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Wo sind unsere Schwalben?
Schwalbenfreunde gesucht!
NABU-Aktion zum Schutz der Schwalben in NRW

„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ warnt ein bekanntes Sprichwort. Noch trüber dürfte die Vorstellung ausfallen, wenn sich keine Schwalbe mehr am heimischen Sommerhimmel mehr zeigen würde. Ohne schwarz malen zu wollen, steuern die Sommerboten allerdings in einigen Gegenden Nordrhein-Westfalens auf einem dramatischen Kurs. Mehl- und auch Rauchschwalbe, die einst so typischen Begleiter des Menschen, wurden mit ihren Beständen für NRW in der aktuellen Roten Liste als gefährdet eingestuft. Eine Ursache für den Rückgang der Schwalbenpopulation sind der Verlust und die Zerstörung von Nistmöglichkeiten und Nestern. Diesem Trend will der NABU NRW mit seiner Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" entgegenwirken. Nach einer erfolgreichen zweiten Saison zeichnet der NABU auch in 2012 wieder Menschen und Häuser aus, bei und an denen die Glücksbringer willkommen sind. So können Sie die Auszeichnung bekommen.
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Viele Schwalbennester sind leer geblieben
NABU ruft zur Meldung von Mehl- und Rauchschwalben auf
16. Juni 2009 -
Wo bleiben die Mehlschwalben? Warum werden die Nester, die seit vielen Jahren stets voll belegt waren, dieses Jahr nicht genutzt? Was ist passiert mit unseren Schwalben? Diese und ähnliche Fragen besorgter Bürger werden dem NABU seit einigen Wochen häufiger gestellt. Denn viele Nester sind in diesem Frühjahr leer geblieben oder es sind mancherorts gar keine Schwalben mehr eingetroffen. „Wir nehmen diese Meldungen sehr ernst, denn leider bestätigen sie die Beobachtungen von Vogelkundlern in ganz Nordrhein-Westfalen, dass die Schwalbenbestände bereits seit Jahren stark rückläufig sind,“ sagt Bernd Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW. Deshalb ruft der NABU alle Bürger auf, Mehl- und Rauchschwalbenvorkommen, aber auch alle leer gebliebenen Kolonien, zu melden.
Dieses Jahr seien zwar einige Mehlschwalben sehr spät eingetroffen und hätten daher erst mit erheblicher Verzögerung mit dem Nestbau und der Brut begonnen. Aber überall dort, wo die Nester jetzt noch unbesetzt seien, könnte man davon ausgehen, dass die Brutstätte ungenutzt bliebe. „Für Ornithologen sind aber auch Meldungen von verwaisten Brutkolonien wichtig, da man so einen genaueren Überblick darüber erhält, wie stark der Rückgang tatsächlich ist“, so Jellinghaus. Wichtig bei einer Meldung an den NABU seien die Angaben zur Schwalbenart sowie die Zahl der besetzten beziehungsweise unbesetzten Nester. Auch wer Kenntnisse über verlorengegangene Brutkolonien beispielsweise durch eine Haussanierung hätte, könne dies unter info@nabu-nrw.de melden.
Dabei seien die Tiere auch von Laien recht leicht auseinanderzuhalten: Rauchschwalben seien an der rotbraunen Stirn und Kehle, sowie den langen, spießförmigen Schwanzfedern leicht zu erkennen. Sie bauen ihr napfförmiges, offenes Lehmnest in der Regel im Innern von Gebäuden. Mehlschwalben hätten eine auffallend weiße Unterseite und einen weißen Bürzel (verlängerter Rücken) sowie einen kurzen gegabelten Schwanz. Sie bauen ein bis auf das Flugloch geschlossenes Lehmnest an den Außenseiten der Gebäude und brüten meist in Kolonien.
„Fehlende Brutmöglichkeiten und der Rückgang der Nahrungsgrundlage sind Gründe für den Rückgang unserer Schwalben“, weiß der NABU-Vogelexperte. Während Hausbesitzer oft ohne Kenntnis der Rechtslage bei einer Haussanierung die Nester der Mehlschwalben zerstörten, verschlössen besorgte Landwirte den Rauchschwalben ihre Ställe, um EU-Hygieneanforderungen gerecht zu werden. "Die Nester der kleinen Koloniebrüter sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz allerdings geschützt und dürfen grundsätzlich nicht beschädigt oder abgeschlagen werden. Auch der Zugang zu bestehenden und genutzten Nestern darf nicht versperrt werden", erklärt Jellinghaus. Traurige Konsequenz der sich ständig verschlechternden Lebensbedingungen: In der kürzlich veröffentlichten neuen Roten Liste der Brutvögel Nordrhein-Westfalens wird nun auch die Mehlschwalbe als gefährdet eingestuft. Das gilt für die Rauchschwalbe schon länger.
Kontakt:
Bernd Jellinghaus, Landesfachausschuss für Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW, mobil: 0175-45 31 628, E-Mail: hinterjellinghausen@versanet.de.
Nester für Mauersegler- und Schwalben
Tipps zum friedlichen Zusammenleben mit Vögeln am Haus
Leider passiert es immer wieder, dass Nester von Mauerseglern und Schwalben an Häuserfronten abgeschlagen werden. Durch Sanierungen von Alt- und Neubauten geht zusätzlich immer mehr Brutraum für die Vögel verloren. Der NABU macht daher darauf aufmerksam, dass Schwalben und Mauersegler zu den besonders geschützten Tierarten gehören. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es somit verboten, die Nester zu beschädigen oder zu zerstören, selbst wenn sich die Bewohner im südlichen Winterquartier befinden und das Nest vorübergehend nicht bewohnt ist. Allerdings können Ausnahmen zugelassen werden, etwa bei genehmigten Baumaßnahmen, wozu in der Regel eine Befreiung durch die Untere Naturschutz- oder Landschaftsbehörde notwendig ist.
Schwalben bevorzugen zum Nisten Hauswände unter Dachvorständen, Mauersegler die Spalten und Hohlräume mit horizontalen Boden unter Dächern. Genau diese Eigenart wird den Vögeln jedoch manches Mal zum Verhängnis. Bernd Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie und Vogelschutz beim NABU NRW, kennt den häufigsten Grund, warum die Nester an der Hauswand zerstört werden: "Schwalben und Mauersegler sind wahre Vielflieger, die einen hohen Energieverbrauch haben und damit größere Mengen an Kot produzieren. Dieser kann bei Schwalben während der Brutzeit verstärkt Hauswände und Fenster verschmutzen." Dem kann man jedoch leicht abhelfen. Jellinghaus schlägt als wirksamen Schutz vor der Fassadenverschmutzung ein etwa 25 cm breites Kotbrett vor, das 30-50 cm unter dem Nestrand angebracht wird. Wichtig sei hierbei, dass die Vögel einen freien Anflug zu ihren Nestern haben. Bei Mauerseglern seien die Sorgen, sie könnten die Hauswände beschmutzen zudem unbegründet, da Mauersegler im Gegensatz zu Schwalben keinen Dreck am Brutplatz hinterlassen. "Um die Kolonien von Mauerseglern und Schwalben an einen unproblematischeren Bereich des Hauses umzusiedeln, können Kunstnester angeboten werden, die beim NABU oder im Fachhandel erhältlich sind", so Jellinghaus weiter.
Übrigens habe es auch zahlreiche Vorteile, Schwalben oder Mauersegler als Untermieter zu beherbergen. Die Vögel, die auf ihrem Zug ins Winterquartier wochenlang ohne Zwischenlandung fliegen, fressen am Haus lästige Insekten wie Mücken und Fliegen. Schwalben haben dabei eine Art "Wetterhahnfunktion", denn die alte Regel "Wenn die Schwalben niedrig fliegen, werden wir bald Regen kriegen" ist durchaus zutreffend. Bei der Jagd nach Insekten folgen die Vögel ihrem Futter nach. Bei sonnigem Hochdruckwetter werden Insekten von der warmen Luft nach oben getragen. Zieht ein Schönwettergebiet ab, fliegen die Insekten wieder in geringerer Höhe. Allein aus diesen Gründen sollte jeder dazu beitragen, dass die Brutplätze für diese faszinierenden Vögel erhalten bleiben.
Wer Nisthilfen für Rauchschwalbe und Co. installieren oder gar selbst bauen möchte, der erfährt hier wie er am besten vorgeht.

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Schwalben in NRW
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