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Die Lachmöwe
Steckbrief Lachmöwe
Larus ridibundus
Schutzstatus
International
Die Lachmöwe unterliegt wie alle europäischen Vogelarten dem allgemeinen Schutz der EU-Vogelrichtlinie. Sie gehört allerdings zu den Arten des Anhang II/2, die in Deutschland bejagt werden dürfen. Einzuhalten sind dabei die Bestimmungen des Art. 7 und Art. 8 (verbotene Jagdmethoden).
National
Die Lachmöwe gehört zu den vom Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) besonders geschützten Arten gem. § 10 Abs.2 Nr. 10.
Rote Liste BRD: ungefährdet
Rote Liste NRW: ungefährdet
Jagdrecht
Bundesjagdgesetz
Die Lachmöwe gehört nach § 2 BJagdG wie alle heimischen Möwen zu den jagdbaren Arten.
Nach der BJagdZ-VO von 1977, zuletzt geändert 2002, kann die Lachmöwe vom 01. Oktober bis 10. Februar bejagt werden.
Landesjagdzeitenverordnung
Die Jagdzeiten in NRW entsprechen denen der BjagdZ-VO.
Jagdstrecke NRW
2001/ 2002: 4.301 (davon Fallwild: 42)
2002/ 2003: 3.459 (davon Fallwild: 65)
2003/ 2004: 2.809 (davon Fallwild: 62)
2004/ 2005: 3.075 (davon Fallwild: 102)
2005/ 2006: 3.326 (davon Fallwild: 71)
2006/ 2007: 2.314 (davon Fallwild: 53)
2007/ 2008: 2.044 (davon Fallwild: 47)
Bestand in NRW
Der Bestand der Lachmöwen in NRW wird zurzeit auf maximal 3.000 Brutpaare geschätzt. Die Zahl nimmt rasant ab.
Foto: H.Glader
NABU-Position zur geänderten LJ-VO
Der NABU fordert eine ganzjährige Jagdverschonung für die Lach- und die Silbermöwe. Zum einen ist gerade in der nach Bundesrecht vorgesehenen Jagdzeit (01.10. bis 10.02.), also bei Möwen im Winterkleid, die Verwechslungsgefahr mit geschützten Möwenarten sehr groß. Zudem dürfte sich die Zahl der in NRW überwinternden Möwen nach Schließung bzw. Abdeckung der Mülldeponien erheblich vermindern, da diese die Hauptnahrungsquelle der im Binnenland überwinternden Möwen darstellen.
Kurzporträt
Verbreitung und Lebensraum
Die Lachmöwe kommt im gesamten nördlichen Eurasien vor und ist vor allem an Gewässern zu Hause. Dies können sowohl Küsten- als auch Binnengewässer sein. In den letzten hundert Jahren hat sich die Lachmöwe aber auch im Binnenland mehr und mehr ausgebreitet. Dies liegt vor allem an der Anpassungsfähigkeit der Tiere. Als Allesfresser sind sie in der Lage, fast überall neue Nahrungsquellen zu erschließen. Lachmöwen können als Abfallfresser auch häufig in der Nähe des Menschen und auf Mülldeponien beobachtet werden. Zum Brüten kommen sie jedoch stets ans Gewässer. Lachmöwen aus weit nördlichen Gebieten ziehen im Winter in südlichere Regionen, viele von ihnen kommen nach NRW in die Städte oder auf Mülldeponien.
Beschreibung
Die Lachmöwe gehört zu der Gattung Larus und wird etwa 34 bis 43 cm lang. Die Männchen wiegen 250 bis 400 Gramm, die Weibchen sind etwas schlanker mit 250 bis 400 Gramm. Das Gefieder der Lachmöwe ist weiß gefärbt. Die Oberseite der Flügel sind hellgrau und die Spitzen schwarz. Schnabel und Beine sind rot. Der Kopf ist im Winter weiß mit einigen dunkelgrauen Flecken, zur Brutzeit hingegen ist der Kopf dunkelbraun gefärbt. Diese typische Gesichtsfärbung entsteht erst im dritten Lebensjahr der Vögel. Nur Möwen mit diesem Kennzeichen werden von den Artgenossen in der Brutkolonie geduldet.
Nach zwei Jahren sind die Lachmöwen geschlechtsreif. Zwischen April und Juli findet in großen Kolonien in der Nähe von Gewässern die Brut statt. Meist legt das Weibchen drei Eier, die 22 bis 25 Tage lang von beiden Elternteilen in einem aus Pflanzenteilen erbautem Nest bebrütet werden. Die Jungvögel werden nach 4 bis 6 Wochen flügge.
Ernährung
Lachmöwen sind in Bezug auf ihre Nahrung sehr flexibel und haben einen vielfältigen Speiseplan. So werden neben kleinen Fischen, Insekten, Würmern und Schnecken auch Pflanzen und Abfälle in Städten oder auf Mülldeponien gefressen. Auch Ackerflächen werden nach Essbarem abgesucht.
Quellen
H. Bauer, E. Bezzel, W. Fiedler: Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas - Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz - Nichtsperlingsvögel, 2. Auflage, 2005
M. Wink, D. Dietzen, B. Gießing: Die Vögel des Rheinlandes (Nordrhein), 2005
Stand: Dezember 2008

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