LEP-Änderung schwächt Freiraumschutz
Landesentwicklungsplan NRW in der Kritik
14. August 2025 - Die geplante Änderung des Landesentwicklungsplans NRW (LEP) ist aus Sicht der Naturschutzverbände in Nordrhein-Westfalen ein klarer Rückschritt: Sie schwächt den Schutz von Natur- und Freiräumen massiv ab und treibt den Flächenverbrauch weiter an. Statt verbindliche Ziele zur Sicherung ökologisch wertvoller Gebiete und zur Begrenzung neuer Versiegelung festzuschreiben, setzt der Entwurf auf Deregulierung und Flexibilisierung.
BUND, LNU und NABU fordern die Landesregierung daher auf, den Freiraumschutz zu stärken, die geplanten Abschwächungen zurückzunehmen und verbindliche Rahmenbedingungen festzulegen, die den Flächenverbrauch bis 2030 auf 5 Hektar pro Tag begrenzen und mittelfristig Netto-Null erreichen.
Der LEP legt die räumliche Entwicklung Nordrhein-Westfalens für Jahrzehnte fest. Er wird derzeit mit dem Ziel überarbeitet, die Grundpfeiler für eine „nachhaltigere Flächenentwicklung“ zu schaffen. Angesichts von Biodiversitäts- und Klimakrise wäre dafür ein starker Schutz des Freiraums dringend notwendig – doch genau das leistet der aktuelle Entwurf nicht.
Der Entwurf gefährdet nicht nur die biologische Vielfalt und die Naherholung, sondern auch die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung, die verbindlich vorschreibt, geschädigte Ökosysteme wieder in einen guten Zustand zu bringen.
Dr. Heide Naderer
Vorsitzende des NABU NRW
Es fehlt ein Konzept, welches die nationalen und europäischen Ziele und Verpflichtungen für den Naturschutz aufgreift und dafür die notwendigen Rahmenbedingungen zur Umsetzung schafft. Stattdessen werden für den Schutz der Natur vorgesehene Gebiete für Infrastrukturprojekte geöffnet. Gleiches gilt für Waldflächen, die für Klimaschutz und Artenvielfalt von zentraler Bedeutung sind und künftig leichter für andere Nutzungen freigegeben werden könnten.
Gemeinsame Stellungnahme der Naturschutzverbände
Angesichts der vielfältigen Belastungen durch das Zusammenwirken des Klimawandels und intensiver Bewirtschaftung, sei der Ausbauschwerpunkt der Windenergie im Wald ein Schritt in die falsche Richtung. Die vorliegende Änderung des Landesentwicklungsplans (LEP) kritisiert der NABU damit als als inakzeptabel. Mehr →
Dieser Entwurf des Landesentwicklungsplanes knüpft nahtlos an die aktuelle bundes- und landespolitische Programmatik an, welche eine Beschleunigung des Ausbaus der erneuerbaren Energien zu deutlichen Lasten des Natur- und Artenschutzes vorsieht. Mehr →
Am 18. August tritt das Nature Restoration Law in Kraft, das entscheidende Maßnahmen für die Renaturierung in NRW fordert. Der zweite Nationalpark wäre ein wichtiger Schritt zur Einhaltung des EU-Gesetzes. Mehr →
