„Zukunft des Feuersalamanders in NRW“
Neues NABU-Projekt für die bedrohte Amphibienart
Die Bestände des Feuersalamander gehen in besorgniserregendem Maße zurück - Foto: Monika Hachtel
Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist in Nordrhein-Westfalen eigentlich weit verbreitet, gerät aber auch bei uns zunehmend unter Druck. 2020 wurde er deshalb in die Vorwarnliste der Roten Liste der Amphibien Deutschlands aufgenommen, denn viele Feuersalamander-Populationen nehmen in besorgniserregendem Maße ab. Der Feuersalamander gilt als nationale Verantwortungsart, was bedeutet, dass er in Deutschland besonders häufig vorkommt und wir uns deshalb intensiv um seinen Schutz kümmern müssen.
Amphibien zählen weltweit zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltieren. Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung, Klimawandel und invasive Infektionskrankheiten machen ihnen schwer zu schaffen. Der hochansteckende Amphibienpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) hat in Europa bereits zu erheblichen Bestandsrückgängen beim Feuersalamander geführt. In Deutschland verzeichnen wir 90 Prozent der invasiven Bsal-Ausbrüche, mit einem deutlichen Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen.
Des Weiteren gilt der Feuersalamander als Schlüssel- und Indikatorart für intakte Wald- und Bachökosysteme. Sein Schutz ist in Nordrhein-Westfalen also eng mit der Erhaltung naturnaher Laubmischwälder und Bachlebensräume verknüpft.
Laubwälder mit kühlen Quellbächen bilden den typischen Feuersalamander-Lebensraum. Die Larven entwickeln sich in strömungsarmen Gewässerabschnitten - Foto: Jonas Virgo
Ein zentrales Problem für den Schwanzlurch sind der Verlust und die Austrocknung von Feuchtgebieten und Bachläufen in Wäldern. Längere Dürreperioden, die bedingt durch den Klimawandel deutlich zunehmen, und sinkende Grundwasserspiegel gefährden seine Fortpflanzungs- und Lebensräume.
Hilfe für den Feuersalamander
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Mit dem Projekt engagiert sich der NABU NRW in den kommenden Jahren intensiv für den Schutz der bedrohten Amphibienart. Ziel ist, den Feuersalamander in Nordrhein-Westfalen langfristig zu schützen, seine Bestände zu stabilisieren und die Widerstandsfähigkeit der Populationen gegenüber Krankheiten und den Folgen des Klimawandels zu stärken.
Dieses Ziel wollen wir durch die folgenden drei Projektschwerpunkte erreichen:
Auch der Straßenschutz wird Projektthema sein. Amphibien-Leitsysteme und Informations-Schilder sollen die hohe Zahl an Verkehrsopfern senken - Illustration Feuersalamander: Bianca Seiser
Lebensraumschutz: Die Waldlebensräume des Feuersalamanders und die für seine Fortpflanzung notwendigen Gewässer müssen geschützt, aufgewertet und nachhaltig entwickelt werden.
Vernetzung: Wir fördern den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Naturschutz, sowie die Forschung zu Bsal und dessen Einfluss auf die Populationen des Feuersalamanders und sorgen für eine bessere Vernetzung aller Akteur*innen.
Öffentlichkeitsarbeit: Wir wollen das Bewusstsein für den Schutz des Feuersalamanders stärken und die Öffentlichkeit für das lokale und globale Amphibiensterben sensibilisieren.
Projektphase 1
In Phase 1 bis Oktober 2026 werden wir die wissenschaftlichen und konzeptionellen Grundlagen für den Schutz des Feuersalamanders in NRW erarbeiten.
Dazu gehört zum Beispiel die Erfassung der Vorkommen des Feuersalamanders in NRW: Zurzeit gibt es leider keine ausreichenden und aktuellen Daten. Das erschwert die effektive Planung von Schutzmaßnahmen und auch die Auswahl geeigneter Gebiete. Weiterhin müssen diese Gebiete ökologisch bewertet und lokal angepasste Schutzmaßnahmen erarbeitet werden.
Ältere Datenerhebung zu den Feuersalamandervorkommen in NRW. Deutlich zu erkennen ist der Bestandsrückgang: Die schwarzen Punkte kennzeichnen die Vorkommen im Zeitraum 2000 bis 2018, die grauen illustrieren die Verbreitung vor 1999 (verändert nach Datengrundlage) - Quelle: Projekt F+E, DGHT
In Phase 1 wollen wir ebenfalls ein landesweites Kooperationsnetzwerk aufbauen, bestehend aus ehrenamtlichem und hauptamtlichem Naturschutz, regionalen Forstämtern, (NABU-)Biostationen, Universitäten und weiteren, lokalen Gruppen.
Zum Beispiel setzt sich die Landesregierung Nordrhein-Westfalen bereits stärker für den Schutz der bedrohten Amphibienart ein: Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (vormals LANUV) hat ein Konzept erarbeitet, das ein Monitoring mithilfe der Biostationen beinhaltet. Das NABU-Projekt „Zukunft des Feuersalamanders in NRW“ dockt an bestehende Strukturen an und wird damit ein wichtiger Bestandteil eines bundesweiten Schutzkonzeptes.
Projektphase 2
In der anschließenden, für vier weitere Jahre geplanten Phase 2 wollen wir die geplanten Maßnahmen in den ausgewählten Gebieten vor Ort konkret umsetzen, ergänzt durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und ein begleitendes Informationsangebot, zum Beispiel durch Informationstafeln in den Schutzgebieten oder barrierefreie Lehrpfade.
Einen guten Überblick über mögliche Maßnahmen gibt eine Veröffentlichung der thüringischen Naturstiftung David zu Waldbachrenaturierungen. Ähnliche Renaturierungen planen wir auch in Nordrhein-Westfalen.
Kooperationspartner und Unterstützer*innen
Das Projekt wird finanziell unterstützt von der NRW-Stiftung.
Außerdem kooperieren wir bereits mit folgenden Verbänden:
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Artenporträt Feuersalamander
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mehr zum Projekt
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