationalen Wachstums (2). Nach Ansicht des NABU NRW die mehr als deutliche Auswirkung des so genannten Windkrafterlasses der CDU-FDP-Regierung aus 2005 mit seiner Absicht „die Privilegierung der Windkraftanlagen im Baugesetzbuch des Bundes außer Kraft zu setzen“.
Dabei will die Landesregierung gemäß ihrer so genannten Energie- und Klimaschutzstrategie (3) den Beitrag der Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung bis 2020 auf 20 TWh (entspricht 12%) gegenüber 2005 mehr als verdoppeln. Ohne einen massiven Ausbau der Windkraft in NRW wird dieses Ziel kaum erreichbar sein.
Weitere Ausbaupotenziale für die Windenergie liegen dabei aus Sicht des NABU vorrangig im Offshore-Bereich, dagegen wird die Erschließung neuer Standorte an Land weniger eine Rolle spielen. Hier sei das Repowering, das heißt, der Austausch alter Anlagen durch zumeist höhere, leistungsstärkere Windkrafträder, entscheident. Dabei würde die Gesamtzahl an Anlagen kaum zunehmen – davon geht zumindest auch der NABU in seinem Grundsatzprogramm Energie aus. Das Repowering böte zudem die Chance, Windenergiestandorte, die aus heutiger Sicht naturschutzfachlich ungeeignet sind, zukünftig frei zu halten und dafür an anderer, geeigneterer Stelle zu errichten. Um einen Wildwuchs von Einzelprojekten im Außenbereich zu unterbinden, muss das vorhandene Instrument der Vorrangzonen für die Windenergienutzung mit einer Ausschlusswirkung für andere Standorte planerisch und rechtlich gestärkt werden.
Für den NABU ist klar, nur mit dem Ausbau regenerativer Energien wird es möglich sein, die deutschen Klimaschutzziele bis 2020 noch zu erreichen. Er fordert daher einen verlässlichen Rahmen für einen neuen Energieträger-Mix in Deutschland zu schaffen, in dem neben Wind-, Solarengerie, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie, die Steigerung der Energieeffizienz und der -einsparung eine entscheidende Rolle für einen wirksamen Klimaschutz spielen werden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um den Klimaschutz – die Nutzung der Erneuerbaren Energien in 2006 hat 67,1 Millionen Tonnen Co2 eingespart, allein die Windenergie hat daran einen Anteil von 42 Prozent – und der Zukunft der Windenergie in Nordrhein-Westfalen überarbeitet der NABU NRW daher zurzeit seine Windkraftposition.
Quellen:
(1) BUNDESVERBAND WINDENERGIE E.V. (2009): www.wind-energie.de/de/statistiken/ , LANDESREGIERUNG NRW (2009): Drucksache 14/9514, INTERNATIONALES WIRTSCHAFTSFORUM REGENERATIVE ENERGIEN (2008) Regenerative Energiewirtschaft 2007 in NRW. Studie im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWME), Münster.
(2) vgl. EUtech (2008): NRW-Klima2020 – Beitrag Nordrhein-Westfalens zur Erreichung des nationalen Klimaschutzziels. Aachen
(3) MINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT, MITTELSTAND UND ENERGIE DES LANDES NORDRHEIN-WESTFALEN (2008): Mit Energie in die Zukunft. Energie und Klimaschutzstrategie Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.
Tagung Windenergie
Neue Entwicklungen, Repowering und Naturschutz
Die im März 2006 gemeinsam vom Institut für Landschaftsökologie der WWU Münster, dem Büro Echolot und dem NABU NRW organisierte Tagung beschäftigte sich in erster Linie mit dem neuen Windenergieerlass und der Bedeutung des Repowering von Windkraftanlagen unter besonderer Berücksichtigung der Situation in NRW. Spezielles Thema waren die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Vögel und Fledermäuse in unmittelbarer Umgebung solcher Anlagen. In anderen Bundesländern werden Beeinträchtigungen auf die Tierwelt bei der Planung von Windkraftanlagen berücksichtigt, in NRW bisher nicht. Besonderes Interesse fanden der Beitrag von Ministerialrat Jürgen Herrmann (Düsseldorf, Ministerium f. Bauen und Verkehr), der den neuen Windkrafterlass der Landesregierung erläuterte und der Vortrag von Dr. Hermann Hötker (Bergenhusen, Michael-Otto-Institut) über die "Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Vögel". Seine Studie nutzen Windkraftbefürworter wie Gegner immer wieder als Beleg für ihren Standpunkt.
Beide Beiträge sowie weitere Infos zum Thema finden Sie unter www.buero-echolot.de und unter www.nabu.de.
Energiepolitisches Grundsatzprogramm
Die NABU-Broschüre skizziert Leitlinien für die Energiepolitik in Deutschland. Ziel ist es, den Anforderungen des internationalen Klimaschutzes gerecht zu werden und gleichzeitig negative Effekte auf die biologische Vielfalt zu verringern.
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