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O Tannenbaum, o Tannenbaum

Weihnachtsbäume ohne Chemie kaufen

Auf Ökolabel und kurze Transportwege achten

Weihnachtsbaum

Er gehört genauso zum Weihnachtsfest, wie die Christmette, das „Stille Nacht, heilige Nacht“ und die Geschenke - der festlich geschmückte „Tannenbaum“.

Ab Mitte November ist die Weihnachstbaumernte in vollem Gange. Mit dem Öffnen der Weihnachstmärkte und dem Beginn der Adventszeit beginnt dann auch die Jagd auf den schönsten Weihnachstbaum für zu Hause. Doch nur selten wird am Heiligen Abend tatsächlich eine heimische Tanne oder Fichte angesungen, beliebter sind Nobilistannen oder Blaufichten. Circa 30 Millionen davon schmücken zur Weihnachtszeit deutsche Wohnzimmer. Allein aus dem Sauerland kommen 10 Millionen Weihnachtsbäume. Dabei stammen die meisten aus Weihnachtsbaumkulturen, die durch den massiven Einsatz von Düngern und Pestiziden Boden, Grundwasser und Lebewesen belasten. Deshalb empfiehlt der NABU NRW den Kauf von Fichten, Kiefern oder Tannen aus Durchforstung oder Weihnachtsbaumkulturen, die nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet werden.

Schafe in Weihnachtsbaumkultur

Scropshire-Schafe im Einsatz in einer Weihnachstbaumkultur

Dabei sollte man darauf achten, dass die Bäume mit dem FSC-Siegel oder den Labeln der ökologischen Anbauverbände Bioland oder Naturland gekennzeichnet sind. Denn das garantiert, dass die zur Neupflanzung vorgesehenen Flächen für Weihnachtsbaumkulturen, nicht mit Herbiziden kahlgespritzt, sondern mechanisch von Aufwuchs befreit werden. Auch später werden Konkurrenzpflanzen nicht durch Pestizide kleingehalten. Stattdessen werden beispielsweise Shropshire-Schafe als Rasenmäher eingesetzt. Durch ihr wählerisches Fressverhalten gefährden sie die Weihnachtsbäume nicht. Weil im Biolandbau keine Pestizide eingesetzt werden, werden auch die nützlichen Insekten geschont, die in der Lage sind, einem Schädlingsbefall wirksam etwas entgegenzusetzen. Totalverluste wie in konventionellen Baumschonungen gibt es daher im Ökoanbau nicht. Zu guter Letzt bleibt dem Käufer eine mögliche Belastung der Raumluft durch ausgedünstete Pestizide während der Weihnachtszeit erspart.

Ökologisch erzeugte Edeltannen zu erwerben, ist allerdings noch mit etwas Aufwand verbunden. Während Bioprodukte im Nahrungsmittelsektor aus den Produktpaletten nicht mehr wegzudenken sind, fristet der ökologische Weihnachtsbaumanbau noch ein Schattendasein. In NRW gibt es zurzeit 12 ökologisch wirtschaftende Land- und Forstbetriebe, die ´Ökotannenbäume´ im Angebot führen. Fündig wird man beispielsweise in Kaarst bei Neuss, in Ennepetal oder bei Schmallenberg im Sauerland sowie in einigen Forstbetriebsbezirken im Raum Köln-Bonn sowie in Lennestadt. Hinzu kommen noch nicht überregional erfasste Betriebe, die neben landwirtschaftlichen Erzeugnissen auch wenige Weihnachtsbäume nach ökologischen Gesichtspunkten produzieren. Hier sollte man bei den örtlichen Biobetrieben und -läden nachfragen, so der NABU. Alternativ bietet sich der Erwerb eines Baumes von forstlichen Sonderstandorten wie z.B. von Hochspannungstrassen sowie aus Durchforstung an. Ob es entsprechende Angebote in der Region gibt, erfährt man beim zuständigen Forstamt. Eine aktualisierte überregionale Bezugsquellen-Liste ist bei Robin Wood zu finden.

An die Weihnachtsbaumanbauer appellieren NABU zukünftig auf stärker nach ökologischen Kriterien erzeugte Weihnachtsbäume zu setzen. Es sei nicht hinnehmbar, dass zu Schmuckzwecken erzeugte Nadelbäume massiv die Umwelt und die Gesundheit von Anwohnern gefährden würden. Allerdings müsse auch der Verbraucher seine Ansprüche überdenken: Den „perfekten, gerade und dicht gewachsenen, schön grünen“ Weihnachtsbaum gäbe es nicht ohne Chemie.

Für Rückfragen:
Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW Tel.: 0211-15 92 51-14


Mehr Informationen zum Thema:
Auch die Verbraucherzentrale NRW hat dazu aufgerufen beim Kauf von Weihnachstbäumen möglichst auf Fichten und Tannen aus ökologischem Anbau zurückzugreifen. Unter www.vz-nrw.de/weihnachtsbaum finden Sie die ausführlichen Tipps und Infos der Verbraucherzentrale NRW.

Eine überregionale Bezugsquellen-Liste finden Sie bei Robin Wood.

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