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Weihnachtsbäume ohne Chemie kaufen

Auf Ökolabel und kurze Transportwege achten

Die Adventszeit beginnt und damit auch die Jagd auf den schönsten Weihnachtsbaum für zu Hause. Der NABU empfiehlt den Kauf von Fichten, Kiefern oder Tannen aus Durchforstung oder ökologisch wirtschaftenden Weihnachtsbaumkulturen.

Weihnachtsbaumkultur - Foto: Helge May

Weihnachtsbaumkultur - Foto: Helge May

November 2025 - Mit Beginn der Adventszeit stellt sich für viele Haushalte in NRW wieder die Frage: Weihnachten mit oder ohne Weihnachtsbaum? Die Antwort fällt meist eindeutig aus – der traditionelle Weihnachtsbaum gehört einfach dazu. Rund 30 Millionen Bäume schmücken jedes Jahr zur Weihnachtszeit deutsche Wohnzimmer, jeder dritte stammt aus NRW. Die meisten davon wiederum aus dem Sauerland, der Hauptanbauregion für Nordmanntanne, Rot- und Blaufichten deutschlandweit. Der Anbau erfolgt in Monokulturen. Der dabei nach wie vor häufige Einsatz von Düngern und Pestiziden belastet Böden, Gewässer, Tiere und letztendlich den Menschen. Der NABU empfiehlt deshalb weiterhin den Kauf von Fichten, Kiefern oder Tannen direkt aus Forstbetrieben oder ökologisch wirtschaftenden Weihnachtsbaumkulturen.


Worauf sollte man beim Kauf achten?

Schafe in Weihnachtsbaumkultur

Fichte - Foto: Helge May

Man sollte nur Bäume erwerben, die mit dem FSC-Siegel oder den Labeln der ökologischen Anbauverbände gekennzeichnet sind. Denn das garantiert, dass die zur Neupflanzung vorgesehenen Flächen für Weihnachtsbaumkulturen, nicht mit Herbiziden kahlgespritzt, sondern mechanisch von Aufwuchs befreit werden. Auch später werden Konkurrenzpflanzen nicht durch Pestizide kleingehalten. Stattdessen werden beispielsweise Shropshire-Schafe als Rasenmäher eingesetzt. Weil im Biolandbau keine Pestizide eingesetzt werden, werden auch die nützlichen Insekten geschont, die in der Lage sind, einem Schädlingsbefall wirksam etwas entgegenzusetzen. Totalverluste wie in konventionellen Baumschonungen gibt es daher im Ökoanbau nicht. Zu guter Letzt bleibt auch Käuferinnen und Käufern so eine Belastung der Raumluft durch ausgedünstete Pestizide während der Weihnachtszeit erspart.


Wo gibt es Öko-Weihnachtsbäume in NRW?

Die steigende Nachfrage nach ökologisch produzierten Weihnachtsbäumen hat sich in den vergangenen Jahren in einem deutlich gestiegenen Angebot niedergeschlagen. Dennoch ist der Marktanteil an Öko-Weihnachtsbäumen laut Robin Wood weiterhin gering. Er beträgt nach Schätzung lediglich rund 0,6 Prozent. Die von Robin Wood jährlich aktualisierte Liste für den Erwerb von Öko-Weihnachtsbäumen weist zurzeit 213 Verkaufsstellen für Nordrhein-Westfalen aus, die ihre Bäume von 19 ökologisch produzierenden Betrieben beziehen. Fündig wird man also mittlerweile auch in NRW im näheren Umfeld, was den Kauf eines ökologisch produzierten Weihnachtsbaumes, auch mit Blick auf den geringen Transportweg, zusätzlich sinnvoll werden lässt.

Neben den großen ökologisch wirtschaftenden Weihnachtsbaumbetrieben, die zahlreiche Verkaufsstellen beliefern, produzieren manche Biohöfe auch direkt kleinere Mengen Weihnachtsbäume nach ökologischen Gesichtspunkten. Alternativ bietet sich der Erwerb eines Baumes von forstlichen Sonderstandorten an, wie z.B. von Hochspannungstrassen sowie aus Durchforstung. Ob es entsprechende Angebote in der Region gibt, erfährt man beim zuständigen Forstamt.


Welche anderen ökologischen Alternativen gibt es?

Die beste Alternative zum Echtbaum sind Tannenzweige in der Vase oder Girlanden aus frischem Tannengrün. So kann man den geliebten Weihnachtsschmuck effektvoll dekorieren.

Statt jedes Jahr einen neuen Baum zu kaufen, lässt sich auch einer mit Wurzelballen erwerben. Bevor der zukünftige Weihnachtsbaum von Garten oder Balkon für die Feiertage ins warme Wohnzimmer umzieht, sollte er sich in Keller oder Garage akklimatisieren, damit er den Besuch im Warmen gut übersteht. Wer zudem regelmäßig gießt, den Baum hell und nicht direkt neben der Heizung aufstellt, erhöht die Überlebenschancen. Auch sollte der Ausflug ins Warme nur von kurzer Dauer sein, damit der Baum nicht mitten im Winter frisch austreibt. Nach den Feiertagen braucht der Weihnachtsbaum einen kühlen, hellen und frostfreien Standort, bis er nach der Frostphase im Frühjahr wieder ins Freie oder in die Erde gepflanzt werden kann. Nur wenn es wirklich gelingt Weihnachtsbäume mit Ballen erfolgreich im Garten auszupflanzen und mehrfach zu nutzen, ist diese Variante ökologischer.

Keine Alternative ist der Plastikweihnachtsbaum. Oft ist deren Lebensdauer nur kurz. Schon nach wenigen Jahren Benutzung werden sie unansehnlich geworden als Müll entsorgt und landen bestenfalls in der Müllverbrennungsanlage. Außerdem kommen die meisten Plastikweihnachtsbäume aus Fernost und haben dementsprechend lange Transportwege hinter sich. Fazit: Echte Verschwendung wertvoller Ressourcen und Belastung der Umwelt und des Klimas bei der Produktion und durch lange Transportwege.


Eine bundesweite Liste von Anbietern von Öko-Weihnachtsbäumen gibt es bei: Robin Wood.

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