Nordrhein-Westfalen.NABU.de Themen Jagd Wasservögel Der Höckerschwan
Weltweit erfolgreich
Steckbrief Höckerschwan
Cygnus olor
Schutzstatus
International
Der Höckerschwan unterliegt wie alle europäischen Vogelarten dem allgemeinen Schutz der EU-Vogelschutzrichtlinie. Er ist allerdings in Anhang II/2 als eine der Arten gelistet, die in Deutschland bejagt werden dürfen. Einzuhalten sind dabei die Bestimmungen des Art. 7 und Art. 8 (verbotene Jagdmethoden).
National
Der Höckerschwan gehört zu den vom Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) besonders geschützten Arten gem. § 10 Abs.2 Nr. 10.
Der Höckerschwan gehört nach § 2 BJagdG wie fast alle Entenvögel zu den jagdbaren Arten.
Der NABU setzt sich aber seit vielen Jahren dafür ein, dass der Höckerschwan, wie alle anderen Gänse- und Entenarten außer der Stockente, aus dem Jagdrecht entlassen und in das Naturschutzrecht übernommen wird (Jagdpolitisches Grundsatzpapier des NABU, 2001).
Rote Liste BRD: nicht gefährdet
Rote Liste NRW: nicht gefährdet
Jagdrecht
Bundesjagdgesetz
Nach BJagdZ-VO von 1977, zuletzt geändert 2002, kann der Höckerschwan vom 01. November bis zum 20. Februar bejagt werden.
Landesjagdzeitenverordnung
Die Jagdzeiten der Landesjagdzeitenverordnung stimmen mit den Zeiten der Bundesjagdzeitenverordnung überein.
Jagdstrecke NRW
2001/ 2002: 71 (davon Fallwild: 39)
2002/ 2003: 145 (davon Fallwild: 47)
2003/ 2004: 166 (davon Fallwild: 41)
2004/ 2005: 121 (davon Fallwild: 52)
2005/ 2006: 108 (davon Fallwild: 54)
2006/ 2007: 117 (davon Fallwild: 31)
2007/ 2008: 153 (davon Fallwild: 40)
Brutvogelbestand in NRW
Geschätzte 480-660 Höckerschwan-Brutpaare leben derzeit in Nordrhein-Westfalen.
NABU-Position zur geänderten LJ-VO
Für den Höckerschwan ist kein konsumtives Interesse bzw. eine sinnvolle nachhaltige Nutzung erkennbar. Der Höckerschwan ist daher in § 3 mit ganzjähriger Schonzeit aufzunehmen.
Kurzporträt
Verbreitung und Lebenraum
Ursprünglich war der Höckerschwan im nördlichen Europa, um das schwarze Meer und in der Gegend zwischen Kleinasien und Nordchina beheimatet. Durch die Einwirkung des Menschen ist die heutige Verbreitung jedoch sehr verteilt und lückenhaft. So wurde der Höckerschwan in vielen seiner ursprünglichen Lebensräume ausgerottet, später hingegen in verschiedenen Regionen der Welt angesiedelt. Dazu gehören Westeuropa, der Nordosten der USA, Australien und Neuseeland.
Höckerschwäne bevorzugen stille Gewässer wie Binnenseen und Meeresbuchten. Sie können auch gut auf künstlich angelegten Teichen gehalten werden. Zur Nahrungsaufnahme benötigen die Schwäne flache, pflanzenreiche Gewässer.
Beschreibung
Der Höckerschwan ist der größte heimische Wasservogel und wird 125 bis 160 cm lang. Das Gewicht der Weibchen liegt zwischen 6,6 und 12 Kilogramm. Männchen können bis zu 15 kg schwer werden. Damit zählt der Höckerschwan zu den schwersten flugfähigen Vögeln überhaupt. Das Gefieder ist leuchtend weiß. Auf dem orangefarbenen Schnabel ist das besondere Merkmal dieser Schwanenart, der schwarze Höcker, zu erkennen.
Das Nest errichten die Höckerschwäne im Schilf oder am Ufer. Dazu verwenden sie unterschiedliches Pflanzenmaterial, sowie eigene Daunen. Die Eiablage erfolgt meist in der zweiten Aprilhälfte. Während der nächsten Wochen brütet das Weibchen die Eier aus, während das Männchen das Brutrevier erbittert verteidigt. Die geschlüpften Jungen haben ein graues Federkleid und werden von beiden Elternteilen versorgt. Nach der 18. Woche sind die Jungtiere flugfähig.
Nahrung
Höckerschwäne ernähren sich grundsätzlich rein vegetarisch. Tierische Nahrung wird allenfalls zufällig mit der pflanzlichen Nahrung aufgenommen. Zur Nahrungsaufnahme stecken die imposanten Wasservögel ihren langen Hals bis zu einen Meter tief ins Wasser und reißen Wasserpflanzen los. Diese Art der Nahrungsaufnahme nennt man Gründeln. Außerdem weiden Höckerschwäne auch Uferpflanzen und Gras ab.
Quellen
H. Bauer, E. Bezzel, W. Fiedler: Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas - Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz - Nichtsperlingsvögel, 2. Auflage, 2005
M. Wink, D. Dietzen, B. Gießing: Die Vögel des Rheinlandes (Nordrhein)
Sudmann, S. R. & M. Jöbges (2002): Brutbestand und Verbreitung von Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis), Haubentaucher (Podiceps cristatus), Höckerschwan (Cygnus olor), Teichhuhn (Gallinula chloropus) und Blässhuhn (Fulica atra) in Nordrhein-Westfalen 2001. Charadrius 38 (3): 99-121.
Stand: Dezember 2008

NABU Regional
Service
E-Cards
Podcasts
Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.
Desktopmotive
Verbandsnetz
