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Das Wildkaninchen

Steckbrief Wildkaninchen

Oryctolagus cuniculus

Wildkaninchen


Schutzstatus
International
Das Wildkaninchen unterliegt keinem internationalen Schutzstatus.

National
Rote Liste BRD: ungefährdet
Rote Liste NRW: ungefährdet

Jagdrecht
Bundesjagdgesetz
Das Wildkaninchen gilt dem Bundesjagdgesetz nach zu den jagdbaren Arten und darf ganzjährig bejagt werden.

Landesjagdzeitenverordnung
Das Wildkaninchen darf laut der LJ-VO vom 01. Oktober bis zum 28. Februar bejagt werden. Jungtiere haben eine ganzjährige Jagdzeit.

Jagdstrecke in NRW
Jagdstrecke NRW
2001/ 2002: 68.205 (davon Fallwild: 13.634)
2002/ 2003: 66.175 (davon Fallwild: 13.427)
2003/ 2004: 56.272 (davon Fallwild: 12.495)
2004/ 2005: 74.826 (davon Fallwild: 12.636)
2005/ 2006: 95.877 (davon Fallwild: 16.663)
2006/ 2007: 89.384 (davon Fallwild: 14.220)
2007/ 2008: 133.735 (davon Fallwild: 19.233)

Bestand in NRW
Zum Kaninchenbestand in NRW können keine sicheren Angaben gemacht werden. Durch die Seuchen Myxomatose und Chinaseuche hat der Bestand bis zu den 90er Jahren starke Einbrüche erlitten. Seit 2-3 Jahren erholt er sich punktuell wieder. Jedoch ist nicht sicher, ob sich die Bestandszahlen noch nach demselben Schema errechnen lassen wie vor den Seucheneinbrüchen (danach beläuft sich die Zahl des Bestandes immer etwa auf die Hälfte der abgeschossenen Tiere), weil nicht klar ist, ob die Jäger eventuell die Kaninchen schonen. Der nach dem alten Berechnungsschema ermittelte Frühjahrsbesatz der Wildkaninchen für 2006 liegt bei etwa 45. 000 - 50. 000 Tieren (mdl. Mitteilung Dr. Eylert, Landesbetrieb Wald und Holz NRW).

Wildkaninchen

NABU-Position zur geänderten LJ-VO
Der NABU fordert eine ganzjährige Schonzeit verschiedener Arten, dessen Bestände sich in den letzten Jahren stark reduziert haben. Dazu gehören z.B. Wildkaninchen, Feldhase und Baummarder. Die Arten sollten geschont werden, bis ihre frühere Populationsstärke und Verbreitung wieder erreicht ist. Außerdem ist es für den NABU völlig unverständlich, warum nach der bekannten dramatischen Bestandsabnahme immer noch Jungtiere des Wildkaninchens ganzjährig bejagt werden dürfen.

Kurzporträt
Verbreitung und Lebensraum
Die ursprünglichen Verbreitungsgebiete der Kaninchen waren die Iberische Halbinsel und Südfrankreich. In der Antike wurde es durch den Menschen in Nordafrika und Italien eingebürgert, bevor es im Mittelalter nach Frankreich und auf die Britischen Inseln gebracht wurde. Später erst wurde das Wildkaninchen auch in Deutschland ausgesetzt. Ebenso wurde es nach Nord- und Südamerika gebracht und im 19. Jahrhundert nach Australien und Neuseeland, wo es zu einer regelrechten Kaninchenplage kam. In Europa ist es heute sehr weit verbreitet, lediglich in weiten Teilen Skandinaviens und ganz Finnland sowie auf Island fehlt es.
Als Lebensraum bevorzugt das Wildkaninchen Gebiete mit sandigem Boden und lockerem Pflanzenbestand. Es lebt in selbstgegrabenen Erdbauten und kommt sowohl in Parks und Gärten, als auch an Waldrändern vor.

Beschreibung
Die in Kolonien lebenden Wildkaninchen sind mit einem Körpergewicht von 1,5 kg bis 2 kg deutlich leichter als ihr Verwandter, der Hase. Auch sonst unterscheiden sie sich in ihrem Erscheinungsbild. So sind sie kleiner, haben kleinere Ohren und Augen sowie deutlich kürzere Beine. Dies macht Wildkaninchen zwar langsamer, aber auch wendiger als Hasen. Das Fell der Kaninchen ist graubraun, lediglich der Bauch ist weiß. Sowohl Geruchs- als auch Hörsinn sind sehr gut entwickelt, wodurch sie eine Bedrohung sehr früh erkennen und zum Alarmschlagen mit ihren Hinterläufen auf den Boden klopfen.
Ein weibliches Kaninchen bringt bei mehreren Würfen im Jahr insgesamt bis zu 30 Junge zur Welt, die bei ihrer Geburt nackt, blind und zahnlos sind. Erst nach ca. zwei Wochen kommen sie das erste Mal aus dem Bau hervor und werden ca. vier Monate später bereits geschlechtsreif.

Nahrung
Wildkaninchen fressen so gut wie alles, was pflanzlich ist, im Winter sogar Holzrinde. Sie bevorzugen Gräser, Kräuter und Knospen.

Quellen
Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark Eifel - Ein Begleiter durch Wald, Wasser und Wildnis, Ausgabe 1, 2006

Stand: Januar 2009

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