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Umfrage zum Deutschlandticket:

Nutzende wünschen sich langfristige Fortführung und Ausbau des Angebots in NRW

Das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende NRW begrüßt die Einigung der künftigen Koalitionspartner zur Fortsetzung des Deutschlandtickets bei vorerst gleichbleibendem Preis.

Straßenbahn - Foto: NABU/Jan Piecha

Foto: NABU/Jan Piecha

01. April 2025 - „Das Deutschlandticket ist ein wichtiger Baustein einer sozialen und nachhaltigen Mobilitätswende. Mit der Fortführung des Tickets ermöglicht die neue Bundesregierung zahlreichen Personen Zugang zu nachhaltiger Mobilität“ so das Bündnis einstimmig. Eine aktuelle Befragung unter den rund 13,5 Millionen Nutzenden zeigt: Fast 90 % fordern eine langfristige Fortführung.

Erhalt des Deutschlandtickets Erfolg für eine ökologische und sozialverträgliche Mobilitätswende

Besonders vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten bietet das Deutschlandticket eine wichtige finanzielle Entlastung. Über 70 % der Befragten in NRW geben an, dass sie ohne das Ticket mit steigenden Mobilitätskosten konfrontiert wären. Für ein Viertel der Nutzenden wäre dies sogar so gravierend, dass sie ihre Mobilität einschränken müssten.

Doch nicht nur sozial, auch ökologisch ist die Fortsetzung des Deutschlandtickets von zentraler Bedeutung: 39,1% hätten bei einem Aus des Tickets wieder häufiger das Auto genutzt – ein weiterer Rückschlag für die Klimaziele im Mobilitätssektor, die ohnehin schon verfehlt werden.

Mit der Einigung auf den Erhalt des Deutschlandtickets wurde in den Koalitionsverhandlungen also ein gutes Zwischenergebnis erzielt. Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen allerdings auch, dass es nicht nur um den Erhalt des Tickets geht, sondern auch eine grundlegende Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs nötig ist. Entscheidend sind:

  • Höhere Verlässlichkeit des ÖPNV (57,7 %)
  • Ausbau von Bahn- und Busverbindungen (46,6 %)
  • Bessere Taktungen (43,5 %)

Es braucht massive Investitionen in ein flächendeckendes, zuverlässiges und barrierefreies Angebot – in Städten sowie im ländlichen Raum. Dazu zählen Pünktlichkeit, Sauberkeit und Sicherheit in Fahrzeugen und an Haltestellen des ÖPNV.


Landesregierung muss neue Spielräume für den ÖPNV nutzen

Im Hinblick auf die anstehende Verkehrsministerkonferenz sieht das Bündnis die schwarz-grüne Landesregierung in NRW in der Pflicht: „Um das Ticket langfristig zu sichern und attraktiv zu gestalten, braucht es nun auch ein klares Bekenntnis der Landesregierungen. Dazu gehören auch der Ausbau und die Verbesserung des Angebots sowie eine Weiterentwicklung des Tickets“. Durch die Grundgesetzänderung ergeben sich neue Spielräume für eine stabile ÖPNV-Finanzierung, die nun ausgeschöpft werden müssen:

  • Investitionen in die Sanierung und den Ausbau des ÖPNV-Angebots sowie in die Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsträger sollten erhöht werden.
  • Angebotsstandards, Regionalbussen und Bedarfsverkehre müssen stärker gefördert und Kommunen beim Ausbau und der Instandhaltung des ÖPNV stärker unterstütz werden - insbesondere im ländlichen Raum.
  • ÖPNV muss zugänglicher werden: In seiner jetzigen Form ist das Deutschlandticket für viele nicht finanzierbar. Ein ergänzendes Sozialticket für 29 Euro sowie neue Mitnahmeregelungen würden den ÖPNV für viele bezahlbar und attraktiver machen.
  • Fachkräftemangel im ÖPNV darf nicht ignoriert werden: Die Initiative „Fokus Bahn NRW“ zur Gewinnung und Ausbildung von Fachkräften muss intensiv fortgeführt werden.

Eine ausführliche Dokumentation der Ergebnisse der Befragung der Nutzenden des Deutschlandtickets sowie Hinweise zur Methodik finden sie hier.


Bündnispartner Sozialverträgliche Mobilitätswende NRW

Bündnispartner Sozialverträgliche Mobilitätswende NRW

Das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende NRW wurde 2022 von unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Akteuren ins Leben gerufen, um gemeinsam die nachhaltige Transformation der Mobilität in NRW zu begleiten. Es bündelt die Expertise zahlreicher Organisationen (Gewerkschaften, Sozial- und Umweltverbände, Verkehrsverbände sowie zivilgesellschaftliche Initiativen) und vertritt gemeinsam viele Tausende Mitglieder. Das Bündnis wird unterstützt und gefördert von der Stiftung Mercator und ist ein regionales Pendant zum Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende auf Bundesebene.


ansprechpartnerin

Fiona Sürth - Foto: Elisabeth Stanzl
Fiona Sürth
Projektleiterin „Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende NRW“ Fiona.Suerth@NABU-NRW.de +49 (0) 211 15 92 51-26

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