nabu-nrw

 

profilaktuellPRESSEservicekontakt
nabu





PRESSE

NABU-Nachrichten (zurück)

Buntes

Archiv

Druckversion?

Rennstrecke "Westfalenring" völlig überflüssig
NABU erwartet Entscheidung gegen das geplante neue Motorsportzentrum

Düsseldorf, 21.09.2001- Der geplante Bau eines neuen Freizeit-, Motorsport- und Technologiezentrums zwischen Steinheim, Hagedorn und Rolfzen im Grenzbereich der Kreise Höxter und Lippe erhitzt die Gemüter. Am kommenden Montag wird vom Rat der Stadt Steinheim nach zahlreichen Gesprächen zwischen Westfalenring-Gegnern und -Befürwortern eine erste richtungweisende Entscheidung gefällt. "Bundesweit existieren bereits fünf Rennstrecken, die nicht ausgelastet sind. Der 500 Millionen Mark teure Lausitzring im Süden Brandenburgs ist zurzeit eine der größten Bauruinen Europas. Der Westfalenring würde nicht nur Natur und Landschaft rund um den Stoppelberg und die Lebensqualität der Anwohner erheblich beeinträchtigen, er ist schlichtweg völlig überflüssig", so Josef Tumbrinck , Vorsitzender des NABU NRW.

Wegen der regional bedeutsamen Flächengröße des Vorhabens von mehr als 300 Hektar hat die Bezirksregierung einen klaren Verfahrensweg vorgegeben. Die Steinheimer Kommune muss einen Antrag zur Änderung des Gebietsentwicklungsplanes stellen und damit eine deutliche Willenserklärung abgeben, die für die Realisierung des Projektes Bedingung ist. Die im Verein "Pro Stoppelberg" zusammengeschlossenen Gegner des Westfalenringes hoffen, dass die Stadt Steinheim genau diese Willenserklärung gar nicht erst abgibt. Damit wäre der Westfalenring in Steinheim bereits in den Anfängen abgewehrt. "Wir befürchten leider, dass die Stadt Steinheim den Argumenten der zukünftigen Gesellschafter - wirtschaftlicher Aufschwung der Region, zahlreiche Arbeitsplätze und steigender Tourismus - zu viel Vertrauen schenkt", erläutert Theo Elberich vom NABU Kreisverband Höxter die Situation vor Ort. "Obwohl wir diese in vielen Punkten überzeugend widerlegen konnten - so geben vergleichbare Rennstrecken nur circa 50 Menschen eine Beschäftigung und nicht wie von den Betreibern prognostiziert 150 - erwarten wir die Entscheidung mit Skepsis." Gibt der Rat "grünes Licht" für die Rennstrecke, so muss die Projekt Genesis Westfalenring AG, die sich immer noch in Gründung befindet, zunächst entsprechende Gutachten erbringen, auf deren Basis dann weiter entschieden wird.

Kern des rund 350 Millionen Mark teuren Projektes ist eine 4,5 Kilometer lange Rennstrecke, die vor dem Stoppelberg Richtung Steinheim liegt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Motocrossgelände, das sich vor dem Wasserschloss Thienhausen bei Rolfzen und Eversen ausbreitet. Weitere Flächen sind für Freizeitanlagen, sich ansiedelnde Betriebe und ein Verkehrssicherheitszentrum vorgesehen. Ein Großteil des Areals ist für Stellplätze von ungefähr 32.000 Autos verplant, denn die Projekt Genesis Westfalenring AG erwartet rund 80.000 Zuschauer pro Rennen oder einem vergleichbaren Groß-Event. Die geplante Verbauung der Landschaft wird das Landschaftsbild des weithin sichtbaren Stoppelberges radikal verändern und zu einer massiven Verminderung der Lebensqualität durch Lärmbelästigung und zeitweises hohes Verkehrsaufkommen in den nahegelegenen Ortschaften führen. Bei Durchführung des geplanten Projektes gehen nicht nur Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen verloren, es ist auch mit erheblichen Auswirkungen auf Bodenfruchtbarkeit und Trinkwasserreservoire zu rechnen.

Für Rückfragen:
Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW Tel.: 0211-15 92 51-14
     

nabu-nrw | profil | aktuell | PRESSE | service | kontakt | nabu-bundesverband


© nabu-nrw 2001    webmaster@nabu-nrw.de