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Weniger Amseln auch in NRW

Weniger Amseln auch in NRW

Spatz erobert 1.Platz | Meldungen zur "Stunde der Wintervögel" noch bis 16.Januar möglich

Haussperling

Der Haussperling hat in NRW deutlich zugelegt und hält bisher den 1.Platz.

12. Januar 2012 - Der NABU hat eine erste Zwischenbilanz der „Stunde der Wintervögel“ gezogen. Nach Auswertung von bislang 28.000 Einsendungen mit mehr als einer Million Vogelbeobachtungen zeichnen sich erste Trends unter den Vogelarten ab, die im Mittelpunkt der bundesweiten Mitmachaktion vom vergangenen Wochenende stehen. „Vielerorts fehlen die typischen Wintergäste aus dem Norden, wie Bergfinken oder Erlenzeisige“, sagte Bernd Jellinghaus, Vogelexperte des NABU NRW. Die Erklärung dafür liege im bisher sehr milden Verlauf des Winters. Dieser locke insgesamt weniger Vögel an Winterfütterungsstellen in Gärten, wo vielfach gezählt wurde.

Amselhahn auf Hausdach

Besonders auffallend sei jedoch, dass Amseln bundesweit um etwa ein Drittel weniger registriert wurden als noch vor einem Jahr. „Die stärksten Rückgänge gäbe es im Dreiländereck zwischen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen und damit genau dort, wo im letzten Sommer eine Viruskrankheit zu einem Amselsterben geführt hatte“, erläuterte Jellinghaus die Zahlen. Die Wintervogelzählung mache nun deutlich, wo und in welchem Ausmaß die Amselpopulation davon betroffen war und ist.

In Nordrhein-Westfalen ist die Amsel zum jetzigen Zeitpunkt vom 1. auf den 4. Platz abgefallen. Hier liegt die Vermutung nahe, dass unter anderem auch das Usutu-Virus dafür verantwortlich sein könnte, da auffällige Rückgänge vor allem in den an Rheinlandpfalz und Hessen angrenzenden Kreisen gemeldet wurden. Für NRW fehle aber nach wie vor ein definitiver Nachweis des Virus. „Die Stunde der Gartenvögel im kommenden Mai muss nun zeigen, ob auch bei dieser Art der milde Winter einen Einfluss auf die Zählung gehabt hat und deshalb weniger Tiere in den Gärten nach Nahrung suchten, als erwartet“, so Jellinghaus weiter.

Rotkehlchen

Deutlich abgenommen hätten auch die Beobachtungen von Kohlmeise, Buchfink und Rotkehlchen. Ob deren Bestände unter den beiden letzten kalten und schneereichen Wintern gelitten hätten oder diese Rückgänge ebenfalls nur auf den aktuellen milden Winter und eine geringe Präsenz am Futterhäuschen zurückzuführen seien, müssten weitere Beobachtungen wie im Mai zur Stunde der Gartenvögel zeigen. Zugenommen habe in NRW dagegen der Haussperling (Platz 1), der gerade in den nordrhein-westfälischen Ballungsräumen wieder häufiger gesichtet wurde und auch Dohlen, Elstern und Rabenkrähen legten noch etwas zu. Insgesamt wurden im Bundesland Nordrhein-Westfalen bisher in 4911 Gärten von rund 7000 Vogelfreunden 175293 Vögel gezählt.

Schon im vorigen Winter war die erste bundesweite „Stunde der Wintervögel“ mit mehr als 56.000 Einsendungen und rund 2,6 Millionen gemeldeten Vögeln ein großer Erfolg. Nun waren Naturfreunde erneut aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen. Beobachtungen können noch bis zum 16. Januar online oder per Post gemeldet werden. Die vollständigen Ergebnisse sind Ende Januar zu erwarten.

Für Rückfragen:
Bernd Jellinghaus, Sprecher des LFA für Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW, mobil: 0175/ 45 31 628


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