24-Stunden-Arteninventur an der Lippe
Artenvielfalt im Fluss wird von Forscher*innen unter die Lupe genommen. Führungen am „Tag der lebendigen Lippe“
Was lebt eigentlich an und in der Lippe? Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Wasserwirtschaftsverbandes laden der Lippeverband, der NABU NRW und die Landschaftsagentur Plus zum „Tag der lebendigen Lippe“ in Datteln ein.
Erstmals im Lippe-Gebiet nehmen Forscher*innen am 11. und 12. Juli die Natur am Haus Vogelsang (Vogelsangweg 21-23, 45711 Datteln) unter die Lupe. Dort werden über einen Zeitraum von 24 Stunden die Tier- und Pflanzenarten vor Ort gesichtet und dokumentiert, um die Entwicklung der Artenvielfalt zu analysieren. Auch für naturbegeisterte Bürgerinnen und Bürger wird es Mitmach-Aktionen geben: Sie können am Sonntag, 12. Juli, von 11 bis 17 Uhr, das Geschehen verfolgen sowie selbst forschen!
Lippeaue - Foto: Birgit Königs
Spannende Partizipationsaktionen für Klein und Groß laden dazu ein, die blaugrüne Flusslandschaft zu erkunden und Verschiedenes über die Entwicklung der Lippe zu lernen – etwa beim Keschern im Wasser, beim Blick durch ein Mikroskop oder beim Basteln von Saatkugeln. Darüber hinaus bieten Expert*innen am 12. Juli verschiedene Führungen an, die unter anderem Wissenswertes zu den Umbaumaßnahmen an der Lippe oder die dort lebenden Amphibien und Insekten vermitteln. So wird der längste Fluss Nordrhein-Westfalens zum großen Entdeckungsraum für die ganze Familie.
Die gewässernahen Bereiche und die wiederhergestellte Auenlandschaft sind dabei jedoch nur für geschulte Forschende zugänglich. Eine öffentliche Begehung der Aue ist aus Sicherheitsgründen sowie zum Schutz störungsempfindlicher Tiere und natürlicher Entwicklungsprozesse leider nicht möglich. Der Lippeverband bittet um Verständnis. Das Haus Vogelsang und die umliegende Landschaft sind aber auch sehr gut auf den Fuß- oder Radwegen zu erkunden. Das interaktive Programm an den Informationsständen und Entdeckungsführungen ermöglichen den Besuchenden zudem einen sicheren Einblick in das Gewässer und die Auen.
Führungen am „Tag der lebendigen Lippe“:
12 Uhr: „Neue Lebensräume für Amphibien und Libellen in der Lippeaue“, Landschaftsagentur Plus/NABU Naturschutzstation Münsterland
13 Uhr: „Gewässerentwicklung an der Lippe – Fluss- und Auenentwicklung Haus Vogelsang“, EGLV
14 Uhr: „Insekten an der Lippe kennenlernen“, NABU NRW Landesfachausschuss Entomologie
15 Uhr: „Naturgucken an der Lippe – Artenvielfalt erkunden und Naturbeobachtungen melden“, NABU|naturgucker
16 Uhr: „Ökokontofläche in einer lebendigen Aue – Vielfalt durch Beweidung“, Landschaftsagentur Plus
Hintergrund
Der „Tag der lebendigen Lippe“ knüpft an die drei bisherigen Veranstaltungen zum „Tag der lebendigen Emscher“ an. In den vergangenen Jahren stand dabei die biologische Vielfalt der Emscher im Mittelpunkt – untersucht wurden unter anderem die Emscher-Mündung bei Dinslaken, der Natur- und Wasser-Erlebnispark in Castrop-Rauxel/Recklinghausen sowie die Emscher-Auen in Castrop-Rauxel/Dortmund.
Nun feiert das Monitoring am längsten Fluss Nordrhein-Westfalens Premiere: Im Rahmen des Programms „Lebendige Lippe“ wurden im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen, das Eigentümer des längsten Flusses in NRW ist, seit 2016 an der Lippe bei Haus Vogelsang zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt. Ziel ist es, die Vernetzung zwischen Fluss und Aue wiederherzustellen und neue Auenbereiche zu entwickeln. Entstanden ist mittlerweile eine naturnahe Flusslandschaft, eingebettet in ein vielfältiges Mosaik aus extensiven Weiden, Wiesen, Flutmulden, Sekundärauen, (Au-)Wäldern und Trockenstandorten.
Wie sich diese Maßnahmen auf die biologische Vielfalt auswirkt und welche Arten sich bereits an der renaturierten Lippe und in den neu geschaffenen Lippeauen angesiedelt haben, wird nun über einen Zeitraum von insgesamt 24 Stunden im Rahmen des „Tages der lebendigen Lippe“ untersucht.
mehr
Für weitere drei Jahre Zusammenarbeit im Umweltschutz, Umgang mit den Folgen des Klimawandels und für Biodiversität unterzeichneten die Vorstandsvorsitzenden von EGLV und NABU NRW. Mehr →
Am letzten Juni-Wochenende untersuchten Forscher*innen die biologische Vielfalt zweier Hochwasserrückhaltebecken in Dortmund. Die Vielzahl teils seltener Arten zeigt eindrucksvoll den Mehrwert von Hochwasserrückhalteräumen. Mehr →
