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Ambrosia in NRW jetzt bekämpfen

Neophyten an Vogelfütterungsstellen mit Wurzel entfernen

12. September 2012 - Unter Vogelfutterhäuschen findet sich in manchen Gärten derzeit wieder ein gefährliches Kraut: die Beifuß-Ambrosie. Über Vogelfutter wird diese nordamerikanische Pflanze immer wieder eingeschleppt. Der NABU NRW ruft deshalb dazu auf, alle Vogelfütterungsstellen im Garten zu kontrollieren, gefundene Ambrosiapflanzen mit der Wurzel auszureißen und über den Hausmüll zu entsorgen. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt die eher unscheinbare Pflanze, deren zahlreiche, hochallergene Pollen bei Allergikern zu heftigen Reaktionen führen, daran zu hindern, sich weiter auszubreiten.



  • Ambrosia - Foto: NABU-Naturschutzstation Münsterland/Kinderhaus

    Ambrosia - Foto: NABU-Naturschutzstation Münsterland/Kinderhaus

  • Ambrosia - Foto: Dennis Wolter

    Ambrosia - Foto: Dennis Wolter

  • Ambrosia - Foto: NABU-Naturschutzstation Münsterland/Kinderhaus

    Ambrosia - Foto: NABU-Naturschutzstation Münsterland/Kinderhaus

Seit Januar 2012 ist der Handel und die Einfuhr ambrosiahaltiger Futtermittel durch EU-Verordnung zwar verboten, aber da die Samen mehrere Jahre keimfähig sind und vor allem billiges Vogelfutter aus Osteuropa immer noch geringe Mengen von Ambrosiasamen enthalten kann, lohnt sich die Überprüfung der Futterstellen. “Als einjährige Art, lässt sich die Beifuß-Ambrosie jetzt vor der Samenreife am effektivsten bekämpfen“, erklärt Bernd Margenburg, Sprecher des Landesfachausschusses Botanik im NABU NRW. Damit mögliche reife Samen beim Entfernen der Pflanze nicht abfallen und im nächsten Jahr wieder zur Keimung kommen können, sollte die Pflanze vorher mit einer Plastiktüte umhüllt werden. Allergiker tragen beim Entfernen am besten Handschuhe und einen Atemschutz.

"Für den Naturschutz ist die Ambrosie bisher weniger ein Problem, negative Einflüsse des nordamerikanischen Neubürgers auf die biologische Vielfalt sind bisher nicht bekannt", so Margenburg weiter. Damit dies auch so bleibe, unterstütze der NABU den bereits vor kurzem ergangenen Aufruf des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zur Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie. Denn es sei nicht auszuschließen, dass der Klimawandel und eine damit einhergehende Verlängerung der Vegetationsperiode die Ausbreitung der Ambrosie begünstigen würde. Margenburg: „Einen weiteren problematischen pflanzlichen Neubürger benötige NRW zurzeit nicht. Allerdings gäbe es aus Naturschutzsicht auch wesentlich problematischere Arten wie Riesen-Goldrute, Armenische Brombeere oder lokal die SpätblühendeTrauben-Kirsche.“


Ambrosia - Foto: Dennis Wolter

Ambrosia - Foto: Dennis Wolter

Laut LANUV wurden Beifuß-Ambrosien in Nordrhein-Westfalen bisher überwiegend als Einzelpflanzen oder Kleinstbestände vor allem in Gärten, Grünanlagen und auf Ruderalstellen nachgewiesen. Daneben existieren wenige größere Vorkommen mit Ausbreitungstendenzen in der Rheinischen Bucht, am Niederrhein, im Münsterland und in Ostwestfalen.

Dem Vogelfreund empfiehlt der NABU für die nächste Winterfütterungssaison, nur hochwertiges und speziell gereinigtes Vogelfutter aus dem Fachhandel zu kaufen. Denn besonders billige Futtermittel enthielten noch kleine Mengen an Ambrosiasamen. Wer ganz sicher gehen wolle, könne sich das nächste Winterfutter aber auch selbst mischen.

Für Rückfragen:
Karin und Bernd MARGENBURG, LFA Botanik, 59192 Bergkamen,
Tel.: 02307 - 84855, E-Mail: margenburg@nabu-unna.de

Mehr Informationen zur Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie finden Sie auch unter www.lanuv.nrw.de


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