Von Punkt zu Punkt
In mehreren Bildergalerien bieten wir eine Übersicht über die häufigsten Marienkäfer-Arten vom Zweipunkt bis zum 24 Punkte zählenden Luzerne-Marienkäfer. Mehr →
Siebenpunkt-Marienkäfer - Foto: Frank Derer
Mancherorts sorgen kleine Käfer im Herbst für große Verwunderung, finden sie sich doch nicht selten in großer Zahl an sonnigen Standorten auf Balkongeländern, an Hauswänden, Blumen und Blättern ein. Manchmal dringen sie dabei auch bei geöffneten Fenstern zahlreich in Wohnungen ein – und machen sich dadurch nicht sehr beliebt. Da Marienkäfer völlig harmlos sind, appelliert der NABU an Betroffene die ungebetenen Besucher mit Handfeger und Kehrblech vorsichtig wieder nach draußen zu bringen.
„Alle Marienkäfer nutzen nun die letzten Sonnentage, um sich auf ihre Wanderungen in wärmere Regionen Europas zu begeben oder sich hier Überwinterungsplätze zu suchen“, erklärt Karl-Heinz-Jelinek, Insektenexperte beim NABU NRW. Wer jetzt zahlreiche Marienkäfer an einer Hauswand beobachten würde und am nächsten Tag seien wieder alle verschwunden, der hätte sehr wahrscheinlich einen Marienkäfertrupp auf Wanderpause gesehen. „Krabbeln sie dabei durch offene Fenster in unsere Wohnungen, so geschieht dies eher zufällig“, so Jelinek weiter. Die Marienkäfer, die hier überwintern, machen es sich am liebsten in Hohlräumen gemütlich, etwa in Mauerritzen oder Dachsparren. Auch Laubhaufen in Gärten sind beliebt zum Überdauern der unfreundlichen Jahreszeit - oft finden sich hier größere Ansammlungen. Jelinek: „Ein Grund mehr, sich für naturnahe und nicht perfekt aufgeräumte Gärten stark zu machen.“
Neben Coccinella septempunctata, dem heimischen Siebenpunkt-Marienkäfer, lassen sich in diesen Schwärmen insbesondere der ursprünglich aus Asien stammende Harlekin-Marienkäfer Harmonia axyridis beobachten. Er wird im gewerbsmäßigen Gartenbau gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingesetzt. „Vor einigen Jahren hatten sich erste Exemplare in die freie Natur abgesetzt, heute ist der Harlekin dank seiner enormen Vermehrungsfreudigkeit meist häufiger als die alteingesessenen Marienkäferarten anzutreffen“, so der NABU-Insektenexperte. Der Harlekin frisst nicht nur Blattläuse, sondern auch Gallmückenlarven, Larven konkurrierender Marienkäferarten und viele andere Insekten. Die sechs Millimeter großen, schwarz gepunkteten Käfer können von fast völlig orangerot bis fast völlig schwarz gefärbt sein. Die meisten Exemplare haben insgesamt neunzehn schwarze Punkte auf den Flügeldecken.
Ihrem Ruf als Glücksbringer werden Coccinella septempunctata und seine Verwandten in jedem Fall gerecht: Wer viele im Garten hat, ist gut dran, denn im Frühjahr werden sie wieder antreten - zur biologischen Blattlausbekämpfung.
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In verschiedenen Projekten erforscht und kümmert sich der NABU NRW um die heimische Insektenwelt. Zudem wirbt er für mehr Akzeptanz für Spinnen. Mehr →
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