Natur als Schlüssel für eine klimaresiliente Zukunft
Nachbesserungen bei der Novellierung des Klimaanpassungsgesetzes notwendig
13. Juli 2026 - Die Hitzewellen in diesem Sommer mit Rekordwerten bis 40 Grad bereits im Juni machen die Auswirkungen der Klimakrise auch in NRW deutlich spürbar. Die Folgen für Mensch, Natur und Wirtschaft im Land sind teils dramatisch. „Das zeigt deutlich, dass auch die Landesregierung beim Klimaschutz und der Anpassung an die Klimakrise endlich entschlossener handeln muss“, erklärte Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW, anlässlich der heutigen Anhörung zum Entwurf des Klimaanpassungsgesetzes im Landtag.
Dazu brauche es in NRW ein deutlich ambitionierteres und konkreteres Klimaanpassungsgesetz sowie die konsequente Wiederherstellung der Natur.
Denn die Natur ist unsere stärkste Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise: Intakte Moore, Wälder, Auen, Gewässer und artenreiche Grünflächen speichern Wasser, kühlen ihre Umgebung und machen Landschaften widerstandsfähiger gegen Hitze, Dürre und Starkregen. „Renaturierung ist keine rein ökologische Frage, sondern vielmehr eine konkrete Antwort auf Hitzeperioden, Trockenheit und Wasserstress. Die letzten Wochen zeigen eindrücklich, dass sich niemand vor diesen Themen verschließen kann“, so Naderer weiter. Hier biete die konsequente Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung enorme Chancen, Klima- und Artenkrise zugleich zu bewältigen und das Leben für die Menschen in NRW zu verbessern.
Naderer: „Deshalb muss der Erhalt intakter sowie die Renaturierung geschädigter Ökosysteme in NRW oberste Priorität haben.“ Eine wirksame Klimaanpassung muss daher den Flächenschutz stärken und naturbasierte Lösungen deutlich stärker fördern. Dafür sei es notwendig, klimarelevante Flächen als eigene Kategorie mit Vorrang in der Landesplanung zu sichern. Um naturbasierte Klimaanpassung wirksam und die zusätzlichen positiven Effekte nutzbar zu machen, brauche es zudem einen klaren Vorrang natürlicher gegenüber rein technischen Maßnahmen.
Besonders Städte und Gemeinden in NRW sind Hotspots der Klimakrise. Versiegelte Flächen, fehlendes Grün, verbaute Gewässer und zu wenig Luftaustausch durch zu dichte Bebauung schaffen Wärmeinseln und lassen Menschen und Tiere leiden. „Eine gut vernetzte grün-blaue Infrastruktur mit mehr Bäumen, entsiegelten Flächen, begrünten Dächern und Fassaden sowie Versickerungsflächen sorgen dagegen für Abkühlung bei Extremtemperaturen und helfen die Folgen von Starkregenereignissen zu mildern“, betonte die NABU-Landesvorsitzende. Hier ist das Land gefordert, deutlich schneller und stärker als bisher entsprechende Anreize für Städte und Gemeinden zu schaffen, die Klimaanpassung und die Förderung der grünen Infrastruktur vor Ort auch konsequent umzusetzen.
„Wenn wir weitermachen wie bisher, geht das zulasten unserer Lebensqualität und Gesundheit – besonders in den Städten. Geschätzte 5000 zusätzliche Hitzetote in Deutschland am Hitzewochenende im Juni sollten uns Warnung genug sein “, so Naderer. Mit einem ambitionierten Klimaanpassungsgesetz und der konsequenten Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung habe die Landespolitik aber alle notwendigen Werkzeuge an der Hand, eine Trendwende einzuleiten und die Bevölkerung wirksam vor Klimafolgen zu schützen.
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Mit der EU-Wiederherstellungsverordnung startet Europa in die größte Renaturierungsoffensive seiner Geschichte. Auch NRW steht in der Pflicht, Natur wiederherzustellen – für gesunde Ökosysteme, mehr Artenvielfalt und wirksamen Klimaschutz. Mehr →
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