Nordrhein-Westfalen.NABU.de Tiere und Pflanzen Wolf

NABU fordert besseren Wolfschutz in NRW

NABU fordert besseren Wolfschutz in NRW

Jäger müssen Abschuss frei laufender Hunde sofort einstellen | Abschussmöglichkeit für wildernden Hunde im Landesjagdgesetz streichen

Toter Westerwald-Wolf

25. April 2012 - Der Abschuss des rheinland-pfälzischen Wolfes ausgerechnet durch einen Kölner Jäger hat die Hoffnung von Naturschützern auf eine baldige Rückkehr des Wolfes auch nach NRW zunächst zunichte gemacht. Der Schütze gab an, den getöteten Wolf mit einem wildernden Hund verwechselt zu haben. „Aufgrund dieser potenziellen Verwechselungsgefahr bittet der NABU die Jägerschaft nachdrücklich, den Abschuss frei laufender Hunde sofort einzustellen. Die zukünftige Landesregierung fordern wir bei der anstehenden Novellierung des Landesjagdgesetzes auf, die Abschussmöglichkeit für wildernde Hunde zu streichen“, so Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Nur so sei gewährleistet, dass sich ein solcher Vorfall bei einem erneuten Auftreten des Wolfes hier in NRW nicht wiederholen würde.

Jedes Jahr würden in Nordrhein-Westfalen durchschnittlich 100 wildernde Hunde geschossen. In Sachsen-Anhalt wurde in einem vergleichbaren Fall bereits ein Jäger freigesprochen, weil er angab, den Wolf für einen wildernden Hund gehalten zu haben. Allein um die Möglichkeit auszuschließen, sich auch zukünftig als Jäger noch mit einer ´Verwechslung` aus der Affäre ziehen zu können, sei das Verbot der Jagd auf Hunde erforderlich. Auf der anderen Seite sind auch die Hundehalter dazu aufgerufen sicherzustellen, dass ihre Hunde keinen Wildtieren nachstellen.

Völlig unverständlich sei es für den NABU zudem, dass der angebliche Schütze nicht nach dem jagdlichen Grundsatz gehandelt habe ´m Zweifel den Finger gerade lassen´. Der Deutsche Jagdschutzverband interpretiere die Weidgerechtigkeit nach § 1 Abs 3. BundesJagdGesetz so, dass unter anderem das sichere Ansprechen einer Tierart zwingende Voraussetzung für das Erlegen eines Tieres ist. „Ein Jäger darf also gar nicht schießen, wenn er sich zuvor nicht Gewissheit über die Art verschafft hat“, erklärt der NABU-Landeschef. Diese Regel stehe über dem Recht des Jagdschutzes, der es dem Jäger unter gewissen Umständen erlaubt, wildernde Hunde zu schießen.

Tumbrinck: „Der Westerwälder Wolf war in den allgemeinen Medien und in der Jagdpresse so bekannt, dass jeder Jagdpächter im Großraum mit dem Auftreten eines Wolfes rechnen musste. Taucht also im Jagdrevier ein wolfsähnlicher Hund auf, hätte jeder Jäger auf den Schuss verzichten müssen. Aus Sicht des NABU liegt unabhängig von den strafrechtlichen Konsequenzen ein grober Verstoß gegen die Weidgerechtigkeit vor, der letztlich den vollständigen Einzug des Jagdscheines zu Folge haben muss.“

Für Rückfragen:
Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0171 38 67 379
Helmut Brücher, Sprecher NABU-Fachausschuss Jagd und Naturschutz, mobil: 0172 31 40 992

Mehr zum Thema

Regelung zum Abschuss in NRW und NABU-PositionWildernde Hunde

Der NABU appelliert in der jetzigen Gesetzeslage und angesichts der Einwanderung von Wölfen nach NRW an die Jäger, auf jeglichen Hundeabschuss zu verzichten. Der Landesgesetzgeber ist aufgefordert, den Abschuss von Hunden aus dem Landesjagdgesetz zu streichen. mehr Mehr

71-jähriger Jäger aus Nordrhein-Westfalen hat Wolf erschossenWolf in Rheinland-Pfalz wieder ausgerottet

Die Untersuchungen sind abgschlossen, bei dem am vorigen Wochenende erschossenen Tier handelt es sich um einen Wolf. Der Schütze hat sich bereits der Polizei gestellt. Der Jäger gibt an, den Wolf erschossen zu haben, weil er diesen für einen Hund gehalten habe, der Rehe hetzte. mehr Mehr

Willkommen Wolf im Westerwald

Scheuer Wolf im Landkreis Neuwied fotografiert | Nur 16 km von nordrhein-westfälischer Landesgrenze entfernt

Wolf im Westerwald Foto: U.Stadler

27. März 2012 - Am 26. Februar wurde in der Nähe von Steimel in Rheinland-Pfalz ein wolfsähnliches Tier beobachtet und fotografiert. Nach Einschätzung des NABU handelt es sich bei dem abgelichteten Tier tatsächlich um einen Wolf. Der Wolf hielt sich in einem Gebiet nahe der Landesgrenzen zu Nordrhein-Westfalen (16 Kilometer) und Hessen (27 Kilometer) auf. NABU-Wolfsexperte Markus Bathen geht daher von einem typischen Wanderwolf aus. Noch offen sei, ob sich das Tier im Westerwald niederlassen werde oder immer noch auf Wanderschaft ist. Die Tageslaufleistung eines Wolfs beträgt 40 bis 75 Kilometer. Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU Nordrhein-Westfalen, sieht sein Bundesland deshalb ebenfalls als potenzielle Heimat für das Tier: „Auch Nordrhein-Westfalen und Hessen haben wolfsgeeignete Lebensräume und gelten daher als Wolfserwartungsland. Sollte der Wolf weiterwandern und zu uns kommen, heißen auch wir ihn Willkommen.“ 2010 war bereits ein Wanderwolf im Kreis Höxter per DNA-Test bestätigt worden.

mehr Mehr zur aktuellen Wolfssichtung in Rheinland-Pfalz

Wolf und Luchs die Rückkehr ebnen

NABU-Präsident auf Sommerreise in Nordrhein-Westfalen

NABU-Präsident auf Sommerreise in Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen gehört seit Ende 2009 zu den Bundesländern, in denen zumindest lokal und zeitweise mit den beiden großen heimischen Beutegreifern Wolf und Luchs zu rechnen ist. Besonders der Kreis Höxter macht in diesem Zusammenhang von sich reden, da der erste und bisher einzige Wolfnachweis für NRW hier geführt wurde. Zuletzt geriet der Kreis mit mehreren vom Luchs gerissenen Schafen in die Schlagzeilen. Da sich der NABU für die Rückkehrer Wolf und Luchs einsetzt, lag es für NABU-Präsident Olaf Tschimpke nahe, auf seiner diesjährigen Sommerreise quer durch Deutschland beim NABU im Kreis Höxter Station zu machen. Weitere Etappen führten ihn zum Rolfschen Hof nach Detmold und zum "Großen Torfmoor" nach Minden Lübbecke. mehr Mehr

NABU begrüßt Rückkehr des Wolfes nach NRW

Land muss die Ausbildung von Wolfsexperten und Entschädigungszahlungen sicherstellen

Wölfe

04. März 2010 - In Nordrhein-Westfalen gibt es wieder einen Wolf. Erwartungsgemäß bestätigte die vom Land in Auftrag gegebene DNA-Analyse eines Wolfverdachtsfalles im Kreis Höxter zumindest die zeitweise Existenz eines Wolfes in Ostwestfalen. „Schon länger gab es die Vermutung, dass sich der Wolf aus dem hessischen Reinhardswald zu Stippvisiten über die Landesgrenze nach NRW aufmacht“, sagt Birgit Beckers, stellvertretende Vorsitzende des NABU NRW und Großtierexpertin. Ob es sich bei dem jetzt für NRW nachgewiesenen Tier aber tatsächlich um den hessischen Wolf handele sei nach wie vor ungewiss, da aus Hessen keine vergleichbaren Nachweise vorlägen. Sicher sei aber, dass sich das Land nun intensiv um die Erstellung eines länderübegreifenden Wolfs-Managementplanes kümmern müsse und sich auch nicht scheuen dürfe, externe Wolfsexperten zu Rate zu ziehen.

Sinnvoll wäre nun auch die Information und Aufklärung der Öffentlichkeit. „Auch in Nordrhein-Westfalen brauche niemand Angst vorm Wolf zu haben“, betont Beckers. Jahrelange Erfahrungen mit den freilebenden Wölfen in Sachsen und Brandenburg hätten deutlich gezeigt, dass Wölfe dem Menschen lieber aus dem Weg gehen. Rotkäppchen sei ein Märchen aus vergangener Zeit, das nicht das Verhalten eines frei lebenden Wolfes widerspiegeln würde. Deshalb könne sich jeder glücklich schätzen, der einmal einen Wolf in der Natur zu sehen bekäme.

Außerdem müssen in Ostwestfalen nun erste Maßnahmen im Herdenschutz umgesetzt werden. Die Errichtung von 90 Zentimeter hohen Zäunen, um Schafherden vor Wölfen zu schützen, seien da als erste Maßnahme vollkommen ausreichend. „Dringend erforderlich ist allerdings die Schulung einzelner Wolfsexperten, die Wolfsspuren erkennen könnten und in der Lage sein sollten, vom Wolf gerissene Tiere zu dokumentieren“, so Beckers weiter. Bis geschulte Wolfsexperten im Land zur Verfügung stünden, müsse man auf externe Gutachter zurückgreifen. Um die Akzeptanz für die Rückkehr des Wolfes insbesondere bei den Schäfern zu erhöhen, sollten diese für nachweislich vom Wolf gerissene Schafe Entschädigungszahlungen erhalten.

Für Rückfragen:
Helmut Brücher , Wolfsexperte NABU NRW, mobil: 0172-3140 992
Birgit Beckers, stellv. Vorsitzende NABU NRW, mobil: 0175-61 37 780,
Markus Bathen, Leiter NABU-Projekt „Willkommen Wolf!“, mobil: 0172-64 53 537

Willkommen Wolf in Nordrhein-Westfalen

NABU fordert Land auf, zügig einen Wolf-Managementplan zu erstellen

Wolfsrüde Daubitzer Rudel

19. Januar 2010 - Die Anhaltspunkte verdichten sich, dass der Wolf im äußersten Osten von NRW häufiger zu Besuch erscheint. So wird ein bereits Ende letzten Jahres im Kreis Höxter gerissenes Schaf als Wolfsverdachtsfall gehandelt. Die am Fundort genommenen Haarproben werden zurzeit noch untersucht. Unabhängig davon, ob dieser konkrete Fall nun tatsächlich dem Wolf zuzurechnen ist, ist eine Einwanderung und eine spätere Ansiedlung des Wildtieres nach Nordrhein-Westfalen nur eine Frage der Zeit, da ist sich der NABU sicher. Vom nordhessischen Reinhardswald nach NRW sind es gerade einmal 20 km, das ist für den Wolf nur ein Katzensprung.

Deshalb begrüßt der NABU die vom Umweltministerium und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz geplante Einrichtung einer Arbeitsgruppe „Wolf in NRW“, in der Vertreter der Jagd, Nutztierhalter, Säugetierkundler, Naturschutzverbände und Behörden gemeinsam einen Wolfsmanagementplan für NRW erarbeiten wollen. Der NABU mahnt jedoch zügigere Aktivitäten an. Bereits jetzt ist es notwendig, gezielt nach Hinweisen auf Wölfe im äußersten Osten von NRW zu suchen, die betroffenen Schäfer zu betreuen und Naturschützer und Jäger zu informieren. Zudem müsse das Land nun schnellstmöglich einen länderübergreifenden Plan vorlegen, der das Zusammenleben von Mensch und Wolf dauerhaft regelt.

Wölfe bald auch wieder in NRW?

NABU fordert Land auf, sich auf die Rückkehr des Wolfes vorzubereiten

Wolf

28. November 2008 - Anlässlich der Anwesenheit eines Wolfes im nordhessischen Reinhardswald und jüngst in Uslar, 14 km von der NRW-Landesgrenze entfernt, geht der NABU davon aus, dass der erste Wolf auch in Nordrhein-Westfalen nicht mehr lange auf sich warten lässt. „Das ist nur noch eine Frage der Zeit, wann der erste Wolf die noch fehlenden Kilometer bis in den Kreis Höxter zurücklegt und NRW ´Guten Tag´ sagt“, ist Birgit Beckers, stellvertretende Vorsitzende des NABU NRW und NABU-Großtierexpertin, überzeugt. Zumal der Wolf in einer Nacht problemlos 50 km zurücklegen könne. „Da liegt die Vermutung nahe, dass wölfische ´Stippvisiten´ nach NRW bisher nur unbemerkt geblieben sind“, so Beckers weiter. Vom Land erwarte der NABU nun dringend eine aktive Vorbereitung auf die mögliche Rückkehr des Wolfes nach NRW.

Wölfe

Das scheue Wildtier sei eine Bereicherung unserer Naturräume, das eine Chance verdiene, in Deutschland wieder dauerhaft heimisch zu werden. „Um ein konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und Wolf zu erreichen, ist es aber notwendig, so genannte Wildtiermanagementpläne auszuarbeiten“, erklärt Beckers. Wölfe berührten in Deutschland den Alltag von Schafhaltern, Jägern oder Waldbesuchern, die sich mit dem Neuling konfrontiert sähen – sachliche Informationen, Schutzmaßnahmen für Nutztiere und schnelle unbürokratische Hilfe im Schadensfall seien daher erforderlich, um die Akzeptanz für den Heimkehrer Wolf zu gewährleisten. Nacheinander seien Wölfe in Sachsen, Brandenburg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und zuletzt im Mai dieses Jahres in Hessen aufgetaucht. „Wölfe haben einen großen Aktionsradius. Spätestens jetzt muss der Landesregierung klar werden, wie dringend notwendig ein mit Niedersachsen und Hessen abgestimmtes länderübergreifendes Wolfsmanagement ist. "Die fachlichen Grundlagen sind seit langem bekannt und Niedersachsen hat gute Vorarbeit geleistet, davon kann NRW jetzt profitieren," so Beckers.

Im Rahmen eines solchen Wolfsmanagements sei unter anderem die Schulung einzelner Wolfsexperten wichtig, die Wolfsspuren erkennen könnten und in der Lage sein sollten, vom Wolf gerissene Tiere zu dokumentieren. Sollte sich herausstellen, dass ein Wolf über längere Zeit im gleichen Gebiet verweilt, sind Maßnahmen im Herdenschutz und die Information der Bevölkerung wichtig. Auch im Gebiet der Deutschen Märchenstraße brauche niemand Angst vorm Wolf zu haben, betont der NABU. Rotkäppchen sei ein Märchen aus vergangener Zeit, das nicht das Verhalten eines frei lebenden Wolfes widerspiegeln würde. Im Gegenteil: Wildlebende Wölfe seien äußerst scheu und würden den Kontakt mit dem Menschen meiden. Deshalb könne sich jeder glücklich schätzen, der einmal einen Wolf in freier Wildbahn zu sehen bekäme. Nach einer Analyse des Bundesamtes für Naturschutz fänden sich geeignete Lebensräume dazu in den östlichen Landkreisen von NRW.


Für Rückfragen:
Helmut Brücher , Wolfsexperte NABU NRW, mobil: 0172-3140 992
Birgit Beckers, stellv. Vorsitzende NABU NRW, mobil: 0175-61 37 780,
Markus Bathen, Leiter NABU-Projekt „Willkommen Wolf!“, mobil: 0172-64 53 537

Mehr dazu

NABU-Projekt zum Schutz der Wölfe in DeutschlandWillkommen Wolf

Der NABU will frei lebenden Wölfen in Deutschland wieder einen dauerhaften Lebensraum schaffen. Zu diesem Zweck hat der NABU ein Aufklärungs-Projekt für mehr Akzeptanz und zum Schutz der Wildtiere gestartet. mehr Mehr

Die wichtigsten Fakten in der ÜbersichtWölfe in Deutschland

Es gibt sie wieder: frei lebende Wölfe in Deutschland. 1998 wurden auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen zwei, im Jahr 2000 sogar sechs Wölfe - Eltern und Jungtiere - von Revierförstern beobachtet. Seit dem zogen die Elterntiere jedes Jahr Welpen auf. mehr Mehr

Mitglied werden

 

NABU Regional

NABU NRW NABU.de

Zentren
Schutzgebiete
Gruppen

 

Service

E-Cards

Versenden Sie ganz persönliche Naturgrüße an Freunde und Bekannte

NABU E-Cards

Podcasts

Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.

NABU Podcast zum Hören

Desktopmotive

Damit Sie die Natur auch bei der Arbeit immer im Blick haben - die NABU-Desktopvorlagen.

NABU-Desktopvorlagen

Verbandsnetz

Das gemeinsame Netzwerk für alle Aktiven in NABU, NAJU und LBV

NABU-Verbandsnetz

 

Von Aal bis Zilpzalp

Dukatenfalter Foto:J.Rodenkirchen

Über 300 Pflanzen- und Tierporträts im NABU-Artenlexikon. Mehr

 

Vogel des Jahres 2012

Dohle

Intelligent und gesellig - die Dohle Mehr