Nordrhein-Westfalen.NABU.de Tiere und Pflanzen Pflanzen Suchkampagne Glockenblume

Wo wächst die Rundblättrige Glockenblume?

Wo wächst die Rundblättrige Glockenblume?

NABU startet Suchkampagne und ruft zu Meldungen auf

Rundblättrige Glockenblume Foto: B.Margenburg

Die voll blaue, selten hell-blaue bis weiße Blüte der Rundblättrigen Glockenblume ist höchstens zu einem Drittel in fünf breite Zipfel geteilt. Dies ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu ähnlichen, oft an den gleichen Standorten vorkommenden Arten.

29. Juli 2011 - Der NABU NRW ruft alle Naturfreunde und Botaniker dazu auf, ehemalige und aktuelle Fundorte der Glockenblume zu melden. Mit dieser landesweiten Suchkampagne will der Landesfachausschuss Botanik im NABU auf das lautlose Verschwinden ehemals häufiger heimischer Pflanzen aufmerksam machen. „Mit der Glockenblume wurde eine Pflanze gewählt, die in der Bevölkerung noch weitgehend bekannt ist“, sagt Bernd Margenburg, Sprecher des LFA Botanik. Als Repräsentantin eines mageren Lebensraumes und als mittlerweile rückläufige Art sei sie für den Natur- und Artenschutz von besonderem Interesse.

Rundblättrige Glockenblume

Als typische Sommerblume finde man die Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) von Juni bis Ende September in mageren Wiesen, Weiden, Heiden, trockeneren Bereichen von Mooren, an Wegen, Böschungen, Waldrändern und in lichten Wäldern. Obwohl also potenziell viele verschiedene Standorte besiedelt werden, sei ein Bestandsrückgang zu beobachten. „Die zunehmende Nährstoffanreicherung der Landschaft begünstigt hochwüchsigere und damit konkurrenzkräftigere Arten, die die Rundblättrige Glockenblume zunehmend verdrängen“, so Margenburg. Wirklich magere, also nährstoffärmere Standorte seien rar geworden und damit auch die für diese Standorte typische Vegetation. „Die Nährstoffanreicherung unserer Landschaft ist eine der Hauptursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt“, erklärt der NABU-Pflanzenexperte.

Deshalb sei der NABU sowohl an der Meldung aktueller wie auch ehemaliger Beobachtungen der Rundblättrigen Glockenblume interessiert. Bei ehemaligen Vorkommen sollte, wenn möglich, die Jahreszahl der letzten Beobachtung genannt werden. Nach Möglichkeit sollten die Fundortmeldungen auf der Grundlage der Topographischen Karte 1:25.000, mit Angaben der Quadranten und/oder der Nen-nung der Rechts- und Hochwerte erfolgen. Aber eine verbale Beschreibung des jeweiligen Fundortes ist genauso möglich. Eine weitere Möglichkeit ist das Einzeichnen der Fundorte in einem Lageplan. Die gesammelten Daten sollten dem LFA Botanik bis zum 31. August 2012 per Mail an info@nabu-unna.de gemeldet werden.

Rundblättrige Glockenblume 2 Foto: B.Margenburg

Der Stängel der Rundblättrigen Glockenblume ist kahl oder nur im unteren Bereich feinflaumig behaart. Die unteren Stängelblätter sind in der Regel schmal lanzettlich. Der Name Rundblättrige Glockenblume bezieht sich auf die rundliche Gestalt der Grundblätter. Zur Blütezeit sind sie allerdings fast immer verwelkt, so dass der Name irritieren kann.

Die Blüten sind langgestielt und in einer lockeren, meist allseitig ausgerichteten, oft ziemlich reichblütigen Traube angeordnet, aber auch einblütige Exemplare existieren. Die Kelchblätter sind fädig schmal und unbehaart. Die voll blaue, selten hell-blaue bis weiße Blüte ist höchstens zu einem Drittel in fünf breite Zipfel geteilt. Dies ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu ähnlichen, oft an den gleichen Standorten vorkommenden Arten wie der Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus) und der in NRW ausgesprochen seltenen Wiesen-Glockenblume (Campanula patula). Bei diesen sind die eher trichterförmigen Blütenkronen etwa bis zur Hälfte in fünf Zipfel geteilt; außerdem sind ihre Kronen eher violett oder blauviolett gefärbt.

Für Rückfragen:
Bernd Margenburg, Sprecher des LFA Botanik im NABU NRW, Tel. 0 23 07-97 35 21

Mehr zum Thema

Campanula rapunculus / C. patulaDie Wiesenglockenblumen

Rapunzel- und Wiesenglockenblumen gehören zu den Arten der trockenen und mageren Wiesen und Wegrändern. Diese Standorte werden aber häufig in Acker- oder Grünland umgewandelt. mehr Mehr

Sag mir, wo die Blumen sind 2008Sag mir, wo die Blumen sind 2008

2008 wurde zur Aktion „Sag mir, wo die Blumen sind...“ die Wildpflanze gewählt, die am meisten den Rückgang der Blütenvielfalt symbolisiert. 2500 Botanikfreunde waren aktiv dabei. mehr Mehr

Mitglied werden

 

NABU Regional

NABU NRW NABU.de

Zentren
Schutzgebiete
Gruppen

 

Service

E-Cards

Versenden Sie ganz persönliche Naturgrüße an Freunde und Bekannte

NABU E-Cards

Podcasts

Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.

NABU Podcast zum Hören

Desktopmotive

Damit Sie die Natur auch bei der Arbeit immer im Blick haben - die NABU-Desktopvorlagen.

NABU-Desktopvorlagen

Verbandsnetz

Das gemeinsame Netzwerk für alle Aktiven in NABU, NAJU und LBV

NABU-Verbandsnetz

 

Von Aal bis Zilpzalp

Dukatenfalter Foto:J.Rodenkirchen

Über 300 Pflanzen- und Tierporträts im NABU-Artenlexikon. Mehr

 

Vogel des Jahres 2012

Dohle

Intelligent und gesellig - die Dohle Mehr