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Aurorafalter
Aurorafalter
Anthocharis cardamines LINNAEUS, 1758
Synonyme
Euchloe cardamines
NL: Oranjetipje
UK: Orange-Tip
Stellung im Tierreich
Familie: Weißlinge i.W.s. (Pieridae)
Unterfamilie: Senföl-Weißlinge(Pierinae)
Maße
Flügelspannweite: ca. 40 mm
Kennzeichen
Die Männchen fallen schon aus großer Entfernung durch ihre orange gefärbten Vorderflügel-Oberseiten auf; die Hinterflügel-Unterseite beider Geschlechter ist olive-grün marmoriert.
Neben der Größe unterscheiden sich die Weibchen von A. cardamines durch kleinere schwarze Flecken auf der Vorderflügel-Unterseite und einem mehr gesprenkelten Muster der Hinterflügel-Unterseite vom Resedaweißling (Pontia daplidice).
Faunenelement, Verbreitung
polyzentrisch-holopaläarktisch;
Europa mit Ausnahme der südlichen Iberischen Halbinsel und dem nördlichen Teil Fennoskandiens, ostwärts durch die gemäßigten Zone bis Japan.
Gefährdungseinstufung
Global....Europa....Deutschland....NRW..................Großlandschaften in NRW...........
..................................................................................I.....II.....IIIa.....IIIb.....IV.....V.....VIa.....VIb
.....*..............*.....................*....................*...............*.....*......*.........*........*......*........*........*...
Erläuterungen der Großlandschaften und Gefährdungsgrade
Schutzstatus
Nicht geschützt nach Bundesnaturschutgesetz (BNatSchG), nicht in Anhang 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV).
Schutzmaßnahmen
Die Art profitiert wie viele andere Falter auch von der naturnahen Gestaltung der Waldsäume. Wegränder in den Wäldern sollten nur selten und gestaffelt gemäht werden.
Schwerpunktlebensraum
Vor allem in feuchten Saumbereichen (oft ruderalisiert) von frischen bis nassen Wäldern oder Gebüschen (Au- und Bruchwald, Mischwald) sowie angrenzende, meist waldnahe Wiesen- und Heckenlandschaften. Bedeutsamstes Raupenhabitat stellen frische bis feuchte Säume und Wiesenränder dar (gern mit Knoblauchsrauke). Es werden aber auch unterschiedlichste trockene (Magerrasen, Mähwiesen, Dämme, Böschungen) bzw. feuchte (Feucht- und Flachmoorwiesen, Gräben- und Bachränder) Lebensräume besiedelt. Auch in naturnahen Gärten, Streuobstwiesen und Abgrabungsflächen.
Biologische Klassifikation
Verschieden-Biotopbewohner
Ökologische Klassifikation
mesophile Art gehölzreicher Übergänge
Strategietyp
K-Stratege (Anpassungsstrategie) mit Übergängen zur r-Strategie (Verbreitungsstrategie)
Jahresrhythmus, Überwinterung
Eine Generation von Anfang April bis Anfang Juni; Überwinterung als Puppe.
(Fotos: Patrick Leopold)
Besonderes Verhalten
Zur Partnerfindung fliegen die Männchen entlang von Wald(innen)rändern auf und ab und fliegen sämtliche weiße Objekte in eigener Größe an.
Auf dem Foto rechts ist zu erkennen, dass aus den Härchen kleine Tropfen hervortreten, die die Raupen ungenießbar machen.
Lebensdauer
Die Falter leben durchschnittlich 14 Tage.
Falternahrung
Die Falter saugen viel an den Raupenwirtspflanzen Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) und Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis), aber auch an anderen Kreuzblütengewächsen (Cruciferen), Rote Lichtnelke (Silene dioica), Kriechender Günsel (Ajuga reptans) und Gundermann (Glechoma hederacea).
Foto rechts: Aurorafalter auf Wiesen-Schaumkraut
Raupennahrung
Die Raupen fressen polyphag an Kreuzblütengewächsen (Brassicaceae). Es bestehen (regionale) Präferenzen zu Knoblauchsrauke und Wiesen-Schaumkraut.
Wenn mehrere Raupen auf einer Pflanze sitzen, so ist Kannibalismus recht wahrscheinlich (ASHER et al. 2001).
Wirtspflanzenliste
(Foto rechts: Patrick Leopold)
Eiablage
Gelegentlich werden mehrere Eier an einer Pflanze abgelegt (Foto: Patrick Leopold)
Die zunächst weißen Eier werden einzeln oder zu zweien bis dreien an die Blütenstiele der Wirtspflanzen geheftet und verfärben sich nach 1 bis 2 Tagen orange. Die Wirtspflanzen müssen zum Zeitpunkt der Eiablage blühen oder frisch fruchten. In Lebensräumen, die zur Flugzeit arm an blühenden Brassicaceen sind (z. B. Kalkmagerrasen), gewinnen Störstellen (z. B. Brand oder Bodenverletzung) an Bedeutung als Eiablagehabitat (LEOPOLD 2001, FARTMANN 2004).
Die Weibchen legen durchschnittlich 36 Eier (BINK 1992).
Verpuppung
Die Gürtelpuppe des Aurorafalters (Foto: Jochen Rodenkirchen)
In Form einer Gürtelpuppe senkrecht an Stängeln der Wirtspflanze (EBERT & RENNWALD 1993), aber auch an anderen Vertikalstrukturen wie Schlehenstockausschlag oder festem Altgras.
Literatur
ASHER et al (2001), BERGMANN (1952), BINK (1992), CARTER & HARGREAVES (1987), DUDLER et al. (1999), EBERT & RENNWALD (1993), FARTMANN (2004), KARSHOLT & RAZOWSKI (1996), KINKLER (1980), LEOPOLD (2001), PRETSCHER (1998), REINHARDT & KAMES (1982), REINHARDT (1983), ROCKSTROH (1869), SBN (1994), SETTELE et al. (1999), ULRICH (2000), VARGA (1977), WEIDEMANN (1995)
Literaturverzeichnis
Bearbeitung
Martin Glöckner, Patrick Leopold

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