Tipps für „Mehr gArtenvielfalt in NRW“
Mit einfachen Mitteln viel für die Artenvielfalt tun

Grafik: NABU/Jule Roschlau
Unsere Tipps für mehr Artenvielfalt im Garten, auf dem Balkon und auf öffentlichen Grünflächen
Wir zeigen dir, wie du in deinem Garten, auf deinem Balkon oder auf öffentlichen Grünflächen mit wenigen und einfachen Mitteln viel für die Artenvielfalt tun kannst:
Garten
- Wer lebt in einem naturnahen Garten?
- Wie gestalte ich einen naturnahen Garten?
- Wie pflege ich einen naturnahen Garten?
Balkon
Öffentliches Grün
Was ist das Projekt „Mehr gArtenvielfalt in NRW“?
Mit dem Projekt „Mehr gArtenvielfalt in NRW“ wollen wir zeigen, dass schon mit wenigen und einfachen Mitteln in Privatgärten, auf Balkonen und öffentlichen Grünflächen sehr viel für die Artenvielfalt erreicht werden kann. Unser Ziel ist es, Stadtnatur zu bewahren, neue grüne Oasen zu schaffen und gemeinsam ein starkes Netzwerk für mehr biologische Vielfalt aufzubauen.
Mehr zum Projekt „Mehr gArtenvielfalt in NRW“Wer lebt in einem naturnahen Garten?
Ein naturnaher Garten leistet einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. Er bietet Vögeln, Insekten, Amphibien, Igeln, Fledermäusen und Co. einen vielfältigen Lebensraum und einen wertvollen Rückzugsort.
Schmetterlinge
Schmetterlinge sind faszinierende Insekten und wichtige Bestäuber für viele Pflanzen. Oft sind sie auf ganz bestimmte Pflanzenarten spezialisiert. Ein naturnaher Garten mit vielen unterschiedlichen heimischen Blumen, Sträuchern und Bäumen bieten genügend Futter für die Raupen und nektarreiche Blüten für die Falter, und fördern auf diese Weise die Ansiedlung verschiedener Schmetterlingsarten. Wilde Ecken, also Bereiche, die wild wachsen dürfen, bieten weitere Versteck- und Nahrungsmöglichkeiten.
Was ist gut für Schmetterlinge: Wilde Ecken, Wildstaudenbeete, Wildblumenwiese/ Kräuterrasen, Mahd reduzieren, naturnahe Balkone und Terrassen, nächtliche Beleuchtung vermeiden, Laub liegen lassen, naturnahe unversiegelte Wege.

Lavendel bietet vielen Faltern – hier dem Kleinen Fuchs – Nahrung in Form von Nektar - Foto: NABU/Bernd Stahlschmidt
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Vögel
Vögel sind eine wertvolle Bereicherung für unsere Gärten. Wir können sie anlocken, wenn wir heimische Stauden, Sträucher und Bäume anpflanzen. So bieten wir Vögeln vielfältige und natürliche Nahrungsquellen. Ebenfalls förderlich sind Nistmöglichkeiten, wie Vogelhäuser und dichte Sträucher, in denen Vögel brüten können. Für heiße Tage kann ein Vogelbad aufgestellt werden.
Wer eine sogenannte Vogelschutzhecke in seinem Garten pflanzt, bietet Vögeln Nahrung und einen geschützten Lebensraum zum Nisten und Verstecken.
Was ist gut für Vögel: Bäume, Hecken und Gehölze, Nisthilfen, Wilde Ecken, Totholzhaufen, Laub- und Reisighaufen, naturnahe Balkone und Terrassen.
Viele Nahrungsquellen im Garten locken Vögel an: Blaumeise an Sonnenblume - Foto: NABU/Hans-Jürgen Janda
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Igel
Der Igel ist ein wertvoller nachtaktiver Helfer im Garten: Er ist Insektenfresser und ernährt sich hauptsächlich von Käfern, Würmern, Schnecken und anderen kleinen Wirbellosen. So trägt er zur natürlichen Schädlingsbekämpfung bei. In der Regel halten Igel von November bis März Winterschlaf. Dafür suchen sie sich einen sicheren Platz, der sie vor Kälte und Nahrungsmangel schützt.
Ein naturnaher Garten mit verschiedenen heimischen Pflanzenarten und Strukturelementen bietet ihm ideale Lebensbedingungen. Sie bevorzugen dichte Vegetation, Hecken und ungestörte Bereiche, wo sie sich verstecken und nisten können. Wer Igeln helfen will, bietet ihm Unterschlüpfe aus Laub oder Holz an und verzichtet auf chemische Spritzmittel. Wer möchte, kann auch spezielle Igelhäuser bauen oder kaufen.
Was ist gut für Igel: Totholzhaufen, Laubhaufen, Hecken und Gehölze, Steinhaufen, Nisthilfen, Kompost, Barrieren und Fallen entschärfen, keine Mähroboter.

Reisighaufen im Garten, Steine oder dichte, heimische Büsche mögen Igel ganz besonders - Foto: NABU/Roger Cornitzius
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Wildbienen und Hummeln
Wildbienen sind äußerst effektive Bestäuber und für Fruchtbildung vieler Pflanzen unentbehrlich. Sie sind nützliche und harmlose Geschöpfe, die nicht aggressiv sind und nur stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Besonders Wildbienen sind äußerst friedlich und konzentrieren sich eher darauf, Nektar und Pollen zu sammeln. Jede Art hat spezifische Vorlieben für bestimmte Pflanzen.
Um Wildbienen einen Lebensraum im Garten zu bieten, ist es wichtig, einheimische und bienenfreundliche Pflanzen zu wählen, die reich an Nektar und Pollen sind. Zudem können natürliche Nistmöglichkeiten, wie Totholz, Lehm und ungestörte offene Bodenflächen, bereitgestellt oder geeignete Nistkästen aufgestellt werden. Ein bienenfreundlicher Garten ist außerdem frei von Pestiziden und anderen Giften.
Was ist gut für Wildbienen und Hummeln: Wilde Ecken, Wildstaudenbeete, Wildblumenwiese/ Kräuterrasen, Mahd reduzieren, naturnahe Balkone und Terrassen, offene Bodenstellen, Trockensteinmauern, Nisthilfen, naturnahe unversiegelte Wege, Stauden über den Winter stehen lassen.
Erdhummel auf Nahrungssuche - Foto: NABU/Kathy Büschen
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Eidechsen
Eidechsen sind faszinierende und nützliche Bewohner in Gärten. Sie sind natürliche Schädlingsbekämpfer, da sie sich hauptsächlich von Insekten, Spinnen und anderen kleinen Wirbellosen ernähren. Dazu benötigen Eidechsen geeignete Lebensräume, wie sonnige Plätze und Versteckmöglichkeiten wie Steine, Holzstapel oder dichte Pflanzen. Um Eidechsen in den Garten zu locken, ist es außerdem hilfreich, ohne Chemie zu gärtnern. Ein naturnaher Garten mit vielen einheimischen Pflanzen und Strukturen bietet den Eidechsen Nahrung, Schutz und einen Lebensraum.
Was ist gut für Eidechsen: Steinhaufen, Trockensteinmauer
Steinhaufen bieten ideale Lebensbedingungen für die Zauneidechse - Foto: NABU/Eric Neuling
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Libellen
Mit ihren schillernden Farben und eleganten Flugbewegungen sind Libellen ein echter Blickfang. Als natürliche Schädlingsbekämpfer ernähren sie sich von Mücken und anderen kleinen Insekten. Libellen benötigen Wasser, um sich fortzupflanzen. Um Libellen im Garten anzulocken, kann zum Beispiel ein kleiner Teich angelegt werden, der mit heimischen Pflanzen bepflanzt wird.
Was ist gut für Libellen: Steinhaufen, Trockensteinmauer
Blaugrüne Mosaikjungfer - Foto: Istvan und Sabine Palfi/NABU-naturgucker.de
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Amphibien
Amphibien, wie Frösche und Kröten, benötigen feuchte Lebensräume. Ein amphibienfreundlicher Garten sollte naturnah gestaltet werden, mit dichter Vegetation, Laubhaufen und feuchten Bereichen. Ein kleiner Teich oder Wasserbecken ist ideal für ihre Fortpflanzung und die Entwicklung der Kaulquappen. Der Einsatz von chemischen Pestiziden hingegen sollte vermieden werden. Amphibien tragen als nützliche Insektenfresser zur natürlichen Kontrolle von Schädlingen bei.
Was ist gut für Amphibien: Steinhaufen, Trockensteinmauer

Erdkröten mögen es feucht - Foto: Frank Derer
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Fledermäuse
Fledermäuse sind als geschickte Insektenjäger bekannt, was sie zu natürlichen Schädlingsbekämpfern im Garten macht. Eine einzige Fledermaus kann in einer Nacht Hunderte von Mücken und anderen Insekten fangen. Fledermäuse sind nachtaktiv und nutzen ein beeindruckendes Echolot-System, um sich in der Dunkelheit zu orientieren und Beute zu finden.
Fledermäuse fühlen sich am wohlsten in einem vielfältigen, naturnahen Garten. Durch eine artenreiche Wiese und heimische Stauden werden Insekten angezogen, die der Fledermaus als Nahrung dienen. Wer Fledermäuse im Garten fördern will, kann spezielle Fledermauskästen aufhängen, die den kleinen Säugetieren einen sicheren Platz zum Schlafen und Nisten bieten.
Was ist gut für Fledermäuse: Wasser im Garten, künstliche Nisthilfen, Hecken und Gehölze, Wildstaudenbeete, nächtliche Beleuchtung vermeiden.
Braunes Langohr bei der nächtlichen Insektenjagd - Foto: Dietmar Nill
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Wie gestalte ich einen naturnahen Garten?
Ein Naturgarten bietet vielen Arten einen wertvollen Lebensraum. Mit einfachen Mitteln kannst du aus deinem Garten Schritt für Schritt eine Oase für Vögel, Insekten, Amphibien und Säugetiere machen. Wir haben einige Gartenelemente und Tipps für dich zusammengestellt. Probiere es doch einfach mal aus und erfreue dich an der entstehenden Vielfalt.
Damit sich Tiere in unseren Gärten wohlfühlen, ist es wichtig, auf allzu große Ordnungsliebe zu verzichten. Die erste und einfachste Maßnahme ist es, eine wilde Ecke im Garten entstehen zu lassen, die nicht gemäht und nur selten bearbeitet wird. Eine solche Ecke ist ein „Hotspot“ für Vögel, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und kleine Tiere, wie dem Igel und Blindschleichen.
Schon wenige Quadratmeter reichen aus. Hier können Brennnesseln, Gräser und Klee ungestört wachsen, die für viele unserer Insektenarten überlebenswichtig sind. Der Bereich kann mit unterschiedlich angeordneten Steinen, Totholz und Reisig ergänzt werden. Trockene Stängel und anfallendes Laub bleiben liegen. So kann diese Fläche zu einem Sonnenplatz, Nahrungs-, Ruhe- und Überwinterungsort für viele verschiedene Tierarten werden.

Eine „wilde Ecke“ mit Disteln, Brennnesseln und Gräsern bietet den Raupen von Tagpfauenauge, Kleinem Fuchs und dem Distelfalter einen gedeckten Tisch - Foto: Lena Hölzer
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Wildstaudenbeete bieten Lebensraum für verschiedene Tiere, wie Raupen und Wildbienen. Besonders auf mageren und sonnigen Flächen fühlen sich viele Pflanzenarten wohl, die eine reiche Insektenwelt anziehen. Aber Wildstauden eignen sich für jegliche Standorte im Garten – egal ob sonnig oder schattig, nährstoffreich oder nährstoffarm, trocken oder nass.
Wichtig ist, dass die ausgewählten Pflanzen heimisch und an den geplanten Standort angepasst sind. Dann sind Wildstaudenbeete sehr pflegeleicht, benötigen nur einmal jährlich einen Schnitt und erfreuen über lange Zeit. Selbst ein kleiner Saum Wildstauden kann schon einen positiven Beitrag zur Artenvielfalt im Garten leisten.
Sommerlicher Staudengarten - Foto: Helge May
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Eine Wildblumenwiese ist sehr wertvoll für die Artenvielfalt im Garten. Sie besteht hauptsächlich aus mehrjährigen heimischen Wildblumen- und Gräserarten, die Pollen und Nektar für viele Insektenarten und auch Lebensraum für viele Tiere bieten. Eine Wildblumenwiese macht wesentlich weniger Arbeit als ein herkömmlicher Zierrasen. Sie wird lediglich zweimal im Jahr und auch nur teilweise gemäht, um Tieren jederzeit eine Rückzugs- und Nahrungsmöglichkeit zu bieten. Weitere Pflegemaßnahmen wie Wässern und Düngen sind nicht nötig.
Eigentlich ist die Wildblumenwiese ein Staudenbeet und sollte möglichst nicht betreten werden. Wer seine Wiese auch als Spielfläche oder Liegewiese nutzen möchte, kann statt einer Blumenwiese einen artenreichen Kräuterrasen anlegen. Kräuterrasen verbinden den Artenreichtum einer Blumenwiese mit der Trittfestigkeit eines artenarmen Zierrasens. Sie können ganz einfach aus bestehendem Zierrasen entwickelt werden, indem das „Unkraut“ nicht bekämpft wird, sich Wildblumen ansiedeln können und bei Bedarf nachgesät wird. Ein Kräuterrasen braucht nur wenig Pflege und spart dadurch Kosten und Arbeit. Er braucht nicht gegossen und gedüngt und nur wenig gemäht werden. Kräuterrasen können auch auf Teilbereichen auf der Gartenwiese in Form von Säumen entstehen.
Auch die Kombination von Wildblumenwiesen und Kräuterrasen ist möglich.

Wildblumenansaat mit Klatschmohn, Hundskamille und Wilder Malve - Foto: Helge May
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Steinhaufen sind eine einfache Maßnahme, um die Artenvielfalt in Siedlungsgebieten zu fördern. Zugleich sind sie pflegeleicht und für das Material können übriggebliebene Steine aller Art verwendet werden. In vollsonniger Lage bieten sie in ihren Fugen und Hohlräumen einen Lebensraum für Reptilien, Insekten, Spinnen aber auch kleine Säugetiere. Blindschleichen zum Beispiel finden hier ideale Verstecke, Zauneidechsen nutzen sie als Sonnenplätze und Igel finden darin einen Unterschlupf. Wird der Steinhaufen von Moosen und Flechten bewachsen, finden auch Schmetterlinge, Spinnen und Schnecken Gefallen daran.

Steinhaufen und Trockenmauern: ein Paradies für Reptilien, Insekten und Spinnen - Foto: NABU/Eric Neuling
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Vom toten Baumstamm über Totholzhaufen bis hin zur Benjeshecke: Totholz ist eine wertvolle Bereicherung für jeden Garten und fördert die Biodiversität. Es bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere, wie Insekten, Reptilien und kleine Säugetiere. Indem du Totholz in deinem Garten integrierst, trägst du also aktiv zum Schutz der Natur bei und schaffst einen vielfältigen Lebensraum.
Totholzhaufen können aus abgestorbenen Ästen, Baumstämmen und anderen pflanzlichen Materialien angelegt werden. Sie sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ein attraktives, einfach umzusetzendes Gestaltungselement im Garten. Zudem werden durch die natürliche Kompostierung die Nährstoffe zurück in den Gartenboden gebracht.
Für eine Totholzhecke – auch Benjeshecke genannt – werden mehrere Holzpfeiler in zwei Reihen in den Boden gesetzt und dazwischen Totholz, Reisig und andere Gartenreste in Form einer Hecke aufgeschichtet. Im Laufe der Zeit sackt die Hecke ab und aus eingetragenen Samen fangen Gehölze und Stauden an zu wachsen. Nach und nach kann neues Schnittgut nachgelegt werden. So schafft man einen artenreichen Lebensraum im Garten und spart sich viel Arbeit.

Die Benjeshecke besteht aus abgestorbenen Ästen und Zweigen - Foto: Heike Begehold
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Aus dem anfallenden Laub des Gartens kann in einer schattigen und windstillen Ecke ein Laubhaufen entstehen, der bis ins späte Frühjahr liegen bleiben kann. Diese „Überbleibsel“ aus dem Garten sind wichtige Nährstofflieferanten und bieten Insekten, Vögeln, Amphibien und Säugetieren wie dem Igel überlebenswichtige Winterquartiere. Das Laub isoliert und hält die Tiere im Winter schön warm. Das benötigte Material fällt im naturnahen Garten im Laufe des Jahres an und muss nicht kostspielig entsorgt werden. Zudem zersetzen sich die Blätter im Laufe der Zeit und verwandeln sich in wertvollen Kompost, der den Gartenboden mit Nährstoffen anreichert. Indem du Laubhaufen anlegst, schaffst du also einen natürlichen Rückzugsort für Tiere und unterstützt das ökologische Gleichgewicht in deinem Garten.

Anfallendes Laub einfach mal liegen lassen - Foto: NABU/Eric Neuling
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Einzeln oder in Kleingruppen stehende Bäume bieten einen Lebensraum für Insekten, Vögel, Fledermäuse und andere Tiere. Je älter ein Baum ist, desto größer ist sein Beitrag für die Biodiversität. Alte Gartenbäume gilt es daher zu erhalten. Besonders heimische Baumarten sind wertvoll für die Artenvielfalt. Obstbäume bereichern durch ihre Blüten und Früchte außerdem das Nahrungsangebot für Mensch und Tier.
Bäume kühlen den Garten durch ihre Verdunstungskälte, sie produzieren Sauerstoff und nehmen Kohlendioxid aus der Luft auf. Große Bäume spenden zudem Schatten und tragen so ebenfalls zu einem günstigen Mikroklima bei. Bäume filtern Schadstoffe aus der Luft und Lärm, was gerade im urbanen Raum wichtige Faktoren sind.

Obstbäume sind nicht nur wichtiger Lebensraum für viele Tierarten, sondern spenden auch Früchte und Blüten - Foto: Bernd Schaller
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Sträucher oder Gehölzgruppen in Form von Hecken im Garten sind wichtige Lebensräume für Vögel und Insekten. Hier finden sie Nahrung, Versteckmöglichkeiten und können brüten oder überwintern. Besonders wertvoll sind dabei Gehölze, die mit ihren Blüten und Beeren nicht nur Nahrung bieten. Wenn sie zusätzlich noch Dornen oder Stacheln besitzen, schützen sie Vögel und Insekten auch vor Fressfeinden.
Die gewählten Pflanzen sollten heimisch und an den Standort angepasst sein. Im naturnahen Garten dienen Hecken als Abgrenzung, Unterteilung und Sichtschutz. Sie fangen Wind ab, bieten Schatten und begünstigen so das Kleinklima.
Zum Download: Vogelschutzhecke anlegen – eine praktische Anleitung

Vielfältige Hecke im Naturgarten - Foto: NABU/Eric Neuling
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Offene Bodenstellen, Sandlinsen und Sandarien sind wertvolle Nisthilfen im Garten, die insbesondere für Bodenbrüter wie Wildbienen wichtig sind und in intensiv bewirtschafteten Gärten meist fehlen. Offene Bodenstellen sind unbepflanzte, lockere Erdflächen, die sonnig und gut durchlüftet sind. Sandlinsen und Sandarien sind offene Sandstellen oder Sandhügel. Diese sind besonders attraktiv für Wildbienenarten, die warme, sandige Böden zum Nisten bevorzugen. Um diese Lebensräume zu erhalten, sollte darauf geachtet werden, dass die Bereiche nicht überwuchern. Der Verzicht auf chemische Pestizide ist in einem bienenfreundlichen Garten ebenfalls wichtig.

Wildbienenkolonie auf offener Sandfläche - Foto: Helge May
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Künstliche Nisthilfen sind ein einfaches Mittel, die Tiere in deinem Garten zu beobachten und ihnen zu helfen, geeignete Plätze für die Brut zu finden. Es gibt verschiedene Nisthilfen, die aufgestellt werden können, je nachdem, welche Arten unterstützt werden sollen. Neben Vögeln können auch Insekten von Nisthilfen profitieren. Wichtig ist, geeignete und ungefährliche Nisthilfen zu verwenden, die an die Ansprüche der jeweiligen Tierart angepasst sind. Außerdem sollte darauf geachtet werden, die Nisthilfen regelmäßig zu reinigen und instand zu halten, um den Tieren einen sicheren Lebensraum zu bieten.
Natürlich ist es immer besser, natürliche Nistmöglichkeiten, wie zum Beispiel alte Bäume, Sträucher, Totholz oder offene Bodenstellen, zu fördern. Diese bieten den Tieren nicht nur einen sicheren Ort zum Nisten, sondern auch eine reichhaltige Umgebung mit Nahrung und Schutz.

Holznistkasten an Apfelbaum - Foto: Helge May
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Teiche bieten einen vielfältigen Lebensraum für Insekten, Amphibien, Vögel und andere Tiere. Sie sind echte „Biodiversitäts-Hotspots“ und für Kinder als auch Erwachsene spannende Lern- und Erfahrungsorte. Außerdem verbessern sie das Mikroklima im Garten, indem sie an heißen Tagen für Kühlung sorgen. Wer wenig Platz hat, kann auch einen Miniteich in seinem Garten anlegen. Auch eine einfache Vogeltränke bietet Vögeln, Insekten und anderen Tieren an heißen Tagen einen Ort zum Trinken und Baden.


Ein Teich bringt viel Leben in den Garten - Foto: Christine Kuchem
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Naturnahe Wege und Plätze fördern die natürliche Schönheit und Biodiversität im Garten. Die Wege und Plätze werden aus natürlichen Materialien wie Kies, Holz oder Steinen angelegt, die sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Diese Flächen weisen eine geringere Versiegelung als herkömmliche Pflasterwege auf und unterstützen dadurch die natürliche Wasseraufnahme des Bodens. Dadurch kann bei starkem Regen das Wasser besser aufgenommen werden und in heißen Sommern heizen sich die Flächen nicht so stark auf. Im Vergleich zu herkömmlichen Pflasterwegen sind sie oft pflegeleichter. Das Wachstum von Pflanzen und Mikroorganismen wird auf diesen Flächen unterstützt und zugelassen. Dadurch bieten diese Flächen einen Lebensraum für Pflanzen und kleine Tiere, wie zum Beispiel Insekten.

Naturnaher Weg mit offenen Fugen - Foto: NABU/Sebastian Hennigs
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Ein Nutzgarten im naturnahen Garten ist ein Ort, der nicht nur dem Anbau von Gemüse und Obst dient, sondern auch die Biodiversität fördert und ein harmonisches Zusammenspiel mit der Natur ermöglicht. So wird der Garten zu einem Raum für das Erleben der Natur und ihrer Vielfalt.
Ein naturnaher Nutzgarten setzt auf biologische Anbaumethoden, die chemischen Düngemittel und Pestizide vermeiden und den Boden schonend bearbeiten. Stattdessen werden natürliche Dünger wie Kompost verwendet und Schädlinge durch tierische Nützlinge in Schach gehalten.
Die Gestaltung eines naturnahen Nutzgartens berücksichtigt auch die Vielfalt der Pflanzen. Mischkulturen, bei denen verschiedene Pflanzenarten zusammen angebaut werden, und vielfältige Fruchtfolgen können die Erträge steigern und Krankheiten vorbeugen. Blühende Pflanzen zwischen den Beeten bieten Bienen und Schmetterlingen, die für die Bestäubung vieler Nutzpflanzen unerlässlich sind, Lebensraum und Nahrung.

Ein vielfältiger Nutzgarten fördert das harmonische Zusammenspiel in der Natur - Foto: Martin Flade
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Darauf solltest du lieber verzichten:
Schottergärten und versiegelte Flächen
Schottergärten mit wenigen bis gar keinen Pflanzen sind in den letzten Jahren populär geworden. Sie mögen auf den ersten Blick pflegeleicht erscheinen, aber tatsächlich ist der Pflegeaufwand für einen Schottergarten ziemlich hoch. Unkraut muss regelmäßig entfernt und die Schotterschicht in Ordnung gehalten werden. Hinzu kommen hohe Kosten. Die Verwendung von Schotter und Kies zusammen mit dem abdichtenden Vlies versiegelt den Boden und beeinträchtigt die natürliche Wasseraufnahme und -durchlässigkeit, was zu Problemen bei Starkregen führt. Außerdem heizen sich Schottergärten stark auf und bilden Hitzeinseln, die die Umgebungstemperatur erhöhen und das lokale Klima negativ beeinflussen. Schottergärten werden nur sehr spärlich und meist auch monoton bepflanzt. Ökologisch gesehen bieten sie weder Lebensraum noch Nahrung für Insekten, Vögel oder Kleinsäuger.
Schottergärten sind also schlecht für die Biodiversität und unser Klima. Stattdessen sollten Gärten mit heimischen Pflanzen, Blumen und naturnahen Lebensräumen gestaltet werden.

Artenreicher Kiesgarten und monotoner Schottergarten - Fotos: Paula Polak (li), Iris Barthel (re)
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Barrieren und Fallen
Im Garten gibt es verschiedene potenzielle Gefahrenquellen für Tiere. So sind Glasflächen besonders für Vögel gefährlich, da sie das Glas oft nicht erkennen und dagegen fliegen. Um dies zu vermeiden, können spezielle Aufkleber oder Folien verwendet werden, die die Sichtbarkeit des Glases erhöhen und Vögel warnen.
Kellerschächte oder Regentonnen können ebenfalls für Tiere zur Falle werden. Kleinere Tiere, wie der Igel oder Amphibien, können hineinfallen und sich nicht mehr selbst befreien. Deshalb sollten Kellerschächte oder Regentonnen abgedeckt werden oder Ausstiegshilfen in Form von Brettern installiert werden.
Auch Teiche können gefährlich sein, wenn Tiere ins Wasser fallen und nicht mehr herauskommen. Um dies zu verhindern, sollten flache Uferzonen angelegt werden, die den Tieren den Ausstieg erleichtern oder Ausstiegshilfen aus Steinen, Pflanzen oder Brettern installiert werden, die als Rampen dienen.
Zäune können Wildtiere daran hindern, sicher zu wandern. Zusätzlich können die Tiere in engen Zäunen stecken bleiben oder durch scharfe Kanten verletzen, wenn sie versuchen, darüber zu springen oder hindurch zu gelangen. Wenn Zäune gebaut werden, sollten diese so gestaltet werden, dass sie für Tiere durchlässig sind, beispielsweise durch das Einlassen von Lücken oder das Anbringen von speziellen Durchgängen.

Vogelfalle Glas: Dieses Rotkehlchen überlebte den Aufprall gegen ein Fenster leider nicht - Foto: Stephan Bosch
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Nächtliche Beleuchtung
Die zunehmende Beleuchtung von Häusern und ihren Gärten führt zu einer Lichtverschmutzung, die die Nächte in dichtbesiedelten Gebieten erheblich aufhellt. Diese Lichtkegel stören den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus von Tieren und Pflanzen. Neben den Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen gibt es aber auch gesundheitliche Bedenken für Menschen, die der ständigen Beleuchtung ausgesetzt sind.
Besonders nachtaktive Insekten, insbesondere Falter, werden von Lichtquellen angezogen, was zu Erschöpfung führt. Diese Insekten fehlen dann als Bestäuber und in der Nahrungskette. Das helle Licht stört aber unter anderem auch Vögel in ihrem Zugverhalten, führt zu Kollisionen und beeinflusst ihren Biorhythmus, sodass sie morgens früher zu singen beginnen.
Um die Lichtverschmutzung zu reduzieren, sollte die Anzahl und Ausrichtung von Lampen im Garten sowie die Beleuchtungsdauer und Lichtstärke, idealerweise durch dimmbare Leuchtmittel und Bewegungsmelder begrenzt werden. Bei der Auswahl der Lichtfarbe ist auf einen möglichst geringen Ultraviolett- und Blauanteil zu achten. Abgeschirmte Leuchten verhindern zudem die direkte Lichtabstrahlung in den Nachthimmel.

Lampen im Garten sollten nach oben abgeschirmt werden - Foto: Helge May
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Für mehr Artenvielfalt in NRW
Wir engagieren uns in zahlreichen Projekten für mehr Artenvielfalt vor unserer Haustür – auch mit dem Projekt „Mehr gArtenvielfalt in NRW“. Wir freuen uns über deine Unterstützung!
Wie pflege ich einen naturnahen Garten?
Die Pflege eines naturnahen Gartens konzentriert sich darauf, natürliche Prozesse zu unterstützen, anstatt sie zu kontrollieren. Dazu gehört auch, ein bisschen mehr Unordnung zuzulassen, zum Beispiel Laub auch mal liegen zu lassen oder abgeblühte Stängel nicht abzuschneiden. Wir haben die Grundprinzipien der naturnahen Gartenpflege hier für dich zusammengestellt.
Gärten naturnah pflegen
Einen Garten naturnah zu pflegen bedeutet, die natürlichen Prozesse und Lebensräume zu respektieren und zu fördern. So kann zum Beispiel das anfallende Laub im Herbst liegen gelassen oder gezielt in bestimmten Bereichen des Gartens angehäuft werden. Laub bietet nicht nur einen natürlichen Schutz für den Boden, sondern dient auch als Lebensraum. Außerdem sollten Stauden im Winter nicht sofort zurückgeschnitten werden. Die verblühten Stängel und Blätter bieten Schutz für Insekten und andere Tiere, die sich in den Pflanzen verstecken oder überwintern. Zudem können die vertrockneten Pflanzenreste im Frühling als Nahrungsquelle für Vögel dienen.
Ein Kahlschlag im Garten, also das radikale Entfernen aller Pflanzen in einem Bereich oder starkes Zurückschneiden von Pflanzen sollte vermieden werden. Stattdessen ist es besser, gezielt einzelne Pflanzen zu entfernen oder mit einem artgerechten Schnitt zurückzuschneiden. Dies erhält die Struktur des Gartens und bietet immer noch genügend Lebensräume zum Ausweichen.
Moderne Techniken, wie Mähroboter und Laubgebläse, können die natürliche Umgebung stören. Mähroboter stellen eine große Gefahr für den Igel dar und schneiden oft auch Pflanzen ab, die für Insekten wichtig sind. Stattdessen sollte manuell gemäht und dabei gezielt Bereiche stehen gelassen werden. Laubgebläse entfernen nicht nur das Laub, sondern auch viele kleine Lebewesen und deren Lebensräume. Ein Besen oder eine Harke sind umweltfreundlichere Alternativen, ohne die Tierwelt zu stören.

Weniger ist mehr: In einen naturnahen Garten sollte nur behutsam eingegriffen werden - Foto: Martin Flade
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Heimische Pflanzen wählen
In einem naturnahen Garten sollten hauptsächlich heimische Pflanzen gepflanzt werden. Denn sie sind optimal an die lokalen klimatischen Bedingungen und den Boden angepasst, was ihre Überlebensfähigkeit erhöht und die Pflege erleichtert. Auch sind sie oft robuster und weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Heimische Pflanzen benötigen in der Regel weniger Wasser, Dünger und Pestizide, was nicht nur Zeit spart, sondern auch umweltfreundlicher ist.
Außerdem bieten sie Nahrung und Lebensraum für die lokale Tierwelt, insbesondere für Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge. Mit der Entscheidung, heimische Pflanzen in deinem Garten zu pflanzen, leistest du also einen positiven Beitrag zum Schutz der Umwelt und zur Förderung der Biodiversität.

Die Hundsrose – eine wilde Verwandte unserer Zierrosen – bietet viel mehr Nahrung für Insekten - Foto: Helge May
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Giftfrei gärtnern
Wer auf chemische Pestizide und Dünger verzichtet, schafft einen gesunden Lebensraum für nützliche Insekten, Vögel und andere Tiere. Mit der Auswahl heimischer Pflanzenarten in Mischkulturen und der Förderung von Nützlingen kommt der Garten auch ganz ohne Gifte aus. Zur Pflanzenstärkung kannst du selbstgemachte natürliche Pflanzenstärkungsmittel und Jauchen verwenden.

Niedlich und nützlich gegen zu viele Blattläuse: der Siebenpunkt-Marienkäfer - Foto: Helge May
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Komposthaufen anlegen
Einen Kompost anzulegen, ist eine effektive Methode, um organische Abfälle wie Küchenreste und Gartenabfälle in nährstoffreichen Humus umzuwandeln. Der Humus kann zur Düngung im Garten verwendet werden: Er verbessert die Bodenqualität, fördert das Pflanzenwachstum und erhöht die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens.
Für einen Komposthaufen werden verschiedene Materialien, wie Grasschnitt, Obst- und Gemüsereste, trockene Blätter und Zweige vermischt. Regelmäßiges Wenden des Haufens beschleunigt den Zersetzungsprozess. Ein Kompost im Garten reduziert Abfall und leistet einen Beitrag zur Nachhaltigkeit, während nebenbei noch die Biodiversität im Garten gefördert wird.

Komposthaufen - Foto: NABU/Sebastian Hennigs
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Wasserverbrauch reduzieren
Wer Wasser im Garten spart und – wenn nötig – Regenwasser nutzt, entlastet den eigenen Geldbeutel und schont die Umwelt. Standortgerechte, heimische Pflanzen benötigen weniger Wasser. Bei einer Gruppierung nach Wasserbedarf können die Pflanzen gezielter bewässert werden. Bäume und Gehölze spenden Schatten, eine Wiese mit heimischen Arten übersteht trockene Phasen besser und braucht weniger Wasser als ein herkömmlicher Rasen. Durch mit Mulch bedeckten Boden wird die Bodenverdunstung reduziert.
Wer für trockene Zeiten vorsorgen möchte, kann Wasser in Regentonnen sammeln. Grundsätzlich sollte selten, aber gründlich, und nicht zur Mittagszeit gewässert werden.

Eine Regentonne hilft, den Wasserverbrauch im Garten zu reduzieren - Foto: Helge May
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Torffrei gärtnern
Indem du auf Torf verzichtest, trägst du aktiv zum Arten- und Klimaschutz bei. Der Abbau von Torf ist umweltschädlich, denn er zerstört wertvolle Moore, die Lebensräume für viele spezialisierte und bedrohte Pflanzen und Tiere sind und große Mengen an Kohlendioxid und Lachgas speichern. Im Garten kann ganz einfach auf torffreie und umweltfreundlichere Alternativen wie Kompost, Rindenhumus, Kokos- oder Holzfasern zurückgegriffen werden.

Torffreie Gartenerde - Foto: Helge May
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Mahd reduzieren
Wer seine Rasenflächen im Garten weniger mäht, spart nicht nur Arbeit, Wasser und Energie, sondern fördert auch die Biodiversität. Durch weniger häufiges Mähen können verschiedene Wildblumen und Gräser wachsen, was die Artenvielfalt erhöht und Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere schafft. Höheres Gras kann den Boden besser beschatten und die Verdunstung reduzieren, was den Wasserbedarf der Rasenfläche senkt. Weniger Mähen spart außerdem Energie ein. Wer dennoch seinen Rasen als Lauf- oder Spielfläche nutzen möchte, kann abwechselnd Teilbereiche auslassen, sodass immer ein Bereich bunt bewachsen bleibt.

Weniger mähen lässt Blühpflanzen wachsen - Foto: Helge May
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Boden schonen
Die schonende Bearbeitung des Gartenbodens ist entscheidend für die Gesundheit des Bodens, dessen Lebewesen und das Wachstum von Pflanzen. Für einen gesunden und fruchtbaren Gartenboden ist es wichtig, die Bodenschichten, die sich über einen langen Zeitraum gebildet haben, nicht zu zerstören.
Um den Boden zu lockern, können statt Spaten oder schweren Maschinen besser Grabegabel, Sauzahn oder Hacke benutzt werden. Das Abdecken des Bodens mit organischem Material wie Rindenmulch, Stroh oder Kompost schützt vor Erosion, hält die Feuchtigkeit und fördert die Bildung von Humus. Zudem hilft Mulch, Unkraut zu unterdrücken und bietet Lebensraum für nützliche Mikroorganismen. Auch das Anpflanzen von heimischen Bodendeckern schützt den Boden vor Erosion und verbessert die Bodenstruktur.
Die Zugabe von Kompost aus dem eigenen Garten verbessert die Bodenfruchtbarkeit und fördert ein gesundes Bodenleben. Der Kompost hilft auch, die Struktur des Bodens zu verbessern und die Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen. Chemische Düngemittel sollten ganz vermieden werden. Stattdessen sollte auf natürliche Düngemittel und organische Anbaumethoden gesetzt werden, um die Bodenqualität zu erhalten und die Umwelt zu schonen. Auch das Anlegen einer Mischkultur oder die Beachtung der Fruchtfolge, also der Anbau verschiedener Pflanzenarten in wechselnden Reihen oder Beeten in deinem Nutzgarten, hält den Boden gesund, fördert die Nährstoffvielfalt und reduziert das Risiko von Schädlingen und Krankheiten.

Statt Spaten lieber zur Hacke greifen, um den Boden zu lockern - Foto: NABU/Sebastian Hennigs
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Nachhaltige, regionale und recycelte Materialien auswählen
Die Auswahl nachhaltiger Materialien schützt die Umwelt, da diese aus erneuerbaren Ressourcen stammen und weniger Energie für ihre Herstellung benötigt wird. Sie sind oft langlebiger und widerstandsfähiger, was langfristig Kosten und Ressourcen spart. Materialien, die nachhaltig sind, sind häufig frei von schädlichen Chemikalien, was ein gesünderes Umfeld für Pflanzen, Tiere und Menschen schafft. Der Kauf regionaler Materialien unterstützt die lokale Wirtschaft und verkürzt Transportwege, was den CO₂-Ausstoß verringert. Recycelte Materialien helfen, Abfall zu vermeiden und schonen natürliche Ressourcen. Außerdem können übrig gebliebene oder anfallende Materialien im eigenen Garten wiederverwendet werden.

Statt Plastik: Blumentöpfe aus Ton oder Keramik - Foto: Volker Weiß
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Wie gestalte ich einen naturnahen Balkon?
Die Gestaltung eines naturnahen Balkons ist eine wunderbare Möglichkeit, auch ohne einen Garten einen Lebensraum für verschiedene Pflanzen und Tiere zu schaffen. Mit einfachen Mitteln lässt sich auch auf einem kleinen Balkon viel für die Artenvielfalt tun.
Wildpflanzentöpfe
Um einen naturnahen Balkon zu gestalten, können einheimische Stauden, Kräuter und Sträucher in Kübeln gepflanzt werden, die schön anzusehen sind. Diese Wildpflanzentöpfe können Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber anziehen.
Auch auf dem Balkon kann ein kleiner Naschgarten entstehen, der die Menschen mit Obst und Gemüse versorgt. So kann auch ein Balkon zum Ort der Entspannung, des Gärtnerns und der Beobachtung und Unterstützung von Tieren werden.

Wildpflanzen auf dem Balkon locken Insekten und Schmetterlinge an - Foto: Eric Neuling
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Vertikale und hängende Begrünung
Zur optimalen Nutzung des begrenzten Platzes können hängende Blumenkästen oder vertikale Gärten installiert werden. Vertikale Gärten nutzen Wandflächen, um Pflanzen an Gestellen, Gittern oder Pflanztaschen anzupflanzen. Hängende Gärten hingegen verwenden Töpfe oder Regale, um Pflanzen in die Höhe zu bringen. Durch vertikale und hängende Gärten wird es ermöglicht, verschiedene Pflanzenarten in einem kompakten Raum anzubauen. Sie können die Luftqualität verbessern und schaffen eine grüne Oase für Mensch und Tier. Insbesondere mit der Auswahl von einheimischen Pflanzen kann die Artenvielfalt gefördert werden.

Mit einem Regal lassen sich verschiedene Pflanzen auf kleinstem Raum unterbringen - Foto: Marc Scharping
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Tieren auf dem Balkon helfen
Um Tiere auf dem Balkon einen Lebensraum zu bieten, können Rückzugsmöglichkeiten durch Pflanzen oder spezielle Unterschlüpfe geschaffen werden. Geeignete Nisthilfen locken Vögel und nützliche Insekten an. Wie im Garten sollte hierbei auf nachhaltige, regionale oder recycelte Materialien zurückgegriffen werden.
Weiter kannst du Tieren helfen, indem du eine Wasserquelle bereitstellst. Schon eine kleine Schale mit Steinen, aufgefüllt mit Wasser, kann eine begehrte Wassertränke für Vögel oder Insekten sein. Für Wildbienen kann eine kleine Sandlinse oder Lehmschale angelegt werden. Stauden sollten im Herbst nicht abgeschnitten werden, da in ihren Stängeln Insekten überwintern könnten.
Auf einem naturnahen Balkon sollte auf chemische Düngemittel und Pestizide verzichtet werden. Diese Maßnahmen machen deinen Balkon zu einem tierfreundlichen Rückzugsort und fördern die Biodiversität.

Über eine Nisthilfe freuen sich Vögel auch auf dem Balkon - Foto: iStock.com/SE73
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Miniteiche sind eine hervorragende und ästhetisch ansprechende Möglichkeit, um Tieren auf dem Balkon eine Wasserquelle zu bieten und gleichzeitig ein kleines Stück Naturatmosphäre zu schaffen. Diese mit einheimischen Wasserpflanzen befüllte Schalen bieten Vögeln und Insekten eine Stelle, die sie zum Trinken und Baden nutzen können. Außerdem schaffen sie einen Lebensraum für verschiedene Wasserpflanzen, die gleichzeitig einen Unterschlupf für Tiere darstellen.
Der Miniteich sollte an einem Ort mit genügend Sonnenlicht stehen, aber auch Schatten bieten. Zu beachten ist, dass der Teich im Sommer sehr heiß werden kann. Das Wasser sollte regelmäßig gewechselt und gepflegt werden. Im Winter muss man darauf achten, dass das Wasser nicht vollständig gefriert, damit Tiere auch in der kalten Jahreszeit Zugang zu Wasser haben. Durch Steine oder kleine Rampen im Wasser kann sichergestellt werden, dass Vögel und Insekten sicher trinken oder baden können und leicht wieder aus dem Wasser herauskommen.

Ein Miniteich passt auch auf einen Balkon - Illustration: NABU/Anne Quadflieg
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Wie kann ich öffentliches Grün in meiner Stadt naturnah mitgestalten?
In vielen Städten hängt die Qualität des öffentlichen Grüns nicht nur von Politik und Verwaltung ab, sondern auch vom Engagement ihrer Bürger*innen. Durch gemeinschaftliches Mitgestalten wird öffentliches Grün zu einem lebendigen und inklusiven Ort, der die Lebensqualität erhöht und die Biodiversität fördert. Hier sind einige Ideen, wie du dich aktiv für das öffentliche Grün in deinem Wohnort einsetzen kannst.
An bestehenden Aktionen teilnehmen
Viele Städte bieten bereits Möglichkeiten, sich für das Stadtgrün zu engagieren:
- Nimm an Pflege- und Mitmachaktionen teil, bei denen Grünflächen verschönert oder erhalten werden.
- Beteilige dich an Informationsveranstaltungen rund um Stadtnatur, Klimaanpassung und Biodiversität.
- Mach mit bei Dreck-weg-/CleanUp Tagen in deiner Nachbarschaft, um Parks, Uferbereiche oder Spielplätze von Müll zu befreien.

Viele Kommunen veranstalten bereits Müllsammelaktionen auf ihren Flächen - Foto: Albrecht Heymer
Selbst aktiv werden
Auch im Kleinen kannst du viel bewirken:
- Baumpatenschaften übernehmen: Kümmere dich um einen Straßenbaum, gieße ihn regelmäßig und behalte seinen Zustand im Blick. Viele Kommunen bieten auch Gießpatenschaften für Kübelpflanzen in Innenstädten an.
- Baumscheiben und Beete gestalten: Nach Absprache mit der Stadt kannst du Patenschaften für Baumscheiben oder kleinere Grünflächen übernehmen. Mit heimischen Stauden und Wildpflanzen schaffst du wertvolle Lebensräume für Insekten.
Du kannst die Verschönerung auch gemeinsam mit deiner Nachbarschaft oder als Verein umsetzen und so zu einer bunten Stadt und Wohnumgebung beitragen.

Viele Städte bieten Baumpatenschaften an - Foto: Helge May
In Gruppen engagieren
Gemeinsam geht vieles leichter:
- Engagiere dich bei Naturschutzverbänden, Umweltinitiativen oder Stadtteilgruppen. Diese kümmern sich oft um konkrete Flächen und freuen sich über Unterstützung.
- Alternativ kannst du selbst eine lokale Gruppe gründen, um mit Gleichgesinnten Ideen zu entwickeln und Projekte für eine grünere Stadt umzusetzen.


NABU Duisburg und Oberhausen bei einem Arbeitseinsatz - Foto: Sarah Bölke
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Mitreden in Planung und Politik
Langfristige Veränderungen brauchen Beteiligung:
- Bringe dich bei der Aufstellung von Bebauungs- und Grünflächenplänen ein und reiche Stellungnahmen ein.
- Nutze öffentliche Sitzungen der Stadtverwaltung, um die Bedeutung von Stadtnatur immer wieder anzusprechen.
- Sensibilisiere auch lokale Unternehmen für naturnahe Gestaltung und Verantwortung im Stadtraum.
- Achte darauf, dass gesetzlich vorgeschriebene Kompensationsmaßnahmen bei Bauprojekten umgesetzt werden.
- Am wirkungsvollsten ist gemeinsames politisches Engagement, zum Beispiel in Bürgerinitiativen oder Aktionsbündnissen.

Der Landtag in Düsseldorf - Foto: Sebastian Strumann
NABU-Gärten in NRW
Viele NABU Gruppen pflegen eigene Gärten. Manchmal in Kooperationen, manchmal mit ehrenamtlichen Helfern, aber immer für einen guten Zweck: Menschen zu zeigen, wie wir naturnah und umweltverträglich gärtnern können. Mehr →
Zählaktion „Zeit der Schmetterlinge“
Seit 2014 ruft der NABU NRW jährlich dazu auf, vier Wochen lang Falter in Gärten und Parks zu beobachten und die Beobachtungsdaten zu melden. Mehr →
