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Wanderfalkenschutz in Nordrhein-Westfalen

Jahresberichte der AG Wanderfalkenschutz

Falken sind weiter im Aufwind

Falken sind weiter im Aufwind

Seit über 20 Jahren setzt sich die AG Wanderfalkenschutz des NABU NRW aktiv für den Erhalt des Wanderfalken in NRW ein. Mit anhaltendem Erfolg: Noch nie wurden so viele Revierpaare erfasst wie im letzten Jahr. Nachlesen lassen sich die Zahlen zur Bestandesentwicklung sowie weitere Berichte zur Brutbiologie, zu aktuellen Forschungsergebissen oder zum Wanderfalkenschutz in den Jahresberichten der AGW. mehr Mehr

Falken gegen Tauben

NABU erklärt Greifvogeleinsatz am Düsseldorfer Landtag für unsinnig

Weibchen mit Beute

03.08.´04. Seit der Sommerpause ziehen Greifvögel über dem Düsseldorfer Landtag ihre Kreise und sollen so die hier in großen Mengen vorkommenden Tauben auf ´ökologische Art und Weise vergrämen´. Der NABU NRW lehnt den Einsatz von Falken und Bussarden zur Dezimierung der Taubenbestände als völlig unsinnig ab. "Hier sind die Mitarbeiter des Düsseldorfer Landtags einem ´Bären´ aufgesessen", sagt Dr. Peter Wegner, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz im NABU NRW. "Bisher konnte in keinem einzigen Fall durch eine solche Maßnahme ein positives Ergebnis erzielt werden. Falkner und Greifvogelhalter nutzen die objektiv vorhandenen Wissensdefizite ihrer Klienten zur Etablierung ihres zweifelhaften Geschäftes", so Wegner weiter. Außerdem sei das Hetzen von Tieren auf Tiere sowie Tiere in Angst und Schrecken zu versetzen ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. mehr Mehr...

Wanderfalkenschutz in Nordrhein-Westfalen

Viel Mühe um seltene Vögel

Wanderfalke

Seit über 20 Jahren setzt sich die AG Wanderfalkenschutz des NABU NRW nun aktiv für den Erhalt des Wanderfalkenbestandes in NRW ein. Und das mit steigendem Erfolg, denn seit der Wanderfalke die Gebäude als Lebensraum entdeckt hat, haben die rasanten Flieger in NRW ein echte Überlebenschance. Die Anzahl der Felsbrutplätze für den Wanderfalken spielen für den Erhalt des Bestandes nur noch eine untergeordnete Rolle. Türme und Bauwerke mit 100m Höhe und mehr bieten nicht nur schöne Aussicht, sondern auch gute Brutplätze und Schutz vor Feinden. Falco Peregrinus, wie der Wanderfalke in der Zoologie genannt wird, hat seine Chancen genutzt. An einigen Stellen im Land kann man das typische Flugbild, die sichelförmige Silhouette, beobachten. Jungfalken fliegen in jedem Jahr aus. Besonders stolz ist die AGW auf den langsam aber stetig ansteigenden Bruterfolg. In jedem Jahr veröffentlicht die AG Wanderfalkenschutz dazu einen Jahresbericht, der ausführlich über die Arbeit der AG und den aktuellen Wanderfalkenbestand berichtet.

Beringen

Die AG Wanderfalkenschutz
Viel Mühe um seltene Vögel
In den 20 Jahren seit ihrer Gründung hat die AGW (Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz) den Schutz der Wanderfalken in NRW von langer Hand geplant. Herausragend sind vor allem Anzahl und Qualität der Beobachtungen. Dutzende Falkenschützer sind damit beschäftigt die Aktivitäten am Himmel von NRW zu beobachten. Die meisten Wanderfalken können anhand der erkannten Farbringe exakt zugeordnet werden. Daten über Verpaarungen, Bruterfolg, Wanderung usw. werden systematisch ausgewertet. Fachzeitschriften veröffentlichen die Ergebnisse der AGW regelmäßig.

Beobachten

Systematische Forschung
Woher die Falken in Nordrhein-Westfalen kommen ist eine der wichtigsten Fragen, die sich die Falkenschützer stellen. Vergleiche über frühere und heutige Giftbelastungen, sowie deren Auswirkungen werden akribisch angestellt. Die Erfassung der Bruterfolge in Ballungsräumen geben Aufschluss über die Überlebenschancen.
Die Vielzahl an Daten bzw. Auswertungen fördert auch alte und neue Probleme zu Tage. So haben intensive Beobachtungen und landesweite Bruterfolgs-Statistiken eine erschreckende Wahrheit offenbart. Kaum sind die Wanderfalken-Bestände auf dem Weg der Besserung, suchen skrupellose Nesträuber sich wieder zu bereichern. Mitarbeiter der AGW wurden Zeugen, wie "Aushorster" in Bergsteigermontur sich an die Horste heran machten. In anderen Fällen konnten nur noch Spuren gesichert werden. Die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz hat in den letzten Jahren gemeinsam mit Ermittlungsbehörden und Gerichten viel Engagement in den Kampf gegen diesen alt bekannten Dämon investiert. Noch mehr Sorge machen den Wanderfalkenschützern die zunehmenden Fälle illegaler Greifvogelverfolgung, denen auch Wanderfalken zum Opfer fallen.

Wanderfalken-Hybride

Wanderfalken-Hybride

Hybride Großfalken am Himmel
Aus der Ecke der kommerziellen Greifvogelhändler kommt eine weietre große Gefahr für den Wanderfalken. Immer wieder entwischen gezüchtete Hybridfalken, Kreuzungen aus verschiedenen Falkenarten die in der Natur nicht vorkommen. Hybridfalken sind besonders bei Falknern beliebt, weil sie meist größer als reinrassige Falken sind und einige von Ihnen verschiedene Jagdtechniken beherrschen. Bei Zusammentreffen von Wanderfalke und Hybridfalke zieht die Wildform fast immer den kürzeren. Der geschlagene Wanderfalke überlässt dem Hybrid oft Brutplatz und Partner. Im Jahr 2000 kam es im Ruhrgebiet zu einer erfolgreichen Verpaarung eines Hybridfalken mit einem Wanderfalken. Erst bei der Beringung der vermeidlichen Wanderfalken am Nest, wurde die Katastrophe entdeckt. Um weiteren Schaden abzuwenden, erhielt die AGW die Genehmigung, die hybriden Jungfalken aus dem Nest zu nehmen und in eine Greifvogelpflegestation zu bringen.

Der Vater, ein Terzel eines bekannten Greifvogelhändlers aus Bayern, konnte ein Jahr später ebenfalls mit Sondergenehmigung durch AGW-Mitarbeiter gefangen werden. Fangversuche von Falknern waren zuvor gescheitert.
Zwei weitere Hybridbruten sind in 2001 in Deutschenland bekannt geworden. Wenn die Gene der künstlich gezüchteten Falken in den kleinen Bestand der Wanderfalken in NRW einfließen, sind Zustände wie bei Stockenten auf Stadttümpeln zu befürchten. Dann kommen Falken zur Brut die einfach nur größer sind, die Beute der Falken wird dann aus Kaninchen bestehen und niemand wird die ökologische Nische der Wanderfalken mehr ausfüllen.

Wenn die Naturschutzbehörden hier keine schnelle und eindeutige Verbotsregelung herbeiführen werden alle Schutzbemühungen um den Wanderfalken bald nutzlos. Und während die Probleme bei Hybridfalken eskalieren, sind bei Falknern und Greifvogelhaltern Hybridadler groß in Mode...

Kontakt:
Dr. Peter Wegner, Tel.: 0214/45 936, E-Mail: p.b.j.wegner@t-online.de.

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