Das junge Turmfalkenpaar vor Beginn der Brutzeit - Foto: Pixtura GmbH
Turmfalken-Webcam
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In Wachtberg an der Lagerhalle eines Obstbauern hängt ein Nistkasten, der ursprünglich als Herberge für Schleiereulen gedacht war. Doch seit Jahren wird er von Turmfalken genutzt. Auch in diesem Jahr wollen wir die Turmfalken wieder bei der Brut zu begleiten.
Der Obstbauer macht mit beim gemeinsamen PRO PLANET-Apfelprojekt von REWE Group und NABU.
Webcam-Tagebuch 2021
23. Juni: Heute wurden die jungen Turmfalken beringt.
14. Juni: Innerhalb einer Woche sind die fünf Küken schon ganz schön gewachsen, aber noch ziemlich ungeschickt. Die Mutter lässt sie jetzt schon manchmal allein, hilft dem Männchen beim Füttern oder besorgt sich selber etwas zu Beißen.
Wegen der späten Brut ist es manchmal recht warm im Kasten und da Vögel nicht schwitzen, hecheln sie zur Kühlung ähnlich wie Hunde. Wenn die fünf schlapp in der Gegend herumliegen, muss das nichts heißen: Sobald ein Elternteil mit Nahrung kommt, sind sie blitzschnell putzmunter. In der Mittagshitze sind auch die Mäuse nicht aktiv, die Eltern jagen daher früh morgens oder abends in der Dämmerung. Tagsüber passiert dann kaum etwas.
7. Juni: Inzwischen sind alle fünf Küken geschlüpft.
4. Juni: Ein paar Tage früher als gedacht, sind nun schon drei Küken geschlüpft! Alles Gute zum Geburtstag! In der ersten Zeit kümmert sich das Weibchen sehr intensiv um den Nachwuchs und ist fast immer anwesend.
27. Mai: Mit fünf Eiern ist das Gelege komplett. Das Weibchen sitzt jetzt sehr ausdauernd auf den Eiern und verlässt sie nur kurz, um sich mal zu strecken und zu erleichtern. Da die Brutzeit etwa 28 Tage beträgt, erwarten wir den Schlupf der jungen Falken ab dem 6. Juni.
9. Mai: Nun sind es fünf Eier! Ist das Gelege damit vollzählig? Die Elterntiere sind teilweise über Stunden nicht zu sehen und die Eier werden dann nicht bebrütet. Das ist aber ein normales Verhalten und kein Grund zur Sorge. Wahrscheinlich ist die Temperatur im Kasten ausreichend hoch.
4. Mai: Das 4. Ei liegt im Kasten. Am Ende werden es wohl 5 oder 6 sein, die dann etwas 30 Tage bebrütet werden müssen, bevor die Jungen schlüpfen.
4. Mai: Das 3. Ei ist da!
2. Mai: Die beiden jungen Falken haben sich tatsächlich für eine Brut entschieden. Inzwischen liegen schon zwei Eier im Nistkasten.
30. April: Endlich - Das erste Ei ist da! Unser Paar ist spät dran, vielleicht wegen der Kälte, vielleicht aber auch wegen des jungen Männchens. Andere Turmfalken in der Region haben schon viel früher begonnen. Aber auch späte Bruten können sehr erfolgreich sein, also kein Grund zur Sorge. Die Schleiereule wurde seit dem 20. April nicht mehr gesichtet, vielleicht war es nur ein temporärer Schlafplatz. Der Obstbauer hat aber kurzerhand einen zweiten Eulenkasten in der Halle montiert, so dass die Eule eine gute Alternative hat, auch für die nächsten Jahre.
26. April: Besuch von einem voll ausgefärbten Männchen. Zwischendurch waren auch mal eine Bachstelze, ein Star und zwei Tauben zu Gast.
22. April: Die Schleiereule ist leider inzwischen nicht mehr im Kasten zu sehen. Dafür bahnt sich eine Beziehung zwischen einem der Jungfalken des letzten Jahres und einer Falkendame an. Er bringt ihr Mäuse als Brautgeschenke, wie Aufnahmen der Außenkamera zeigten. Ob die beiden den Kasten für ihre erste Brut nutzen werden? Es bleibt weiterhin spannend.
10. April: Statt des Turmfalkenpaares, das den Nistkasten meherer Jahre in Folge für seine Bruten genutzt hat, ist scheinbar in diesem Jahr eine Schleiereule eingezogen. Bisher nutzt sie den Kasten als Mäuselager und manchmal auch tagsüber zum Schlafen.
Webcam-Tagebuch in Bildern
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Anfang April zog zunächst eine Schleiereule in den Nistkasten - Foto: Pixtura GmbH
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Sie nutzt den Kasten als Mäuselager und manchmal auch zum Schlafen. - Foto: Pixtura GmbH
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Auch ein Star interessierte sich für die Räumlichkeiten - Foto: Pixtura GmbH
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Der junge Turmfalke macht seiner Falkendame Brautgeschenke - Foto: Pixtura GmbH
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Mitte April konnte eine Paarung der beiden beobachtet werden - Foto: Pixtura GmbH
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Noch schnell klarschiff machen und die Gewölle rausräumen... - Foto: Pixtura GmbH
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Am 29. April wird die Brutmulde gebaut - Foto: Pixtura GmbH
So verlief die Brutsaison 2020
Bilanz 2020: In allen knapp 100 Turmfalken-Nistkästen, die wir im PRO PLANET-Biodiversitätsprojekt der REWE Group bisher in der Region verteilt haben, fanden 2020 mindestens 26 Bruten statt und 101 Jungtiere wurde flügge. Das ist absoluter Rekord und der kleine Falke erreicht dadurch erstaunliche Dichten. Wir merken auch, dass neue Kästen teilweise extrem schnell angenommen werden, vermutlich von den her ausgebrüteten Jungtieren der vorigen Jahre.
15. Juni 2020: Nun sind die Jungfalken flügge. Nur in der ersten Zeit finden sie sich noch vereinzelt im Nistkasten ein. Immer öfter bleibt dieser nun verwaist.
8. Juni 2020: Die jungen Falken haben in den letzten vier Wochen eine rasante Entwicklung durchgemacht. Ein bisschen strubbelig sehen sie ja noch aus, aber vermutlich heißt es bald Abschied nehmen, denn die Jungfalken haben fast vollständig ihr Erwachsenengefieder. Nur das Nesthäkchen braucht sicher noch etwas Zeit.
2.Juni 2020 Die Jungen verlieren jetzt ihr Daunengefieder und bekommen richtige Federn. Für die zunehmenden Flugübungen ist der große Nistkasten sehr praktisch. Außerdem sind alle Jungfalken nun beringt.
15. Mai 2020: Nun haben alle 5 Küken das Licht der Welt erblickt. Man sieht deutlich, wie viel weiter die anderen Geschwister schon sind, aber das wird das Nesthäkchen schon noch aufholen.
13. Mai 2020: Ganz früh am Morgen ist das vierte Küken hinzugekommen.
12. Mai 2020: Küken Nummer 3 ist heute geschlüpft.
11. Mai 2020: Nun ist auch das zweite Küken da.
10. Mai 2020: Während eines Gewitters am frühen Morgen schlüpfte heute das erste Küken. Pünktlich zum Muttertag!
8. Mai 2020: Seit gestern sind nur noch fünf Eier im Nest. Das sechste Ei scheint nicht befruchtet gewesen zu sein. Das Männchen hat es entsorgt, wie Archivbilder zeigten.
4. Mai 2020: Als guter Vater versorgt das Männchen nicht nur das Weibchen mit Mäusen, sondern beteiligt sich auch am Brüten. So kann dieses in Ruhe fressen und mal eine Pause machen. Anders als letztes Jahr sitzt der Vater recht ausgiebig auf den Eiern, über 30 Minuten wurden schon beobachtet.
20. April 2020: Mit 6 Eiern ist das Gelege komplett und wird jetzt sehr ausdauernd vom Weibchen bebrütet. Das Männchen springt manchmal beim Brüten ein, aber immer nur kurz.
14. April 2020: Über die Ostertage sind Ei Nummer 3 und 4 gelegt worden. Wie viele wohl noch folgen?
10. April 2020: Das zweite Ei liegt nun auch im Nest.
8. April 2020: Das erste Ei ist da! Pünktlich zu Ostern hat das Weibchen sein erstes Ei gelegt. Die nächsten Tage werden weitere hinzukommen.
24. März 2020: Die Vögel arbeiten schon an einer Mulde für die Eiablage. Geht es schon bald los?
Wie verläuft die Brutzeit bei Turmfalken?
Der Nistkasten dient den Turmfalken in Wachtberg nun schon seit einigen Jahren als Brutrevier. Für gewöhnlich legt das Weibchen ein Gelege mit fünf bis sechs Eiern. Turmfalken-Eier sind in der Regel zwischen 3,4 und 4,4 Zentimeter lang und haben eine ockergelbliche Färbung mit rostrot-braunen Flecken. Sie werden rund 30 Tage dauerhaft bebrütet, bevor die Jungen schlüpfen. Meist sitzt das Weibchen auf den Eiern. Man erkennt es an dem einheitlich braunen Gefieder. Das Männchen hat einen gräulich gefärbten Kopf und ist etwas kleiner. Während das Männchen Futter für beide Elterntiere jagt, sitzt das Weibchen auf den Eiern. Nur während das Weibchen die mitgebrachte Beute frisst, übernimmt das Männchen die Brut.
Nach dem Schlupf
Sind die Küken geschlüpft, müssen sie von den Elterntieren rund um die Uhr gefüttert und gewärmt werden. Sie füttern die Küken mit Fleischstücken von Mäusen oder kleinen Vögeln. Während sie auf Beutejagd sind, bilden die Jungen eine Wärmepyramide, das heißt, sie kuscheln sich eng aneinander, um sich gegenseitig zu wärmen. Denn ihr weißes Dunenkleid hält sie nur etwas warm.
Erste Flugübungen
Nach etwa einem Monat ist das Federkleid komplett. Dann beginnen die Jungen mit den ersten Flugübungen. Junge Falken jagen zunächst gemeinsam und schauen sich Beutefang-Techniken von einander ab. In den ersten Wochen werden sie aber noch mit Futter von den Elterntieren versorgt. Auch wenn sie nun seltener im Kasten zu sehen sind, nutzen sie ihn noch für Pausen. Beim gemeinsamen Ausruhen schnäbeln die Geschwister immer mal wieder oder knabbern sich gegenseitig an den Füßen. Damit stärken die Tiere die Bindung untereinander und üben schon ein wenig für ihre eigenen Partnerschaften. Bis sie irgendwann den Nistkasten ganz verlassen und ihrer eigenen Wege gehen...
Der Livestream wird von der Firma PIXTURA Werbeagentur umgesetzt und betreut.
Weitere Infos
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