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Scheinbar einsam, aber nicht verlassen

Scheinbar einsam, aber nicht verlassen

Aus dem Nest gefallene Jungvögel nicht aufnehmen

Blaumeise, fütternd

Auch wenn sie das sichere Nest verlassen haben, werden die meisten Jungvögel weiter von ihren Eltern versorgt.

06. Mai 2011 - Zurzeit tschilpt und piept es überall in Nistkästen, Hecken und Gebüschen. Mit zarten Stimmchen bettelt der Vogelnachwuchs vehement um Futter und die ersten Jungvögel verlassen bereits das sichere Nest. Der NABU appelliert, einsam und hilflos wirkende Jungvögel nicht gleich aufzunehmen, sondern sie an Ort und Stelle zu belassen.

Nur ganz selten handelt es sich bei gefundenen Jungvögeln am Boden um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigen. Der Schein trügt häufig, denn die Jungen mancher Vogelarten wie Enten, Kiebitze oder Amseln verlassen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet sei. Die unerfahrenen und im Fliegen noch etwas ungeübten Nestflüchter sitzen dann im halbhohen Geäst oder auf dem Boden. Dort werden sie aber weiterhin von ihren Eltern versorgt.

Amsel mit Jungtier.

Auch außerhalb des Nests wird dieses Amselkind von seinen Eltern verpflegt.

Damit sie nicht verloren gehen, lassen die Jungvögel fast unablässig sogenannte Standortlaute hören. In diesem Stadium fallen sie nicht selten natürlichen Feinden zum Opfer, aber auch viele Menschen werden dann auf sie aufmerksam. Lediglich wenn Gefahr im Verzug ist, wenn Jungtiere beispielsweise auf der Straße sitzen, sollte man jedoch eingreifen und die Jungtiere an einem geschützten Ort nicht zu weit vom Fundort entfernt wieder absetzen. Dabei kann man junge Vögel ohne Probleme berühren, da der Geruchssinn bei Vögeln im Vergleich zu Säugetieren nur sehr gering ausgeprägt istr. Vogeleltern nehmen ihre Brut problemlos wieder an. Deswegen kann man auch noch jüngere, nackte Vogelkinder einfach wieder in ihr Nest zurücklegen.

Jungvogel in Hand

Auch nachdem man sie berührt hat, können Jungvögel ohne Bedenken ins Nest zurückgesetzt werden.

Nur ganz selten ist es so, dass Jungtiere tatsächlich verlassen sind. Besteht nach längerer Beobachtung kein Zweifel mehr, dass das Junge nicht mehr von den Eltern versorgt werden und ist es zudem verletzt, ist es ratsam den Findling in die Obhut der nächstgelegenen Tierpflegestation zu geben - dies gilt insbesondere für die Jungtiere seltener und geschützter Arten. Hier kann das Tier fachmännisch versorgt werden. Wer einen Jungvogel dennoch aufnimmt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es nur selten gelingt, ´wilde´ Tiere aufzuziehen und auf die Rückkehr in die Natur vorzubereiten. Die beste Hilfe für alle Tierkinder ist immer noch ein lebensfreundliches, also naturnahes Umfeld, in dem sie auch bei ihren ersten Ausflügen ausreichend Schutz finden.

Ansprechpartner bei weiteren Fragen:
Bernd Jellinghaus,
Sprecher des LFA Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW,
Tel.: 0175-4531628,
hinterjellinghausen@versanet.de

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