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Herdenschutz wirkt, Bejagung nicht

NABU NRW fordert Landesregierung auf, die reguläre Bejagung des Wolfes in NRW zu verhindern

Die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz ist seit Anfang April in Kraft, nun folgt die Umsetzung in den Ländern. Die geplante Gesetzesänderung ist aus Sicht des NABU überhaupt nicht geeignet, Konflikte rund um die Rückkehr des Wolfes zu lösen.

Wolf - Foto: Thomas Pusch

Foto: Thomas Pusch

29. April 2026 - Die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz ist seit Anfang April in Kraft, nun folgt die Umsetzung in den Ländern. Auch in NRW wird die Aufnahme des Wolfs in das Landesjagdgesetz vorbereitet. „Bei unzuverlässigen Bestandszahlen – das Landesumweltministerium spricht von rund 30 Wölfen – und ohne nachweislich günstigen Erhaltungszustand wäre eine Aufnahme ins Landesjagdgesetz unseriös“, sagte Wolfsexperte Thomas Pusch anlässlich des Tags des Wolfes. Zudem befürchtet der Verband einen Flickenteppich unkoordinierter Abschüsse in den einzelnen Ländern, der den Erhaltungszustand der Art gefährden und klare Konflikte mit EU Recht provozieren könnte. Mindestens seien länderübergreifende Konzepte nötig, um den Schutzstatus zu sichern.

Die geplante Gesetzesänderung ist aus Sicht des NABU zudem überhaupt nicht geeignet, Konflikte rund um die Rückkehr des Wolfes zu lösen. Denn Abschüsse führen bei Wölfen nicht zu mehr Distanz zu Weidetieren. Standortangepasster Herdenschutz wirke dagegen erwiesenermaßen nachhaltig und ist der derzeit verlässlichste und am besten belegte Ansatz, Konflikte dauerhaft zu reduzieren. „Getötete Wölfe lernen nichts mehr. Lebende Wölfe hingegen können lernen geschützte Herden zu meiden und dieses Verhalten innerhalb des Rudels weitergeben“, sagte Wolfgang Kwasnitza, Sprecher des Landesfachausschusses Wolf im NABU NRW. Eine reguläre Bejagung könne wirksamen Herdenschutz nicht ersetzen und berge neue rechtliche wie gesellschaftliche Risiken.

„Der NABU fordert die Landesregierung daher auf, auf eine Aufnahme des Wolfs ins Landesjagdgesetz zu verzichten, so Kwasnitza weiter. Statt Symbolpolitik brauche es jetzt eine konsequente Umsetzung des geltenden Naturschutzrechts, die strikte Einhaltung der EU-Vorgaben, eine vollständige und unbürokratische Förderung des Herdenschutzes sowie ein aktives, belastbares Wolfsmonitoring. Nur mit wissenschaftsbasierten Daten und Lösungen gelingt ein dauerhaft tragfähiges Miteinander von Menschen, Weidetieren und Wölfen in unserem Land.

Mehr dazu:
NABU-Faktencheck – für eine sachliche Debatte und Lösungen, die wirklich helfen http://www.nabu.de/tdw2026

Offener Brief des NABU NRW an die Landesregierung, die anlasslose Jagd auf den Wolf in NRW zu verhindern


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