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Endergebnis der „Stunde der Wintervögel 2026“

Wintergoldhähnchen sorgen für Begeisterung | Deutlicher Einbruch beim Haussperling

Besonders erfreulich war in diesem Jahr, dass die Teilnahme wieder deutlich höher als in den vergangenen Jahren ausfiel – 26.702 Teilnehmende in NRW zählten in rund 19.000 Gärten mehr als 560.000 Vögel. Jedoch ist die Anzahl der Vögel pro Garten so niedrig wie noch nie.

Haussperling im Schnee - Foto: Frank Derer

Haussperling im Schnee - Foto: Frank Derer

22. Januar 2026 - Die Ergebnisse der diesjährigen NABU-Wintervogelzählung stehen fest: Bundesweit führt der Haussperling zwar weiterhin die Liste der häufigsten Wintervögel in unseren Gärten und Parks an. Allerdings mit Verlusten im Vergleich zum Vorjahr. In Nordrhein-Westfalen fallen diese aber so stark aus, dass der Haussperling auf den dritten Platz abrutscht. Kohlmeise, Amsel, Buchfink und Rotkehlchen konnten sich dagegen bundes- wie landesweit erholen. Besonders erfreulich: Diesmal war die Teilnahme wieder deutlich höher als in den vergangenen Jahren – 26.702 Teilnehmende in Nordrhein-Westfalen zählten in rund 19.000 Gärten mehr als 560.000 Vögel und meldeten ihre Beobachtungen an den NABU.

Der deutliche Rückgang des Haussperlings in der aktuellen Auswertung ist erschreckend: Im Vergleich zum Vorjahr wurden bundesweit 15 Prozent weniger Haussperlinge in unseren Gärten beobachtet, in NRW waren es sogar 26 Prozent weniger. D.h. nur in 40 Prozent der nordrhein-westfälischen Gärten wird der Haussperling überhaupt noch gesichtet und dort auch nur noch mit durchschnittlich drei Exemplaren. Zu seiner besten Zeit 2021/2022 waren es noch 5 Exemplare in jedem zweiten Garten. „In den städtischen Ballungsräumen hierzulande wurde er dabei schon immer seltener beobachtet als im Umland. Dass die Sichtungen nun auch in der Fläche einbrechen, macht uns große Sorgen“, erklärt Christian Chwallek, Vogelexperte beim NABU NRW.


Wintergoldhähnchen - Foto: Frank Derer

Wintergoldhähnchen - Foto: Frank Derer

Für Begeisterung sorgten bei dieser „Stunde der Wintervögel“ dagegen die gestiegenen Beobachtungen des Wintergoldhähnchens. „Der kleinste Vogel Europas lebt in Nadel- und Mischwäldern. Er bleibt im Winter hier und ist bei kalter Witterung und geringem Futterangebot gerne häufiger in Gärten und Parks unterwegs. Das erklärt die besonders stark gestiegenen Meldungen aus waldreichen Kreisen wie Olpe, dem Oberbergischen Kreis oder dem Ennepe-Ruhr-Kreis. Möglicherweise gab es auch Verstärkung durch den Zuzug von Wintergästen aus dem Nordosten“, erklärt Chwallek.


Bei den typischen Wintergästen am Futterhäuschen ergibt sich kein eindeutiges Bild: Während Buntspecht, Schwanzmeise und Kleiber häufig gesichtet wurden, blieben sonst häufige Gäste wie Gimpel und Kernbeißer, aber auch Erlenzeisige und Bergfinken eher eine Rarität an nordrhein-westfälischen Futterhäuschen. Chwallek: „Das spricht trotz widriger Witterungsbedingungen am Zählwochenende für eine ausreichende Futterlage in den natürlichen Lebensräumen. Aus demselben Grund ist wohl auch der Zuzug von Erlenzeisigen und Bergfinken bis nach Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr ausgeblieben. Ganz im Gegensatz zu den nordischen Drosselarten wie Rot- und Wacholderdrossel, die dieses Jahr landesweit deutlich häufiger beobachtet werden konnten.

Ist der Rückgang einzelner Arten schon erschreckend genug, noch mehr Sorge bereitet Vogelfreunden und -freundinnen der seit Jahren beobachtete Rückgang der durchschnittlich pro Garten beobachteten Vögel. Wurden zu Beginn der Zählaktion im Durchschnitt um die 40 Vögel pro Garten in Nordrhein-Westfalen gezählt, finden sich dort heute noch knapp 30 wieder – die niedrigste Zahl seit 16 Jahren.

„Die kontinuierliche Abnahme der Vögel pro Garten zeigt deutlich, dass unsere Vogelwelt unter Druck steht. Krankheiten, intensive Flächennutzung und der Verlust von Lebensräumen setzen den Vögeln zu“, so NABU-Landesvorsitzende Dr. Heide Naderer. Als Bioindikatoren spiegeln Vögel den für die Artenvielfalt zumeist negativen Wandel der Natur wider. Natürlich könnten sie ebenso Erfolge von Lebensraumaufwertungen belegen. „Dazu wäre allerdings erforderlich, dass alle notwendigen und bewährten Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität endlich im großen Maßstab umgesetzt werden“, so Naderer weiter.


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Ergebnisse NRW
Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel“

Die ersten Wintervogelzählungen fanden 2009 und 2010 in Bayern statt. Seit 2011 zählen NABU und LBV gemeinsam bundesweit den Wintervogelbestand unserer Gärten. Hier können Sie alle Ergebnisse der letzten Jahre auf Landes- wie Kreisebene im Detail recherchieren. Mehr →

kontakt

Christian Chwallek
Sprecher Landesfachausschuss Ornithologie 0172 30 50 359

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Ergebnisse Wintervogelzählung

Seit 2011 werden auch in NRW die Wintervögel gezählt. Hier finden Sie alle Ergebnisse der letzten Jahre auf Landes- und Kreisebene im Detail.

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