Typisches Edelkrebsgewässer - Foto: M. Nowak
Gewässer für den Edelkrebs gesucht
Edelkrebsprojekt NRW bittet Bevölkerung um Mithilfe


Februar 2022 - Ursprünglich war der Edelkrebs (Astacus astacus) in Mitteleuropa weit verbreitet. Heute finden sich die wenigen verbliebenen Edelkrebsbestände überwiegend in Oberläufen von Fließgewässern oder in abgeschlossenen Gewässern. Für den Erhalt der heimischen Flusskrebse sucht das Edelkrebsprojekt NRW jährlich weitere geeignete Wiederansiedlungsgewässer und bittet dabei die Bevölkerung um Mithilfe.
Die größte Gefahr geht von invasiven, amerikanischen Flusskrebsarten und der von ihnen eingeschleppten Krankheit - der „Krebspest“ - aus. Natürliche Vorkommen des heimischen Edelkrebses in Nordrhein-Westfalen existieren fast nicht mehr. Um den Edelkrebs in NRW zu erhalten, müssen die weiter auftretenden Verluste durch Wiederansiedlungsmaßnahmen in geeigneten Gewässern ausgeglichen werden.
Seit 2016 führt das Edelkrebsprojekt NRW mit regionalen Kooperationspartnern aktiv Wiederansiedlungen des Edelkrebses durch. Alle Gewässer werden vorher von Mitarbeitern des Edelkrebsprojektes auf ihre Eignung geprüft.
Wichtige Kriterien für gute Edelkrebsgewässer sind:
- Mindesttemperatur im Sommer von 15 °C
- lehmige Ufer mit Steinen, Wurzeln & Totholz als Versteckmöglichkeiten
- keine amerikanischen Flusskrebsarten im Gewässer oder in der Nähe
- isolierte Gewässer (z.B. durch Barrieren, Baggersee)
- Fließgewässer: mindestens 1 km lang
- Stehendes Gewässer: mindestens 600 m² groß
- geringe bzw. angepasste Gewässernutzung
- Angler, Anlieger & Wassersportler u.A. vor Ort beachten Vorsichtsmaßnahmen gegen die Krebspest
Wem ein Gewässer bekannt ist, das für die Wiederansiedlung von Edelkrebsen geeignet sein könnte oder wer weitere Informationen zum Aufruf wünscht, wende sich gerne an:
Edelkrebsprojekt NRW
Neustraße 7
53902 Bad Münstereifel
E-Mail: info@edelkrebsprojektnrw.de
Das Edelkrebsprojekt NRW ist ein gemeinsames Projekt des Fischereiverbandes NRW und des NABU NRW. Gefördert wird es vom Umweltministerium NRW und der HIT-Umwelt und Naturschutz Stiftungs-GmbH.
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Das Edelkrebsprojekt NRW kümmert sich seit 2004 um Schutz und Erhalt des Edelkrebses und des Steinkrebses in unseren Gewässern. Bestandeserfassung, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit sowie verstärkt seit 2016 die Wiederansiedlung sollen die Bestände sichern. Mehr →