Nordrhein-Westfalen.NABU.de Tiere und Pflanzen Edelkrebs
Edelkrebsprojekt NRW
Schon 400 Kartierer geschult
Neue Schulungstermine ab August 2009
Beim Bonner Frühlingsmarkt überreicht Projektleiter Dr. Harald Groß der 300. Flusskrebskartiererin Kristina Karbach den präparierten Panzer eines Edelkrebses.
13. Juli 2009 -
An den Schulungen des Edelkrebsprojektes NRW für ehrenamtliche Flusskrebskartierer nahmen bisher schon über 400 Personen teil. Diese Kartierer helfen im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten mit, die erheblichen Wissenslücken im Hinblick auf die Verbreitung heimischer und nicht heimischer Flusskrebse zu schließen. Die Teilnahme an den Schulungen steht allen Interessierten offen. So können sich beispeilsweise auch Jugendgruppen von Fischerei-, Tauch- und Naturschutzvereinen an der Suche nach Flusskrebsen beteiligen und damit einen aktiven Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten. Die Entdeckung dieser Tiere ist zwar eher selten, besonders bei nächtlichen Begehungen kommt es aber auch zu anderen interessanten Beobachtungen.
Im Rahmen der Schulungen werden den Teilnehmern die Gefährdungssituation der heimischen Flusskrebse, die Unterscheidung der in der Natur vorkommenden Flusskrebsarten und die anwendbaren Nachweismethoden vermittelt. In Abstimmung mit den zuständigen Behörden wird zudem ein besonderes Augenmerk auf die Vermittlung der gesetzlichen Bestimmungen gelegt. Weiterhin muss durch entsprechende Sorgfalt v.a. eine Übertragung der „Krebspest“ durch die Flusskrebskartierer ausgeschlossen werden. Die nächsten Kartiererschulungen starten im August 2009. Die Termine sind bereits auf der Internetseite des Edelkrebsprojektes NRW zu finden. Weitere Infos dazu gibt es auch direkt bei Harald Groß unter h.groß@edelkrebsprojektnrw.de.
Erste Verbreitungskarten der Flusskrebsfauna in NRW
Nicht heimische Flusskrebse auf dem Vormarsch
Pünktlich zum Abschluss der ersten Projektphase 2005 konnte das Edelkrebs-Projekt erste Verbreitungskarten der in NRW vorkommenden Flusskrebsarten präsentieren. Ein Teil der über 600 verwendeten Datensätze stammte dabei aus vorhandenen Erfassungssystemen, wie dem Landesfischartenkataster der LÖBF. Weitere Gewässer mit Flusskrebsvorkommen wurden über Befragung unter anderem von Behörden, Fischereiberechtigten und Tauchern ermittelt. Zusätzlich lieferten bis dahin rund 100 geschulte, ehrenamtliche Flusskrebskartierer Daten.
Vom heimischen Edelkrebs (Astacus astacus) waren bis Ende 2005 92 Bestände gemeldet, wobei eine Überprüfung vieler Meldungen noch ausstand. Trotz dieser Unsicherheit ist von einer leichten Zunahme der Edelkrebsbestände auszugehen, die aber fast ausschließlich auf Wiederansiedlung zurückzuführen ist. Das gleichzeitige Verschwinden von belegten Edelkrebsbeständen verdeutlicht die anhaltende Gefährdung dieser Art in NRW. Eine sehr deutliche Zunahme ist dagegen bei vielen nicht heimischen Arten zu verzeichnen. In der Zwischenzeit wurde das Projekt auf ganz NRW ausgedehnt und auch entsprechend aktualiserte Verbreitungskarten liegen nun vor.
Zu den Kartierergebnissen ...
Chance für die Flusskrebse
Artenschutzprojekt von NABU und Fischereiverband NRW
Ende 2003 starteten der NABU NRW und der Fischereiverband NRW zur Rettung der letzten Edelkrebse in Nordrhein-Westfalen ein zunächst auf drei Jahre befristetes gemeinsames Projekt. In der Pilotphase war das Edelkrebs-Projekt auf den Raum der Köln-Bonner Bucht beschränkt. Mittlerweile ist es den Kinderschuhen entwachsen und auf ganz NRW ausgedehnt worden. Dabei ist das Hauptziel nach wie vor, durch umfangreiche Bestandserfassung, Information und Beratung die Grundlagen für einen nachhaltigen Schutz der heimischen Flusskrebsarten zu schaffen. Lesen Sie mehr über das Projekt, seine Ziele und Hintergründe.

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