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Der Rothirsch
Steckbrief Rothirsch
Cervus elaphus
Schutzstatus
International
Der Rothirsch unterliegt dem Schutzstatus des Anhang III der Berner Konvention von 1979. Anhang III beinhaltet die geschützten Tierarten, die nur in einem Umfang bejagt oder genutzt werden dürfen, der ihren Bestand nicht gefährdet.
National
Rote Liste BRD: ungefährdet
Rote Liste NRW: ungefährdet
Jagdrecht
Bundesjagdgesetz
Der Rothirsch ist im Bundesjagdgesetz aufgeführt und darf je nach Geschlecht und Alter zu unterschiedlichen Zeiten bejagt werden:
Kälber: vom 01. August bis 28. Februar
Schmalspießer: vom 01. Juni bis 28. Februar
Schmaltiere: vom 01. Juni bis 31. Januar
Hirsche und Alttiere: vom 01. August bis 31. Januar
Landesjagdzeitenverordnung
Der Rothirsch darf je nach Geschlecht und Alter zu unterschiedlichen Zeiten bejagt werden:
Kälber: vom 01. August bis 31. Januar
Schmalspießer: vom 01. Juni bis 31. Januar
Schmaltiere: vom 01. Juni bis 31. Januar
Hirsche und Alttiere: vom 01. August bis 31. Januar
Jagdstrecke in NRW
2001/ 2002: 2.870 (davon Fallwild: 132)
2002/ 2003: 3.247 (davon Fallwild: 169)
2003/ 2004: 3.481 (davon Fallwild: 157)
2004/ 2005: 3.596 (davon Fallwild: 186)
2005/ 2006: 4.003 (davon Fallwild: 179)
2006/ 2007: 3.715 (davon Fallwild: 188)
2007/ 2008: 3.965 (davon Fallwild: 181)
Bestand in NRW
Nach einer vom Land Nordrhein-Westfalen 1994 verabschiedeten Verordnung über Bewirtschaftungsbezirke als Beitrag zur Bestandsregelung und zur Sicherung des Vorkommens, gibt es in NRW zehn abgegrenzte Rotwildgebiete. Diese Rotwildgebiete liegen in der Nordeifel, der Königsforst-Wahner Heide, im Nutscheid, im Ebbegebirge, im Siegerland-Wittgenstein-Hochsauerland, im Arnsberger Wald Brilon-Büren, im Eggegebirge-Teutoburger Wald-Senne, in Minden, im Dämmerwald-Herrlichkeit Lembeck und im Reichswald Kleve. Die Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) schätzt den gesamten Rotwild-Bestand in NRW auf ca. 6.200 Tiere.
NABU-Position zur geänderten LJ-VO
Der NABU fordert generell nur noch die Jagd auf 12 Tierarten. Unter diesen Tierarten ist auch der Rothirsch.
Kurzporträt
Verbreitung und Lebensraum
Das natürliche Rothirsch-Verbreitungsgebiet umfasst mehrere Kontinente. In Europa und weiten Teilen Asiens und Nordafrikas sowie auf dem gesamten Nordamerikanischen Kontinent ist er von Natur aus Zuhause. Ursprünglich lebte der Rothirsch in lichten Wäldern und weiten, offenen Landschaften.
In Deutschland gibt es heute 142 behördlich festgelegte Rotwildbezirke, meist in den Wäldern der Mittel- und Hochgebirge sowie der norddeutschen Tiefebene. In NRW lebt der Rothirsch in den o.g. zehn Rotwildbezirken. Ursprünglich waren Rothirsche tagaktiv, heute sind sie allerdings aufgrund von häufigen Störungen durch den Menschen nachtaktiv.
Beschreibung
Rothirsche erreichen eine Schulterhöhe von 120 cm (Hirschkühe) bis 150 cm (Hirsche). Die männlichen Hirsche können dabei bis zu 200 kg wiegen, Hirschkühe meist deutlich weniger. Ausgewachsene Hirsche tragen im Gegensatz zu Hirschkühen und Kälbern außerdem ein Geweih, welches sie im Februar/ März abwerfen, bevor ihr neues Geweih zu wachsen beginnt. Ihr Fell verändert die Farbe je nach Jahreszeit, im Sommer ist es hellbraun, im Winter dunkelgrau bis braungrau. Hirsche tragen zu Beginn der Brunft (Paarungszeit) im September eine sogenannte Brunftmähne, die sie allerdings beim Haarwechsel im Frühjahr wieder verlieren. Kälber und Alttiere verständigen sich über leise Lockrufe, Hirsche und weibliche Alttiere geben außerdem bei Gefahr oder Beunruhigung einen bellartigen Laut von sich. Während der Paarungszeit hört man den Hirsch zudem noch röhren. Rothirsche lebt geschlechtergetrennt: Hirsche leben zusammen in Rudeln genau wie mehrere Hirschkühe mit ihren Kälbern. Nur zur Brunft kommen die Hirsche zur Gruppe der Hirschkühe. Normalerweise wirft eine Hirschkuh nur ein Junges. Hirsche werden bis zu 18 Jahre alt.
Nahrung
Der Rothirsch ernährt sich ausschließlich von Pflanzen, hierbei bevorzugt er eigentlich Gras. Durch das Vertreiben in die Wälder durch den Menschen frisst er heute oft Baumrinde und Blatttriebe.
Quellen
Friedrich-Karl Holtmeier: Tiere in der Landschaft - Einfluss und ökologische Bedeutung, 1. Auflage, 2002
Stand: Januar 2009

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