Nordrhein-Westfalen.NABU.de Themen Jagd Weitere Säugetiere Der Feldhase

Der Feldhase

Steckbrief Feldhase

Lepus europaeus

Feldhase

Feldhase

Schutzstatus
International
Der Feldhase fällt unter Anhang III der Berner Konvention von 1979. Diese soll den Schutz empfindlicher und gefährdeter Arten einschließlich wandernder Arten und ihrer Lebensräume gewährleisten. Die "geschützten Tiere" des Anhang III dürfen nur in einem Umfang bejagt oder genutzt werden, der ihren Bestand nicht gefährdet.

National
Rote Liste BRD: gefährdet.
Rote Liste NRW: gefährdet

Jagdrecht
Bundesjagdgesetz
Nach dem Bundesjagdgesetz fällt der Feldhase unter die jagdbaren Arten. Nach der BJagdZ-VO darf der Feldhase vom 01. Oktober bis zum 15. Januar gejagt werden.

Landesjagdzeitenverordnung
Laut der Landesjagdzeitenverordnung darf der Feldhase vom 01. Oktober bis zum 31. Dezember bejagt werden.

Jagdstrecke NRW
1998/ 1999: 119.622
2001/ 2002: 146.199 (davon Fallwild: 24.420)
2002/ 2003: 152.507 (davon Fallwild: 24.484)
2003/ 2004: 198.764 (davon Fallwild: 25.707)
2004/ 2005: 178.757 (davon Fallwild: 25.678)
2005/ 2006: 170.864 (davon Fallwild: 24.988)
2006/ 2007: 154.854 (davon Fallwild: 25.051)
2007/ 2008: 170.222 (davon Fallwild: 24.697)

Bestand in NRW
Für die beiden Jagdjahre 2003/04 und 2004/05 wird der Herbstbesatz des Feldhasen von der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) auf ca. 450.000 geschätzt. Im landesweiten Mittel wird dann von einem Frühjahrsbesatz von 250.000 Feldhasen ausgegangen, die so gut wie flächendeckend in NRW vertreten sind. Die leichte Erholung des Feldhasenbestandes im Jagdjahr 2007/2008 lässt sich vermutlich auf die günstigen Witterungsbedingungen im April 2007 zurückführen.

Eine langfristige Erholung des Bestandes auf Zahlen wie im Jagdjahr 2003/2004 ist vor dem Hintergrund einer zurzeit massiven Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung mit Flächenkonkurrenz bei der Produktion von nachwachsenden Rohstoffen, Futter- und Lebensmitteln und dem damit unter anderem verbundenen Rückgang von Brachflächen zurzeit nicht sehr wahrscheinlich.

NABU-Position zur geänderten Landesjagdzeitenverordnung
Da die Population der Feldhasen - unter anderem durch die intensive Landwirtschaft - in der Vergangenheit stark reduziert worden ist und dieser Trend vermutlich weiter bestehen bleibt, fordert der NABU eine ganzjährige Verschonung, bis die frühere Populationsstärke und Verbreitung wieder erreicht ist.

Kurzporträt
Verbreitung und Lebensraum
Der Feldhase kommt in ganz Europa vor. Auch in Westasien und Nordafrika ist er teilweise verbreitet. In den Alpen ist er bis zu einer Höhe von 1.600 m zu finden. Als Lebensraum bevorzugt der Feldhase die offene Landschaft. So werden Steppengebiete und Ackerland vom Feldhasen besiedelt.

Beschreibung
Der Feldhase wird ungefähr 60 bis 70 cm lang. Er hat kräftige, lange Hinterbeine, mit denen er schnell beschleunigen und sehr gut springen kann. Diese benötigt er als Fluchttier, um bei Gefahr plötzlich aus seinem Versteck zu fliehen. Vom Kaninchen unterscheidet sich der Feldhase außer durch seine Größe auch durch wesentlich längere Ohren und die Farbe. Während Kaninchen eher grau gefärbt sind, ist das Fell des Feldhasen braun bis rotbraun. Feldhasen werden etwa 4 bis 5 Jahre alt, in Gefangenschaft können sie deutlich älter werden.

Feldhase

Foto: H.Glader

Tagsüber hockt der Feldhase meist in einer von Hecken oder hohem Gras geschützten Mulde, die er häufig zwischen Ackerfurchen gräbt. Diese Mulde wird auch Sasse genannt. Durch sein ausgezeichnetes Gehör kann der Feldhase Gefahren frühzeitig wahrnehmen und durch Verstellen der Ohren die Richtung genau orten. Auch der Geruchssinn ist sehr gut ausgeprägt. Nähert sich einer seiner zahlreichen Feinde, bleibt der Hase zunächst mit angelegten Ohren geduckt und regungslos in der Sasse liegen. Kommt der Feind dem Versteck zu nah, ergreift der Hase blitzschnell die Flucht.
In der Paarungszeit zwischen Januar und Juli wirft die Häsin bis zu viermal Junge. Sie kann dabei Embryonen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien austragen.

Ernährung
Bei Einbruch der Dämmerung wird der Feldhase aktiv und geht auf Nahrungssuche. Er ernährt sich vegetarisch von Gras, Kohl, Blättern, Gemüse, Früchten und Rinde.

Quellen
Natur- und Umweltschutzakademie NRW: Wo liegt der Hase im Pfeffer?, 2000


Stand: Januar 2009

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